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Smartphone im Auto Smartphone-App "Aha Radio" im Test

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Aha Radio
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Wie kommen Webradio und Internet ins Auto? Immer öfter mit der Smartphone-App „Aha Radio“. Wir haben uns die kostenlose App für iPhone und Android genauer angesehen.

Hand aufs Herz: Lesen Sie beim Autofahren ab und zu Facebook-Nachrichten auf Ihrem Smartphone? Oder surfen Sie gar im Internet? Wenn ja, dann tun Sie das hoffentlich nur, wenn das Smartphone in einer geeigneten Halterung steckt – nur so ist der Gebrauch des Handys unbedenklich, zumindest im Sinne der Straßenverkehrsordnung.

Sicher ist das Ganze damit aber noch lange nicht: Weder hat das Smartphone eine auf das Autofahren abgestimmte Bedienoberfläche, noch ist das Gerät wirklich optimal im Cockpit platziert.

Kein Wunder, dass die Autohersteller seit Langem versuchen, Dienste aus dem Internet maßgeschneidert in ihre Fahrzeuge zu bekommen – als Nebeneffekt hoffen sie damit auch darauf, die alles andere als PS-verrückte Jugend von heute wieder mehr für ein eigenes Auto zu begeistern.

Smartphone im Cockpit

Doch hier gehen die Wege auseinander: Während die meisten Hersteller ihre Infotainmentsysteme zu Computersystemen aufrüsten und die Intelligenz damit direkt an Bord haben, setzen andere auf die Integration des Smartphones ins Cockpit.

"Aha Radio" liest auch die aktuellen Wetternachrichten vor und gibt einen Ausblick auf die kommenden Tage. ©

Nach dem Motto: Der Kunde hat mit seinem Phone ja schon alles dabei – machen wir es ihm zugänglich. Letztere tun sich allerdings schwer, mit dem Tempo der Smartphone-Welt mitzuhalten: Der designierte Standard für die Fahrzeugintegration ins Auto namens Mirrorlink tut sich auch anderthalb Jahre nach dem Start sehr schwer, sowohl in der Nachrüstung als auch in der Erstausstattung. Hinzu kommen Bedienmängel, lange Entwicklungszeiten – und nur wenige Geräte werden unterstützt.

Marktübersicht: Autoradios mit Mirrorlink-Anbindung

Aha-Radio: Mehr als eine Webradio-App

Es gibt jedoch eine weitere Option – sie heißt „Aha Radio“. Das Unternehmen mit der gleichnamigen Smartphone-App wurde 2008 als Start-up in Palo Alto im Silicon Valley gegründet. Eine inspirierende Umgebung, sitzen doch Firmen wie HP, Mercedes-Benz oder SAP in unmittelbarer Nähe.

Ziel des Projekts war es von Anfang an, Smartphone-Inhalte im Auto zugänglich zu machen. Und schon nach zwei Jahren wurde das Unternehmen vom Automobilzulieferer Harman übernommen – und die App konsequent weiterentwickelt.

Restaurants und Tankstellen in der Gegend findet Aha ebenfalls – dazu sucht die App in der Datenbank von Yelp und Tripadvisor.
Restaurants und Tankstellen in der Gegend findet Aha ebenfalls – dazu sucht die App in der Datenbank von Yelp und Tripadvisor. ©

Man könnte „Aha Radio“ zunächst einmal einfach für eine weitere Webradio-App halten. Doch es steckt einiges mehr dahinter, und mit „Radio“ ist im Englischen auch ganz allgemein „Funk“ oder „Sender“ gemeint.

Man könnte die App daher auch treffender als „Funkempfänger mit Aha-Effekt“ bezeichnen, denn „Aha Radio“ beschränkt sich keineswegs auf die Wiedergabe von Webradio oder Podcasts, sondern nimmt auch Soziale Medien in den Senderkatalog auf.

Wer also seinen Facebook- oder Twitter-Account in der App einrichtet, kann sich seine aktuellen Posts von einer Computerstimme vorlesen lassen. Auch sucht die App nach Restaurants, Hotels und dem Wetter in der Umgebung und trägt die Ergebnisse sogleich vor. Selbst Hörbücher finden sich im Katalog.

