Fingernagel-Flash-Speicher SanDisk Extreme Fit im Test
Winzig, schnell angeschlossen und mit viel Speicherplatz: Der SanDisk Extreme Fit verspricht bis zu 400 MByte/s Lesegeschwindigkeit. Wie viel Leistung steckt wirklich im Mini Speicher?
Die technischen Daten: Der SanDisk Extreme Fit im DetailBeim SanDisk Extreme Fit handelt es sich um einen USB-C-Speicherstick, den der Hersteller in Kapazitätsstufen von 64 GByte bis hin zu 1 TByte anbietet. Das von uns getestete Modell mit einem Terabyte Speicherkapazität trägt die Modellbezeich...
Die technischen Daten: Der SanDisk Extreme Fit im Detail
Beim SanDisk Extreme Fit handelt es sich um einen USB-C-Speicherstick, den der Hersteller in Kapazitätsstufen von 64 GByte bis hin zu 1 TByte anbietet. Das von uns getestete Modell mit einem Terabyte Speicherkapazität trägt die Modellbezeichnung SDCZ530-1T00-G46 und ist zum Testzeitpunkt für rund 150 Euro im Online-Handel erhältlich. Der offizielle Verkaufspreis liegt bei 215 Euro. SanDisk gibt für die Lesegeschwindigkeit einen Wert von bis zu 400 MByte/s an – eine konkrete Angabe zur Schreibgeschwindigkeit sucht man auf der Produktseite, wie auch auf der Verpackung hingegen vergeblich.
Das Gehäuse des Extreme Fit fällt ausgesprochen kompakt aus, wiegt auf der Küchenwaage nur zwei Gramm und folgt dem sogenannten „Plug-and-Stay"-Designkonzept. Der knuffige „Stick“ ragt mit knapp einem Zentimeter nach dem Einstecken vergleichsweise minimal aus dem USB-C-Anschluss heraus und eignet sich damit konzeptionell auch als quasi fast permanente Speichererweiterung.
Außerdem wurde das kleine Schmuckstück – wie heute üblich – als Plug and Play Speicher konzipiert und lässt sich damit ohne zusätzliche Treiber an praktisch allen Geräten mit USB C Port betreiben. Es ist abwärtskompatibel zu älteren USB Standards, arbeitet dann natürlich mit entsprechend reduzierter Geschwindigkeit.
Mechanisch bewegliche Teile wie Schiebemechanismen oder Drehgelenke sind nicht verbaut worden, was der Langlebigkeit des Produkts zugutekommen dürfte.
Auf der Softwareseite stellt SanDisk eine hauseigene Sicherheitslösung bereit, mit der sich Dateien per Passwort schützen und mittels 128-Bit-AES-Verschlüsselung sichern lassen. Versierte Nutzer, die ihre Daten sichern möchten, wissen natürlich, dass jeder Windows Pro Rechner einen neuen USB-Speicher in wenigen Sekunden mit Bitlocker verschlüsseln und dieser auch von Windows „Home“ entsperrt werden kann. Die Nutzung am Android-Tablet oder Smartphone ist dann allerdings ausgeschlossen. Der Hersteller gewährt auf den Extreme Fit eine eingeschränkte Garantie von fünf Jahren.
Der Extreme Fit im Alltag: Handlich und unauffällig – aber nicht ohne Risiko
Im täglichen Umgang fällt zunächst das verschwindend geringe Gewicht des SanDisk Extreme Fit auf. Der Stick ist so klein und leicht, dass man ihn mühelos in jeder Tasche verstauen kann – oder schlicht vergisst, dass er überhaupt eingesteckt ist. Am USB-C-Anschluss eines Notebooks sitzt er perfekt und sehr dezent.
Die Zeiten, in denen klobige USB-Sticks die benachbarten Anschlüsse blockierten, sind mit dem Extreme Fit vorbei. Der USB-C-Stecker findet problemlos an jedem modernen Notebook einen Platz. Einen Adapter für den älteren USB-A-Standard legt Sandisk allerdings nicht in die Packung.
