Top-Smartphone

Honor 20 Pro im Test

Das Honor 20 Pro bietet einen Top-Chipsatz, eine Quad-Kamera und ein schickes Design. Der Preis von 600 Euro macht das Gerät zu einem exzellenten Gesamtpaket.

Honor 20 Pro Aufmacher

© connect

Das Honor 20 Pro kommt mit einem Top-Chipsatz, Quad-Kamera und schickem Design. Für 600 Euro ist das ein exzellentes Gesamtpaket.

EUR 499,00

Pro

  • außergewöhnliches Design und tolle Haptik
  • Quad-Kamera mit guter Fotoqualität und üppiger Ausstattung
  • massig Speicherplatz und sehr gute Performance
  • sehr schneller Fingerprintsensor
  • gute Laborwerte mit überragender Laufzeit
  • fast unterbrechungsfreie Anzeige
  • überragendes Preis-Leistung-Verhältnis

Contra

  • Display ist blickwinkelabhängig
  • Speicher nicht erweiterbar
  • fehlender IP-Schutz
  • drahtloses Laden nicht möglich
  • USB 2.0

Fazit

connect-Testurteil: sehr gut (426 von 500 Punkten)
85,2%

Honor hat sich mit seiner 20er-Reihe viel vorgenommen. Der Hersteller möchte Käufer mit dem typisch extravaganten Design seiner Phones und der sehr guten Kameraausstattung locken. Das Honor 20 Pro markiert mit 600 Euro das obere Ende der Reihe und spielt in einer anderen Liga als die sonst eher preisgüns­tigen Modelle der Chinesen. Dafür soll es ein echtes Flaggschiff­erlebnis bieten. Ob das klappt, klärt der Test. ​

Das Design ist ein wahrer Augenschmaus

Hardwareseitig und äußerlich hat Honor beim Pro-Modell im Vergleich zum normalen Honor 20 noch einmal nachgelegt. Angefangen bei den ungewöhnlichen Farben Phantom Black und Phantom Blue, bei denen es sich eigentlich um Violett und Grün handelt. Sie sind nicht nur knallig, sie changieren zudem im Licht, wenn man das Honor 20 Pro in der Hand dreht. 

Dabei entsteht ein Tiefeneffekt, den Millionen kleiner Prismen hervorrufen, die in die unterste Schicht der dreilagigen Rückseite eingearbeitet sind. Wieder einmal müssen wir Honor also zu einem äußerst gelungenen Design gratulieren, das die Geräte aus der breiten Smartphonemasse deutlich heraushebt.

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Doch nicht nur die Augen, auch die Hände genießen das Honor 20 Pro, sobald sie das Phone zu fassen bekommen. Dafür sorgt die zu den Kanten hin abgerundete Glasrückseite, die durch einen geschmeidigen Übergang in den Metallrahmen besticht. In einer Ausbuchtung, gut posi­tioniert, ertastet der Daumen nun einen Fingerprintsensor. Dieser dient gleichzeitig als Powerknopf und verrichtet seinen Job wie bereits beim Honor 20 extrem flott. 

Am sonst tadellos verarbeiteten Ge­häuse stört uns nur die leichte Kante, die der Sensor durch sein nicht ganz bündiges Abschließen bildet. Etwas schwerer ins Gewicht fällt der fehlende IP-Schutz vor Staub und Wasser, der in dieser Preisklasse wünschenswert wäre. Unglücklich ist auch die mit 1,8 Millimetern recht weit aus dem Gehäuse ragende Kameraeinheit, die nicht mittig posi­tioniert ist. Folglich wackelt das Honor 20 Pro beim Bedienen auf dem Tisch. Wer dem Gerät die mitgelieferte Schutzhülle anlegt, mindert das Gewackel, muss aber natürlich auf die tolle Haptik verzichten.

Top-Ausstattung mit kleinen Lücken

Die Front wird von einem 6,3 Zoll  großen LC-Display eingenommen, das zu allen Seiten mit schmalen Rändern punktet. Oben wird die Anzeige nur durch die im Screen integrierte Selfie-Kamera unter­brochen, die dank ihres geringen Durchmessers kaum auffällt. An der Auflösung von 1.080 x 2.340 Pixeln gibt es ebenfalls nichts auszusetzen. Die bei der Größe des Displays guten 412 PPI bilden alle Inhalte ausreichend scharf ab. 

