Testbericht

Blue-ray-Player Pioneer BDP 320

Pioneers Ingenieure zeigen auch im Einsteigerplayer BDP 320 (400 Euro), wie sich die perfekte Balance aus Ruhe, Schärfe und korrektem Zeitverhalten zu einem plastischen Bild zusammenfügt.

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Blue-ray-Player Pioneer BDP 320

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Blue-ray-Player Pioneer BDP 320

Für ihre Preisklasse wirken alle Kandidaten ganz ordentlich. Pioneer verzichtet auf Experimente und bietet das bewährte, dezente Design mit zwei silbern glänzenden Tasten für Power und Play, die sich jedoch, so hübsch sie aussehen, nach schnödem Kunststoff anfühlen.

An Medienvielfalt vertragen alle Player die üblichen Kaufmedien und die gängigsten selbst hergestellten Dateien von JPEG-Fotos bis zu komprimierter Musik im MP3- und WMA-Format. Das darf man ihnen gerne von selbstgebrannter DVD oder CD anliefern oder in einem externen Speichermedium.

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Die Rückseite wirkt aufgeräumt. Der unhandlich hinten platzierte USB-Anschluss stört zwar den eleganten Look nicht, dient aber als BD-Live-Speicher.

In dieser Disziplin drängelte sich der Newcomer JVC mit herausragender Navigationsgeschwindigkeit vor. Die Qualität der Fotos in High-Definition-Qualität sah auf der Leinwand des Hörraums stets gut aus, wobei der Scaler des Pioneer am schärfsten abzubilden schien und sich der Sherwood bei einigen Motiven leicht, aber merklich im Seitenverhältnis verrechnete.

Was jeder der Kandidaten problemlos beherrschte, war die Anbindung an das Netzwerk, das sich quasi selbsttätig konfigurierte, und jeder Player konnte per integriertem Netzwerktest auch gleich vermelden, dass alles geklappt hat. Das ist erfreulich. Lästig, aber leider notwendig sind die Updates der Firmware, meldete doch beispielsweise der Pioneer sogleich, dass er frische Ware auf dem Server gefunden habe. Das Update via Netzwerk bewerkstelligte er nach einem Tastendruck auf "OK" ganz alleine. Ein Netzwerkanschluss sollte heutzutage immer bei der HiFi- und Heimkino-Anlage ankommen - man braucht ihn immer öfter, auch für Internet-Radio, und neueste Fernseher zeigen sogar den aktuellen Wetterbericht aus dem Netz gefischt an.

Nach der Inbetriebnahme müssen die Tester vor der Hörvergleichs-Kür erst einmal durch den Funktionstest-Parcours. Nachdem ja die meisten dieser Player einen DVD-Spieler in der Anlage ablösen sollen, müssen sie auch mit den Standard-Definition-Scheiben gut umgehen können. Das fordert vor allem die Videosignalverarbeitung, deren Hauptaufgabe im Umrechnen in Vollbilder (De-Interlacing) und der Vermehrung der Pixel (Skalierung) besteht. Nachdem hier früher Blu-ray-Player allenfalls Mittelmäßiges auf die Leinwand bemühten, stimmen die Ergebnisse aktueller Player positiv, und da machen die vier Testkandidaten allesamt keine Ausnahme. Pioneer wertet das Progressive-Statusbit aus und braucht daher nach dem passenden Modus in der Regel gar nicht erst zu fahnden, zeigt er doch gleich das stabilste Bild. Skalieren können alle vier Probanden recht ordentlich, nirgendwo geht Schärfe objektiv verloren, doch erst mit komplexem, laufendem Film lässt sich erkennen, wie gut oder schlecht, sprich wie plastisch ein Bild erscheint.

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Pioneers BDP 320 fügt sich in das bekannte Familiengesicht der Japaner harmonisch ein; mit den beiden silbernen Tasten wirkt er sogar recht elegant.