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Die Oberfläche orientiert sich dabei an der gewohnten Cover-Flow-Darstellung, in der man zwischen allen Quellen bequem und großformatig durch horizontales Wischen wechseln kann.

Beim Autofahren ist das ideal: Zum Hören muss man den Blick nicht von der Straße nehmen, und das Einstellen des jeweiligen Senders gelingt bei entsprechender Integration ebenso leicht wie der Wechsel einer Radiofrequenz. Sich morgens auf dem Weg zur Arbeit schnell die aktuellen Tweets vorlesen zu lassen – Twitter-Junkies dürften sich daran schnell gewöhnen.

Kostenlos und spannend

Mit der Übernahme durch Harman ist die Integration ins Auto einen großen Schritt vorangekommen: In den USA können bereits Acura-, Subaru- und Honda-Fahrer „Aha Radio“ über ihre Infotainmentsysteme nutzen, in Deutschland ist Porsche als erster Hersteller mit von der Partie. Auch die Nachrüster Kenwood und Pioneer haben Aha-kompatible Radios im Programm.

Das Herzstück der App ist die Webradio- und Podcast-Datenbank mit über 30 000 Sendern. Leider ist die Auswahl äußerst US-lastig.
Das Herzstück der App ist die Webradio- und Podcast-Datenbank mit über 30 000 Sendern. Leider ist die Auswahl äußerst US-lastig. ©

Es ist eine Win-Win-Situation: Die Hersteller können sich auf eine klar definierte Schnittstelle konzentrieren und dem Nutzer so mit wenig Aufwand die Dienste zur Verfügung stellen. Der Nutzer wiederum freut sich über den günstigen Preis und darüber, dass er sein Smartphone über das Radio fernsteuern kann.

Perfekt ist das System jedoch noch nicht: So ist „Aha Radio“ merklich US-zentriert, nur wenige deutsche Sender finden sich im angeblich 30 000 Stationen umfassenden Katalog, der zudem Webradio und Podcasts durcheinanderwürfelt und reichlich unübersichtlich ist.

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Auch fehlt eine Funktion, mit der man sich E-Mails oder gar Webseiten – vielleicht auch RSS-Feeds – vorlesen lassen kann. Und zu guter Letzt ist auch die deutsche Sprachsynthese noch stark verbesserungswürdig.

Gut klappt hingegen die Umkreissuche. „Aha Radio“ ist insgesamt interessant, kostenlos und funktioniert noch dazu auch außerhalb des Fahrzeugs – das Ausprobieren lohnt sich.

Hier läuft Aha Radio perfekt

In Deutschland gibt es von Kenwood, Pioneer und Porsche Infotainmentsysteme mit Aha-Anschluss.

Porsche

Okay, nur wegen „Aha Radio“ ist die Anschaffung eines Porsche doch etwas übertrieben – aber die Integration in das PCM-System des schwäbischen Sportwagenherstellers ist absolut gelungen. Android-Smartphones können drahtlos via Bluetooth mit dem Auto kommunizieren, das iPhone will an die Leine genommen werden. Die Benutzeroberfläche ist komplett integriert – wie normales Radio.

Porsche
Porsche ©

Pioneer

Nachrüster vor: Von Pioneer gibt es zahlreiche Navigationssysteme mit einer Schnittstelle für „Aha Radio“. Es sind dies die Modelle Pioneer AVIC-F40BT, AVIC-F940BT und AVIC-F9310BT zu Preisen zwischen 600 und 1000 Euro. Android-Smartphones und das iPhone bekommen hierbei einen eigene Button in der Menüleiste, von wo aus der Fahrer direkt auf die Internet-Inhalte zugreifen kann.

Pioneer
Pioneer ©

Kenwood

Auch Kenwood setzt auf „Aha Radio“ – das abgebildete Flaggschiff DNX9210BT für 1500 Euro trägt das Icon zum Zugriff auf die Webinhalte ganz groß in der ersten Reihe spazieren. Aber es geht auch günstiger: Das Doppel-DIN-Autoradio Kenwood DPX405BT bietet schon für 179 Euro den Zugriff auf die Aha-App; mangels Touchscreen wird die App hier über Hardware-Tasten gesteuert.

Kenwood
Kenwood ©
 
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