Doch das LCD zeigt gerade bei der Blickwinkelstabilität Schwächen und lässt sich fast nur in der Draufsicht optimal ablesen. Dafür überzeugt es mit guten Kontrasten bei Tageslicht und 500 Lux. Außer­dem kann sich die Displayhelligkeit mit knapp 500 cd/m2 sehen lassen. Zudem wäre ein OLED-Panel schön gewesen, mit dem sich das Pro-Modell weiter vom 20er abgegrenzt hätte. Zugunsten des Preises hat Honor aber wohl davon abgesehen. 

Honor 20 Pro Anschluss

© connect

Das Honor 20 Pro hat einen USB-C-Anschluss auf der Rückseite. Ein Klinkeneingang fehlt. 

Auf eine starke Leistung muss man dagegen nicht verzichten. Dafür sorgt Huaweis Top-Chipsatz Kirin 980 im Gehäuseinneren des Honor 20 Pro. Zusammen mit 8 GB Arbeitsspeicher wird man die Leistungsgrenze des Systems in nächster Zeit nicht so schnell ausreizen. Auch bei starkem Multitasking oder aktuellen Spielen läuft hier noch alles flüssig. Im Benchmark-Vergleich fällt jedoch auf, dass die Konkurrenz mit einem Snapdragon 855 eine etwas bessere System- und Prozessorleistung bietet, woraus sich aber aktuell ein kaum fühlbarer Unterschied ergibt.

Eines Top-Modells würdig sind auch die üppigen 242 GB Speicher, die man jedoch nicht per MicroSD-Karte erweitern kann. Dafür finden zwei SIM-Karten im Inneren Platz. Ebenfalls verzichten muss man auf einen Klinkenanschluss. Ein entsprechender Adapter auf USB-C ist im Lieferumfang enthalten, einfache Stereokopfhörer ebenfalls – para­doxerweise mit Klinkenanschluss.

Honor 20 Pro Screens

© connect

Links: Bei aktivierter smarter Bildschirmauflösung kann das 20 Pro die Auflösung situativ anpassen. Mitte: Mit dem Tresor verbirgt man wichtige Daten in einem gesicherten und verschlüsselten Ordner. Rechts: In der Kamera-App hat man eine große Auswahl an Funktionen.

Auch wenn die restliche Konnektivität beim Honor 20 Pro mit Bluetooth 5, NFC und ac-WLAN auf Top-Niveau ist, fehlt mit schnellem USB-3.1 ein  Feature, damit das 20 Pro als ausgewachsenes Flaggschiff durchgehen kann. Zudem funkt das Phone mit CAT 13 in einer vergleichsweise niedrigen LTE-Kategorie, obwohl der Kirin 980 LTE bis CAT 21 beherrscht. 

Bei der Software gibt es keine Überraschungen. Hier finden wir mit Magic UI Honors Interpretation von Huaweis Benutzeroberfläche EMUI. Sie verspricht gute Bedienung und große Funktio­­na­lität. So kann man seine Daten in einem Dateitresor verschlüsselt und passwortgeschützt lagern, eine zweite, getrennte Benutzeroberfläche einrichten oder Apps mit einer PIN sichern. Als Softwareunterbau dient übrigens Android 9, wobei Honor im Zuge seines Update-Versprechens auch das kommende Android 10 aufs Phone spielen wird.

Honor 20 Pro Quad-Kamera

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Die Quad-Kamera des Honor 20 Pro besteht aus einem Ultra-Weitwinkel (16 MP), einem Weitwinkel (48 MP), einer Telefotolinse (8 MP) und einem Makroobjektiv (2 MP). Die Selfie-Kamera bietet 32 MP.

Quad-Kamera mit guter Bildqualität

Ein Sahnestück des Honor 20 Pro ist die Quad-Kamera auf der Rückseite, die dem Nutzer die Macht über vier verschiedene Brennweiten verleiht. Etwas Besonderes ist dabei die Weitwinkellinse, bei der das Licht durch eine sehr große Blendenöffnung von f/1.4 auf den dahinterliegenden 48-Mega­pixel-Sensor fällt. 