Gerade die kompakte Bauform birgt allerdings auch ein Risiko, das man nicht unterschätzen sollte: Weil der Extreme Fit so unauffällig am Notebook sitzt, neigt man dazu, ihn auch beim Transport des Geräts eingesteckt zu lassen. In einer engen Notebook-Tasche oder beim Verstauen im Rucksack kann der minimal herausragende Stick dann an Stoff oder Reißverschlüssen hängenbleiben.
Im ungünstigsten Fall führt dies zu Beschädigungen am USB-C-Port des Notebooks oder am Stick selbst. Wer den Extreme Fit als semi-permanente Speichererweiterung nutzen möchte, sollte ihn vor jedem Transport sicherheitshalber abziehen – auch wenn die Versuchung groß ist, ihn einfach stecken zu lassen.
Leistung im Testlabor: Lesewerte solide, Schreibtempo ernüchternd
SanDisk verspricht für den Extreme Fit Lesegeschwindigkeiten von bis zu 400 MByte/s. Im Testlabor erreicht der Flashspeicher im ATTO-Benchmark einen maximalen Lesewert von 379 MByte/s. Dies allerdings schon bei Dateigrößen von zwei Mbyte, was für das tägliche Arbeiten mit Fotos zum Beispiel ideal ist. Im AS-SSD-Benchmark liegt die sequenzielle Lesegeschwindigkeit bei 363 MByte/s. Damit verfehlt der Extreme Fit die Herstellerangabe um lediglich fünf bis neun Prozent – eine Abweichung, die im Rahmen des Üblichen liegt und die wir als unkritisch einstufen. Man kann sagen: SanDisk hat bei der Lesegeschwindigkeit nicht übertrieben, nur großzügig aufgerundet.
Auffällig ist hingegen, was der Hersteller auf seiner Produktseite nicht erwähnt: die Schreibgeschwindigkeit. Im Test erreicht der Extreme Fit maximal 148 MByte/s im ATTO-Benchmark und 146 MByte/s sequenziell im AS-SSD-Test. Das entspricht weniger als 40 Prozent der Lesegeschwindigkeit – ein erhebliches Ungleichgewicht, das sich beim Kopieren sehr großer Datenmengen (Videos, ISO-Files) auf den Stick bemerkbar macht. Dass SanDisk die Schreibwerte auf der Produktseite verschweigt, dürfte kein Zufall sein.
Die Zugriffszeiten fallen mit 0,32 Millisekunden beim Lesen erwartungsgemäß niedrig aus – hier profitiert der Stick von seinem Flash-Speicher. Die Schreibzugriffszeit liegt mit 1,85 Millisekunden allerdings spürbar höher. Die Wärmeentwicklung gibt dagegen keinen Anlass zur Beanstandung: Die Temperatur steigt unter Last von 32 auf lediglich 36 Grad Celsius. Ein Anstieg von gerade einmal vier Grad ist im Alltag weder spürbar noch kritisch für die Lebensdauer des Speichers
Im direkten Vergleich: USB-Stick gegen mobile SSD
Zum Leistungsvergleich haben wir die SanDisk Creator Phone SSD herangezogen, die vom selben Hersteller stammt, ebenfalls ein TByte Kapazität bietet und gleichfalls über die USB-3.2-Gen-2-Schnittstelle angebunden wird – allerdings als externe SSD mit USB-Kabel in einem deutlich größeren Gehäuse. Die Ergebnisse fallen eindeutig aus: Die Creator Phone SSD liest sequenziell mit 918 MByte/s gut zweieinhalb Mal so schnell wie der Extreme Fit und schreibt mit 602 MByte/s sogar mehr als viermal so schnell.
Auch bei den durchschnittlichen Zugriffszeiten liegt die mobile SSD mit 0,28 Millisekunden gegenüber 1,09 Millisekunden beim Stick klar vorne. Besonders bemerkenswert: Die Creator Phone SSD kostete zum Testzeitpunkt mit rund 110 Euro im Handel erheblich weniger als der Extreme Fit mit seinen 150 Euro.
Kaufentscheidung: Mini-Speicher oder bessere Leistung?
