Standlautsprecher

Nubert Nuline 284 im Test

5.9.2012 von Redaktion connect

Klotzen, nicht kleckern lautet die Devise im Hause Nubert, dessen Modellpalette immer umfangreicher wird. Trotz markentypisch aufwendiger Bauweise bleibt selbst die aktuell größte Neuentwicklung vom Typ nuLine 284 paarweise unter 2000 Euro.

ca. 2:25 Min
Testbericht
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NUBERT NULINE 284
NUBERT NULINE 284
© Hersteller

Die mit über 1,13 Meter inklusive zweier Traversen klassenuntypisch hochaufragende Box hat keinen direkten Vorgänger. Die Endziffer "4" verrät dem Kenner, dass es sich innerhalb der Baureihe um ein Modell der neuesten Generation handelt.

Die äußere Gestaltung mit einem streng quaderförmigen Gehäuse ohne jeden optischen Firlefanz gleicht jener der älteren nuLine-Modelle, die noch die Endziffer "2" tragen. Geliefert werden die knapp 30 Kilogramm schweren Säulen wahlweise in Schleiflack oder Echtholzfurnier.

Die Treiber sind durch die Bank Neuentwicklungen, die in gründlicher Feinarbeit auf maximale Signaltreue getrimmt wurden. Der Gewebehochtöner ist betont asymmetrisch gestaltet, um Nichtlinearitäten durch Schallwandeffekte zu minimieren. Der Mitteltöner arbeitet mit einer völlig flachen Membran, die die Arbeit der benachbarten Kalotte weniger stört als die üblichen Konustrichter.

Im Gegensatz zu den teureren nuVero- Standboxen ist die 284 kein D'Appolito- System, sondern in klassischer Weise mit nur einem Mitteltontreiber ausgestattet. Das erlaubt in der Vertikalen größere Abstrahlwinkel und vereinfacht die Abstimmung der Frequenzeiche.

Deren Auslegung basiert auf teilweise bereits patentierten Erkenntnissen über die klangschonende Gestaltung passiver Frequenzweichen. So muss bei der 284 der Mitteltöner nicht mehr wie allgemein üblich gegenüber den übrigen Chassis verpolt betrieben werden. Ähnlich wie bei den nuVero-Modellen soll eine besondere Schaltungstechnik den bei Dreiund Vierwegeboxen typischen Anstieg der Gruppenlaufzeit im Bass unter die Hörbarkeitschwelle drücken und damit die Klangpräzision steigern.

Bildergalerie

Nubert Nuline 284

Nubert Nuline 284

Für schöneren Klang: Die Ortsfilter für Bass und Höhen helfen bei der Anpassung.

Weniger Bauteile

NUBERT NULINE 284
© Hersteller

Trotz der anspruchsvollen Ziele hält sich der Bauteileaufwand mit rund 30 Kondensatoren, Spulen und Widerständen in Grenzen. Für Nubert-Verhältnisse sind die Weichen beinahe spartanisch bestückt, was offensichtlich keine negativen Folgen hat. Das Übertragungsverhalten (siehe "Messlabor") ist auch mit dem reduzierten Filteraufwand vorzüglich; offensichtlich die Folge einer sorgfältigen Abstimmung von Treibern, Schallwand und Gehäuse. Auch der Wirkungsgrad profitiert vom neuen Purismus, denn wo weniger Bauteile saugen, bleibt mehr Energie für die Chassis.

Die eigentliche Überraschung sind die Tiefbassfähigkeiten der nur 15 Zentimeter großen Basstreiber und der zugehörigen Reflextunnel. Die vom AUDIO-Labor gemessene Eckfrequenz erreicht frappierende 33 Hertz und markiert damit den Bestwert in diesem Vergleich. Die darin zweitbeste Box (die Phonar) kommt auf 42 Hertz, während Epos und Triangle bereits bei vergleichsweise mickrigen 54 Hertz die Segel streichen. Die üppige Frequenzbandbreite kam bei den bassintensiven Titeln des Morcheeba- Albums "Blood Like Lemonade" ganz hervorragend zur Geltung. Die Tester ertappten sich mehrfach bei dem Gedanken, es sei ein sehr potenter und optimal angepasster Subwoofer zugeschaltet, so rabenschwarz und machtvoll ging die 284 zu Werke. Obendrein kam dieser Prachtbass hochgradig präzise, verdeckte weder Grundton noch Mitten.

Auch der Rest passte wie angegossen: Leuchtend rein und zum Gänsehautkriegen die Stimme der Leadsängerin, feingliedrig die Percussion als Sahnehäubchen obendrauf. Dass die Nubert auch die hohen Weihen der klassischen Musik beherrscht, zeigte der stimmige und natürliche Klang der Vivaldi-Kantaten, die herrlich unverdeckt und natürlich dargestellt wurden. Der Testsieg war der nuLine 284 damit nicht mehr zu nehmen.

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