Navimow H2 im Test: Die neue Mähroboter-Mittelklasse überzeugt
2026 wird ein starkes Jahr für Mähroboter. Neben den Einsteigern der i-Serie modernisiert Segway auch seine H-Serie für mittlere Rasenflächen. Wir haben den H215 ein paar Runden drehen lassen und sind überzeugt: Das Teil wird ein Hit.
Der Markt für autonome Mähroboter hat in den letzten Jahren eine rasante Entwicklung erlebt. Segway war von Anfang an dabei und gehört hier zu den wichtigsten Anbietern. Seit der Einführung der Navimow H-Serie im Jahr 2021 wurde das Portfolio nach unten (mit der i-Serie 2024) und nach oben (mit ...
Der Markt für autonome Mähroboter hat in den letzten Jahren eine rasante Entwicklung erlebt. Segway war von Anfang an dabei und gehört hier zu den wichtigsten Anbietern. Seit der Einführung der Navimow H-Serie im Jahr 2021 wurde das Portfolio nach unten (mit der i-Serie 2024) und nach oben (mit der X-Serie 2025, zum Test des Navimow X3) ausgebaut. 2026 erlebt nun endlich auch die 2021 eingeführte H-Serie ein großes Facelift: Die Modelle der H2-Serie starten bei 1600 Euro. Hier der Überblick:
- Navimow H206 für bis zu 600 m2 und für 1599 Euro
- Navimow H210 für bis zu 1.000 m2 und für 1799 Euro
- Navimow H215 für bis zu 1.500 m2 und für 2099 Euro
- Navimow H230 für bis zu 3.000 m2 und für 2499 Euro
Wir haben den H210 getestet.
Unverwechselbar Navimow
Der H2 ist drei Zentimeter breiter als der Vorgänger und gleichzeitig etwa 2 Zentimeter kürzer, die Größenverhältnisse ändern sich also kaum. Dafür aber das Gewicht. Der H210 wiegt 15,65 KG und damit mehr als 1 KG weniger als die Vorgänger H800 und H1500. Das ist sehr gut, denn je leichter der Roboter, desto schonender fährt er über den Rasen, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, festzufahren.
Optisch hat sich dagegen nicht viel getan, die neuen Navimows behalten ihre charakteristische Optik mit dem massiven Bügel hinten, der auch als Tragegriff fungiert, einem kleinen Turm, der Motor und Mähwerk beherbergt und vielen kleinen Akzentuierungen in einem auffälligen Signalorange, die das Gerät unverwechselbar machen. Das Gehäuse ist nach IP66 zertifiziert, also wetterfest und mit einem Rasenschlauch abspritzbar.
Einrichtung und Fahrverhalten
Die Einrichtung ist schnell erledigt, da die schlichte Docking Station nur über ein Kabel (5 Meter) angeschlossen werden muss, ein GPS-Mast ist nicht nötig. Der Navimow nutzt zwar GPS, wird dabei aber von 4G oder WiFi unterstützt, was einen zweiten GPS-Bezugspunkt überflüssig macht. 4G ist beim H2 serienmäßig dabei. Das erste Jahr ist kostenfrei, danach werden moderate 30 Euro pro Jahr fällig. Der Mobilfunkstandard ist für den Betrieb nicht zwingend erforderlich - einzig der Diebstahlschutz mit Echtzeitortung funktioniert ohne 4G logischerweise nicht.
Beim Aufstellen ist man flexibel, die Station kann auch neben der Rasenfläche positioniert werden.
Um eine Karte zu erstellen, hat man die Wahl zwischen dem manuellen Abfahren der Grenze oder der automatischen Kartierung out of the Box. Wir entscheiden uns natürlich für Letzteres und sind überrascht: Obwohl viel herbstliches Laub den Rasen teilweise verdeckt hat, hat der H210 die Rasenfläche mit einer relativ hohen Genauigkeit erkannt. Dabei bewegt sich der Roboter mit normaler Geschwindigkeit über den Rasen, der Geräuschpegel, auch beim Mähvorgang (60 dB), ist ebenfalls unauffällig und für die Größenklasse normal. Der Mähteller ist seitlich versetzt, sodass nur ein Rand von 5 Zentimeter an der Kante bleibt. Für einen Mähroboter ist das nicht viel.