Wer die Leistungsdaten des Extreme Fit in einen größeren Kontext einordnen möchte, dem helfen folgende Vergleichswerte: Eine mobile Festplatte mit USB-3.0-Anschluss erreicht typischerweise Lesegeschwindigkeiten von rund 100 bis 130 MByte/s – der Extreme Fit ist hier mit seinen 363 MByte/s also knapp dreimal so schnell.
Eine mobile SSD am USB-3.2-Gen-2-Anschluss kommt hingegen auf Lesegeschwindigkeiten von etwa 900 bis 1.000 MByte/s und übertrifft den Stick damit ebenfalls um rund den Faktor drei. Beim Schreiben relativiert sich der Vorsprung gegenüber der mechanischen Festplatte allerdings erheblich: Mit 146 MByte/s liegt der Extreme Fit nur knapp oberhalb des Niveaus einer mobilen HDD.
Der Stick positioniert sich leistungstechnisch also zwischen mobiler Festplatte und mobiler SSD – bei einem Preis, der indes eher in Richtung der deutlich schnelleren SSDs tendiert. Wer primär Wert auf hohe Transferleistung legt und bereit ist, ein Kabel sowie ein größeres Gehäuse in Kauf zu nehmen, ist mit einer mobilen SSD in nahezu jeder Hinsicht besser bedient.
Fazit: Winzling mit großer Speicherkapazität, aber spürbarem Leistungskompromiss
Der SanDisk Extreme Fit Speicher ist ein beeindruckendes Stück Miniaturisierung: Ein Terabyte Speicherkapazität in einem Gehäuse, das kaum über den USB-C-Anschluss hinausragt – das nötigt Respekt ab. Die Lesegeschwindigkeit bewegt sich mit 363 bis 379 MByte/s nah an der Herstellerangabe und reicht für das zügige Abrufen von Daten vollkommen aus. Die Verarbeitung ist solide, die Wärmeentwicklung unkritisch, und die fünfjährige Garantie zeugt vom Vertrauen des Herstellers in sein Produkt.
Dem gegenüber stehen jedoch die magere Schreibgeschwindigkeit von lediglich 146 MByte/s und ein Straßenpreis von rund 150 Euro, der angesichts der gebotenen Leistung etwas schmerzt. Wer regelmäßig große Datenmengen auf den Stick schreiben möchte, wird mit dem Extreme Fit nicht glücklich. Der direkte Vergleich mit der hauseigenen Creator Phone SSD macht die Schwäche besonders deutlich: Man erhält einen Speicher mit der knapp dreifachen Lese- und mehr als vierfachen Schreibleistung – allerdings in einem größeren Formfaktor und mit Kabel.
Unsere Empfehlung lautet: Wer einen ultrakompakten Speicher mit hoher Kapazität sucht, der primär zum Lesen von Daten dient – etwa als Medien- oder Backup-Bibliothek, die man gelegentlich aktualisiert –, findet im Extreme Fit eine sinnvolle Lösung, deren Formfaktor in dieser Kapazitätsklasse seinesgleichen sucht. Wer hingegen maximale Transferleistung für sein Geld erwartet oder häufig große Dateien schreibt, greift besser zu einer mobilen SSD.
SanDisk Extreme Fit
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Modell | SanDisk Extreme Fit (SDCZ530-1T00-G46) |
| Kapazität (Herstellerangabe) | 1.000 GByte |
| Kapazität (nutzbar laut Datenträgerverwaltung) | ca. 921 GByte |
| Schnittstelle | USB C |
| USB Standard | USB 3.2 Gen 2 |
| Maximale Datenrate (theoretisch) | 10 Gbit/s |
| Max. Lesegeschwindigkeit (Hersteller) | bis zu 400 MByte/s |
| Gehäusebauform | Ultra kompakter USB Stick |
| Abwärtskompatibilität | Ja, zu älteren USB Standards |
| Software | Optionale Sicherheitssoftware per Download |
| Garantie | 5 Jahre |
| Preis (ca. zum Testzeitpunkt) | 150 Euro |
| Preis pro GByte (ca.) | 0,16 Euro |