Selbst bei unskaliertem HD-Bild von Blu-ray auf einem Full-HD-Beamer wie dem Panasonic PT AE 1000 im stereoplay-Hörraum zeigen die Player unterschiedliche Charaktere, finden doch bereits im Decoder zahlreiche Verarbeitungs- und Filterstufen statt.

Pioneers Ingenieure, die bei den bisherigen, teureren Playern bewiesen, dass sie ihr Handwerk mit Feingefühl verstehen, zeigen auch im Einsteigerplayer, wie sich die perfekte Balance aus Ruhe, Schärfe und korrektem Zeitverhalten zu einem plastischen Bild zusammenfügt, ohne dabei ganz das Niveau des BDP LX 08 zu erreichen. JVC sortiert sich zwischen dem etwas stumpfen, aber ruhigen Sony- und dem plastischen Pioneer-Bild ein.

Der Hörtest gestaltet sich mit Blu-ray-Playern immer etwas aufwendiger als bei anderen Quellengattungen, gilt es doch für die Tester alle gängigen Trägermedien und Decodervarianten zu prüfen und daraus ein Gesamtbild zu ermitteln. Dabei zeigt sich interessanter Weise, dass sich die Klangcharaktere der Player von einem zum anderen Tonverfahren und in der Regel sogar vom Digital- auf den Analogausgang übertragen lassen. Swingt ein Player schön mit PCM von CD, dann klingt er charakterlich ähnlich, spielt man Dolby Digital von DVD oder DTS HD Master Audio von Blu-ray-Disc ab.

Die geringsten Unterschiede zwischen verschiedenen Playern ergeben sich bei Bitstrom-Weitergabe an den Verstärker, der sich dann um alles kümmert. Die größten Klangunterschiede stellen sich zwischen den Playern per Analogausgabe ein. Von den Testgeräten liefert nur der Sherwood analoge Mehrkanal-Signale, also ergab sich bei den Stereo-Cinchanschlüssen das spannendste Rennen.

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Praktisch: Das kompakte, aber auskunftsfreudige Infomenü nutzt Pioneer auch zur direkten Titel-, Ton-, Untertitel- und Wiederholmodus-Auswahl.

Sonys BDP S 360 klang via HDMI mit Dolby Digital von DVD und auch mit CD von der selben Big-Phat-Band-Aufnahme "Act Your Age" vergleichsweise fein, aber etwas fitzelig, swingte aber angenehm lässig. Analog zeichnete er die Instrumente etwas gröber, aber es swingte weiterhin prima. Ein ähnliches Verhältnis ergab sich beim Pioneer, dessen größere Brüder wie der hier als Referenz dienende BDP LX 08 bekannt für ihre Musikalität sind. Da hält der Einsteiger aber nicht mit, spielte erstaunlich ähnlich wie der Sony, mit engem Raum, etwas rau, aber es groovte schön, dass der Fuß automatisch mitwippte. Analog klingt er etwas schlanker als per HDMI, aber der Charakter bleibt ähnlich.

Es zeigte sich erneut, dass in dieser Preisklasse für audiophile analoge Ausgabe schlicht das Budget fehlt, wenngleich die Qualität dieser Klasse steigt. Per HDMI-Bitstromausgabe hängt die Audioqualität größtenteils vom angeschlossenen Verstärker ab, und die Unterschiede blieben gering, aber wahrnehmbar. Immer, wenn der eigene Taktgeber das klangliche Sagen hatte, verstärkten sich die Unterschiede zunehmend. Und wer alle Blu-ray-Features nutzen möchte, der muss nun einmal den Player alles decodieren lassen und dann fertige PCM-Signale per HDMI an den Verstärker weiterreichen. Die zunehmende Zahl an Verstärkern und Receivern mit HDMI-Eingängen könnte in absehbarer Zeit dazu führen, dass die analogen Ausgänge seitens der Hersteller nur noch als Behelf angesehen werden.

Pioneer BDP 320

HerstellerPioneer
Preis440.00 €
Wertung103.0 Punkte
Testverfahren1.0

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