Testbericht

Audio Research CD-5

Der Audio Research CD-5 spielt CDs und nichts als CDs, diese aber ganz besonders gut und mit der unverkennbar kräftigen, großvolumigen Klang-Signatur, die Fans der amerikanischen Firma erwarten.

  1. Audio Research CD-5
  2. Datenblatt
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© Archiv

Für ganz Unersättliche gibt es noch einen großen Bruder, den CD-7, mit Röhren-Ausgangsstufe. Ansonsten aber findet alles, was Audio Research über Digital-Wiedergabe weiß, im CD-5 seine 110-prozentige Umsetzung. Dass er seinem Vorgänger CD-3 zum Verwechseln ähnlich sieht, ist durchaus erwünscht. So kann man seinen alten Dreier nach Minnesota schicken, von wo er kurz darauf zum Fünfer gereift zurückkehrt. Das ist wirtschaftlich zwar grenzwertig, weil innerlich doch sehr viel getauscht werden muss. Aber wahrscheinlich würde das Upgrade sogar geordert, wenn es so teuer wäre wie ein Neugerät. Es geht hier ausnahmsweise nicht ums Sparen, sondern um eine selten gewordene Bindung zwischen Musikfans, ihrem geliebten Hörwerkzeug und dessen Hersteller - der sich traditionell auch um uralte Geräte aufopferungsvoll kümmert.

Bedeutet "Zugriff" beim Linn eher die Auswahl der gewünschten Musik aus der Server-Bibliothek, steht das Wort beim Audio Research CD-5 noch eher für Handfestes: Klappe auf, CD rein, Magnetpuck drauf, Klappe zu. Manueller geht's kaum. Massiver auch nicht. Das Philips-Laufwerk steht auf einem Aluminium-Träger von der Stärke einer Eisenbahnschiene, der seinerseits auf einer dicken Sockelplatte ruht. Hinter dem Laufwerk stehen in der linken Gehäusehälfte noch zwei Trafos - AR bevorzugt hier klassische, Quaderförmig aufgebaute Umspanner -, daneben ein ganzer Wald von Sieb-Elkos und Spannungsreglern.

Die Audioplatine, die die rechte Gehäusehälfte einnimmt, darf sich angesichts solcher Alimentierung fühlen wie im elektrischen Schlaraffenland. Haupt-Stromverbraucher sind hier je Kanal 18 Einzeltransistoren für die durchgehend symmetrischen Strom-Spannungswandler- und Ausgangsstufen. Ihre analogen Ursprungssignale beziehen sie aus den positiven und negativen Stromausgängen eines Burr-Brown PCM-1792 - ein teurer, messtechnisch wie klanglich bestens beleumundeter D/A-Wandler.

Die ganze Wandler- und Ausgangsstufensektion des CD-5 erinnert stark an die des D/A-Wandlers DAC-7, den AUDIO in Heft 11/08 testete. Auch klanglich gab es Parallelen. Wenn es eine Eigenschaft beider AR-Geräte gibt, die vor allen anderen in Erinnerung bleibt, dann ist es ihre enorme Dynamik und die verblüffende Mühelosigkeit, mit der sie diese Dynamik aufbauen.

Wenn etwa Sängerin Sabina Sciubba und der Pianist Chris Anderson sich x-mal gehörte Jazz-Standards wie "Lazy Afternoon" vornahmen ("You Don't Know What Love Is", Naim CD 030), wirkte Andersons Pianospiel spannender, raumfüllender, intensiver als selbst über den Accuphase DP-500 (5/07, 125 Punkte). Das gleiche galt in gesteigertem Maß für David Williams' wunderbar schwungvoll gezupften Kontrabass: Die Saiten schwangen via CD-5 lebhafter, der hölzerne Korpus gewann Volumen, die Musiker hatten eine größere, vor allem breitere Bühne, und Sciubbas Stimme noch mehr körperhaft-sinnliche Präsenz.

Wie sein Wandler-Bruder klingt der CD-5 deutlich klarer und kraftvoller über seine symmetrischen Ausgänge und liefert an beiden Ausgängen relativ hohe Ausgangsspannungen (siehe rechts). Doch selbst bei fairem Pegelausgleich am Anfang eines Stücks schien der AR Konkurrenten wie dem Accuphase im weiteren Verlauf davonzuziehen. Ohne wirklich messbar lauter zu sein, schien er auf den Größenmaßstab der Musik wie ein Zoomobjektiv zu wirken.

Dass der Audio Research mit seinem völlig ungekünstelten, wuchtig präsenten Klang nicht gleich zu 130 Punkten emporschoss, lag einzig und allein an seinem minimal abgedunkelten Hochtonbereich. Hier brachte der Accuphase DP-500 noch ein Quentchen mehr Auflösung, die den Aufnahmeraum noch glaubwürdiger abzirkeln half und Stimmen noch natürlicher klingen ließ.

Audio Research CD-5

HerstellerAudio Research
Preis6000.00 €
Wertung125.0 Punkte
Testverfahren1.0

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