Dieser Roboter fährt schlau
Das Fahrverhalten haben wir als sehr intelligent erlebt. In unserem verwinkelten Garten kam es nicht zu ausweglosen Situationen, in denen der Roboter sich festgefahren hat. Wenn man ihm beim Fahren zuschaut, versteht man auch warum: Wenn es in eine Richtung nicht weitergeht, werden mehrere Lösungswege, mehrere Fahrtrichtungen ausprobiert, um herauszukommen. Die Maschine probiert nicht stur eine Richtung, sondern tastet vor und zurück und registriert schnell, wie sie sich befreien kann. Für eine noch schonendere Fahrweise, empfehlen wir, die Antischlupfregelung zu aktivieren, die in der App (unter "erweiterte Funktionen) per default unverständlicherweise deaktiviert ist.
Kartenmanagement per Drag & Drop
Die Ungenauigkeiten beziehungsweise Präzisierungen einer automatisch erstellten Karte lassen sich entweder beseitigen, indem man den betreffenden Grenzabschnitt manuell abfährt, oder einfach per Drag & Drop auf der Karte in der App. Letzteres ist neu und überzeugt mit einer spielerischen Leichtigkeit: Man markiert die Endpunkte des Streckenabschnitts und verschiebt dann das Segment einfach mit dem Finger.
Präzise Navigation und Hindernisvermeidung durch Kombination mehrerer Technologien
Für die in unserem Test sehr präzise und zuverlässige Navigation kombiniert Segway drei Navigationstechnologien: internetgestütztes RTK (NRTK, per WiFi oder 4G), LiDAR und Kamera. Der Hersteller nennt seine Technologie EFLS (Exact Fusion Locating System), und entwickelt sie bereits seit Jahren, wobei unterschiedliche Ortungstechnologien kombiniert wurden - LiDAR ist mit dieser Generation neu dazu gekommen.
Der H210 nutzt das LiDAR auch, um Tiere zu erkennen, der Roboter wird dann schon frühzeitig langsamer und kommt in einem Abstand von 1 Meter zum Stehen. In unserem Test wurden kleine Gartengeräte und eine Igelatrappe zuverlässig erkannt und umfahren.
Steuerung per App oder am Mähroboter
Neu und eine Verbesserung gegenüber dem H1 ist das farbige LCD, das den aktuellen Status anzeigt und auch die komplette Steuerung des Roboters mittels vier Tasten erlaubt. Das Navigieren durch die Menüs auf dem kleinen Bildschirm ist aber etwas fummelig, viel einfacher klappt es über die App, der man die jahrelange Erfahrung von Segway ansieht. Es gibt kaum etwas, was man nicht anpassen kann. Sehr gelungen ist die neue reale Kartenansicht, die mit Hilfe der Kamera einen fotorealistischen Untergrund erstellt.
Der einzige Kritikpunkt, den wir haben, betrifft das Thema Video. Während man bei anderen asiatischen Herstellern wie Anker oder Mammotion Zugriff auf die Kameraansicht des Roboters hat, gibt es bei Segway keinerlei Videooptionen.
Auf Nachfrage erklärte der Hersteller folgendes:
"Die Technologie für Zusatzfunktionen wie das Live-Videostreaming der Kamera des Mähers steht bereits zur Verfügung, Datenschutz und Sicherheit haben jedoch höchste Priorität. Neue Funktionen werden erst implementiert, wenn hundertprozentige Sicherheit für alle Nutzer gewährleistet werden kann."
Man kann also davon auszugehen, dass Segway das Videostreaming problemlos umsetzen könnte, hier aber aufgrund von Datenschutzbedenken zurückhaltend agiert.
Schnelles Laden, normale Laufzeit
Die Akkukapazität reicht von 5,1 Ah beim kleinsten Modell H206 bis zu 10 Ah beim H230. Unser Model H210 hat wie der H206 einen 5,1 Ah starken Akku. Die Aufladezeit beträgt nur 70 Minuten, was für einen Mähroboter sehr schnell ist. Danach fährt der H210 für etwa anderthalb Stunden über den Rasen was abhängig vom Gelände für mehrere hundert Quadratmeter reicht. Segway gibt die am Tag bewältigbare Fläche mit 2.800 Quadratmetern an, ausgelegt ist der H210 für bis zu 1.000 Quadratmeter große Rasenflächen.
Fazit: Alles richtig gemacht
Im noch jungen Markt für autonome Mähroboter ohne Begrenzungskabel ist Segway ein alter Hase. Wer ein H2-Modell kauft, profitiert von diesem langjährigen Erfahrungsschatz. Der von uns getestete H210 ist technisch top und fährt schnell, präzise und relativ leise über den Rasen. Über die App kann man praktisch alles einstellen, was bei einem Mähroboter möglich ist. Besonders gut gefallen hat uns die fotorealistische Karte, die der Navimow vom Grundstück erstellt. Zu kritisieren gibt es hier nicht viel, einzig einen Videomanager haben wir vermisst.