Roborock Saros 20 im Test: Überragender Allrounder
Der Saros 20 glänzt mit innovativen Features und lieferte im Test eine beeindruckende Vorstellung ab.
Nachdem uns im letzten Jahr der Saros 10R begeistert hat (hier geht’s zum Test), waren wir auf den Nachfolger mehr als gespannt. Und so viel vorneweg: Roborock hat geliefert. Der Reihe nach: Äußerlich hat sich nicht viel getan. Wichtigster Unterschied: Die verspiegelte Front des 10R ist einer ma...
Nachdem uns im letzten Jahr der Saros 10R begeistert hat (hier geht’s zum Test), waren wir auf den Nachfolger mehr als gespannt. Und so viel vorneweg: Roborock hat geliefert.
Der Reihe nach: Äußerlich hat sich nicht viel getan. Wichtigster Unterschied: Die verspiegelte Front des 10R ist einer matten Kunststofffläche gewichen, ansonsten sehen wir denselben Look – vergleichsweise kompakte Basis, direkt zugängliche Wassertanks, alles in Schwarz-Grau gehalten.
Beim Thema Wischen setzt der Saros wie der Vorgänger auf zwei rotierende Mopps statt auf das Trendthema Rolle. Veraltet? Nein. Zwar haben Rollen bzw. Walzen den Vorteil, dass sie im laufenden Betrieb das Schmutzwasser ständig abstreifen und mit frischem Wasser benetzt werden, dafür kommt ein ausfahrbarer Mopp wie beim Saros 20 besser unter Kanten und an Möbel heran. Wer überwiegend moderat verschmutzte Böden hat, ist damit nach wie vor sehr gut bedient.
Zumal sich die Technik ebenfalls weiterentwickelt hat. So erhöht der Saros 20 bei hartnäckigen Flecken den Druck der Mopps von 8 N auf 13 N, indem er das Hinterteil mit den Mopps nach unten presst. Festgetretene Speisereste holt er damit nicht vom Küchenboden, eingetrocknete Flüssigkeiten putzt er weg. Erkennt er nasse Flecken, zieht er die Hauptbürste hoch. Im reinen Saugbetrieb sowie bei Teppichen kann er die Mopps in der Basis abkoppeln und ohne sie auf Tour gehen (hier musste der Saros 10R passen). Oder er hebt die Scheibchen 15 mm an, um etwa gezielt einzelne Räume anzusteuern, ohne eine nasse Spur zu hinterlassen.
Klettert über 8 cm hohe Doppelschwellen
Apropos anheben: Dank dem neuen “AdaptiLift Chassis 3.0” kann der Saros 20 in zwei Schritten (4,5 und 4 cm) über mehr als 8 cm hohe Doppelschwellen klettern (auf der Webseite zeigt Roborock die Funktion in einem Video). Zudem kann er seine Haupt- und Hilfsräder unabhängig voneinander bewegen, um Hindernisse wie die Beine eines Wäscheständers oder Freischwingers zu überwinden.
Saugt auch hohe Teppiche sauber ab
Weiteres Highlight: Auf hohen Teppichen hebt er sein komplettes Chassis horizontal an und saugt so eine Florhöhe bis zu 3 cm ab, ohne steckenzubleiben. Ganz so hoch war unser Flokati nicht, dafür sind seine Fasern recht klebrig und halten Haferflocken, Pfefferkörner und Co. gerne fest. Nicht so beim Saros 20: Er fuhr problemlos auf das Textil, erhöhte automatisch die Saugleistung und räumte den Testschmutz fast komplett ab – toll! Auf dem flachen Büroteppich oder dem Hartboden gab es erst Recht keine Probleme. Zumal der Saros 20 mit einer maximalen Saugleistung von 35.000 Pa exzellent gerüstet ist.
Feintuning in der App
Wie der Saros 20 reinigen soll, lässt sich in der Roborock-App festlegen, die mit großem Funktionsumfang und vielen Möglichkeiten zur Personalisierung glänzt. Das KI-gestützte Automatikprogramm SmartPlan macht meist einen guten Job. Hier erkennt er Flecken automatisch und passt die Reinigungstrategie an. Wer lieber selbst bestimmt, was wo passieren soll, kann für jeden Raum Vorgaben machen: Saugen und Wischen, nur Saugen, erst Wischen, dann Saugen. Wie stark saugen, wie viel Wasser nutzen. Teppiche erst saugen, ignorieren oder in den Putzweg einbeziehen – alles ist möglich. Auch der Bodenbelag samt Verlegerichtung lässt sich eintragen. Wer Vorhänge hat, kann diese markieren, dann versucht der Saros unter bzw. hinter ihnen zu putzen.
Die RGB-Kamera vorne im Roboter erkennt nicht nur rund 200 Objekte und umfährt Hindernisse zuverlässig, sie detektiert auch Sockelbereiche mit mindestens 2 cm Höhe und fährt den FlexiArm mit der Seitenbürste aus. Die ist so konzipiert, dass sie Schmutz und Haare schwungvoll zur zweigeteilten Hauptbürste kehrt, die alles ohne Verheddern einsaugt.
Unter 8 cm hoch, sichere Navigation
Zur Navigation nutzt Roborock das StarSight-System in Version 2.0. Das kombiniert ein Doppelsender-Festkörper-LiDAR mit 3D-ToF-Sensoren und eine RGB-Kamera. Damit erfasst der Saros 20 die Umgebung rundum dreidimensional. Das System kommt ohne LiDAR-Turm aus, sodass die Bauhöhe des Saros 20 wie beim Saros 10R nur 7,98 cm beträgt. Damit passt er auch unter tiefe Möbel. Angst, dass er sich festfährt, muss man nicht haben: Im Test kam der Saros 20 auch aus sehr engen Szenen jedes Mal wieder zum Vorschein, hier macht der Abstandssensor einen prima Job. Ist es unter dem Schrank dunkel, knipst der Roborock das Licht an: Vorne sitzt eine LED, die sich bei Bedarf einschaltet. Abstandssensoren an den Seiten erkennen auch geschwungene Formen wie Stromkabel, die ebenfalls sicher umfahren werden
Starkes Dock
Am Ende des Putztrips wartet die Basisstation, die den ausgelaugten Roboter wieder auf Vordermann bringt. Sie saugt den Staubbehälter leer, wäscht die Mopps und sich selbst je nach Verschmutzung mit bis zu 100 Grad heißem Wasser (die Scheiben drehen sich in beide Richtungen) und trocknet die Mopps anschließend mit 55 Grad warmer Luft. Laut TÜV Rheinland werden dabei 99,99 Prozent an Bakterien entfernt. Zudem füllt das Dock frisches Wasser (bei Bedarf sogar warmes) inklusive Reinigungsmittel in den internen Tank des Saros 20.
Fazit: Rundum gelungen
Mit dem Saros 20 hat Roborock wieder einen Coup gelandet. Der Roboter überzeugt mit exzellenter Saugleistung und sehr guten Wischergebnissen, er ist superflach und er kann Hindernisse locker überwinden. Dank schwenkbarem Mopp und ausfahrbarer Seitenbürste reinigt er auch an Kanten gut, dank leistungsfähigem Dock arbeitet der Saros 20 weitgehend autark.