Gerade bei Dunkelheit ist die höhere Lichtausbeute durch die große Öffnung vorteilhaft, da der ISO-Wert nicht hochgeschraubt werden muss und die Bilder so weniger schnell rauschen. Das Labor bestätigt die Vermutung und bescheinigt dem Honor 20 Pro eine sehr gute Bildqualität bei schlechten Lichtbedingungen. Erstaunt hat uns in dem Zuge der Nachtmodus: Er übertrumpft den des Google Pixel 3 XL, der bereits sehr gut ist, mit größerem Detailreichtum und einer besseren Helligkeitsabstufung. Damit die Aufnahmen auch bei Dunkelheit scharf werden, stabilisiert Honor beim 20 Pro die Hauptlinse nicht nur elektronisch, sondern auch optisch. 

So praktisch die große Blende bei Dunkelheit auch ist, sorgt sie doch bei Tageslichtaufnahmen dafür, dass die Fotos des Honor 20 Pro im Randbereich unter recht großem Schärfeverlust leiden. Im Test gibt‘s dennoch vom Labor für die Bildqualität in hellen Umgebungen ein „gut“. 

Den 48-Megapixel-Modus muss man dabei für optimale Fotos nicht bemühen. Hier knipst man besser im Automatikmodus mit bereits vorausgewählten 12 Mega­pixeln - das ist auch um einiges platzsparender. Das Honor 20 Pro rechnet dabei aus der ursprüng­lichen Auflösung jeweils vier Pixel zu einem zusammen. Schärfere und rauschärmere Bilder sind dadurch möglich. 

Honor 20 Pro Testfotos

© connect

Das Honor 20 Pro hat neben einem Ultra-Weitwinkel (links) auch ein Teleobjektiv (rechts). So deckt man einen recht großen Brennweitenbereich ab.

Wer es genau wissen will und der sehr invasiven Kameraautomatik entkommen möchte, wechselt in den Pro-Modus und wählt über die Einstellungen das RAW-Format. Gut gefallen hat uns weiterhin das Ultra-Weitwinkel mit 16 Megapixeln Auflösung und großem 117-Grad-Blickfeld. Es liefert scharfe Bilder und das sogar bis in die Ecken. 

Das gleiche können wir der dritten Linse bestätigen: Honor verbaut hier ein Teleobjektiv mit drei­fachem optischen und fünffachem hybriden Zoom. Spannend ist, dass das Honor 20 Pro trotz 8-Megapixel-Sensor Bilder mit 12 Megapixeln produziert. Hierbei werden wohl die Informationen aus unterschiedlichen Kamerasensoren miteinander verrechnet. Das führt dazu, dass die Bildqualität des Teles insgesamt gut ist und auf einem Level mit der Teleoptik des Oneplus 7 Pro liegt. Sogar der fünffache Hybridzoom ist sehr gut nutzbar und produziert bei ausreichend Licht gute Fotos. Eine optische Bildstabilisierung hilft dabei, Verwackelungen zu minimieren. 

Feingefühl benötigt man auch für die Makroaufnahmen mit der vierten Optik. Hier muss man den fixen Fokuspunkt bei vier Zentimetern Entfernung zum Objekt genau treffen. Selbst dann fehlt dem Bild etwas Schärfe, was aber an der geringen Auf­lösung des Sensors von nur 2 Megapixeln liegt. 

Testsiegel connect sehr gut

© WEKA Media Publishing GmbH

Testsiegel

Test-Fazit: Gute Messwerte im Labor

Im Labor gibt sich das Honor 20 Pro keine Blöße und entlockt dem 4.000-mAh-Akku überragende 10:18 Stunden Laufzeit. Aufgetankt wird per beiliegendem Schnellladenetzteil mit 22,5 Watt. Gerne hätten wir hier auch drahtloses Laden vorgefunden. 

Beim Empfang gibt es dank der guten Funkeigenschaften in den drei Standards LTE, UMTS und GSM keine Probleme, und auch die Telefonieakustik sowie die Geräuschunterdrückung liegen auf hohem Niveau. 

Die Laborwerte zusammen mit der reichhaltigen Ausstattung sorgen dafür, dass das Honor 20 Pro knapp, aber verdient die Schwelle zum „sehr gut“ überschreitet und sich auf Platz neun der connect-Bestenliste setzt. Für ein 600-Euro-Smartphone eine reife Leistung, die aktuell kaum ein anderes Gerät toppen kann.

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