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Batteriespeicher mit oder ohne Balkonkraftwerk

Hoymiles HiBattery 1920AC im Test: Flexibler Solarspeicher

Mit der „HiBattery 1920AC“ bietet Hoymiles eine vielseitig nutzbare Speicherbatterie an, die mit Wechselrichtern aus eigenem Hause, von fremden Herstellern oder auch solo ohne Photovoltaik genutzt werden kann. Hier unser Test.

Autor: Hannes Rügheimer • 11.2.2026 • ca. 5:50 Min

Online-Siegel
Sehr gut
HoymilesHiBattery 1920 AC
Batteriespeicher
Februar 2026 Zum Produkt
Hoymiles HiBattery 1920 AC im Test
Die Hoymiles HiBattery 1920AC lässt sich im Zusammenspiel mit beliebigen Wechselrichtern oder auch ganz ohne Photovoltaik und dafür mit dynamischen Stromtarifen nutzen.
© Hoymiles
Frag’ die KI

Der chinesische Hersteller Hoymiles ist erster Linie für Wechselrichter vom Balkonkraftwerk bis zur ausgewachsenen Dach-Solaranlage bekannt. Mit der „HiBattery 1920AC“ bietet das Unternehmen auch eine Speicherbatterie zur UVP von 569 Euro an.Anders als etwa die Lösungen von Ecoflow oder Indevo...

Pro

  • Flexible Nutzung, komfortable App
  • Überblick über die Einspeise- und Verbrauchssituation im gesamten Haushalt
  • Einfache, problemlose Inbetriebnahme
  • Sicherstellung der vorgeschriebenen 800-Watt-Einspeisegrenze
  • Praxisgerechte Peak-Entnahme bis zu 1200 Watt
  • Kompaktes Gehäuse, Tragegriffe, durchdachtes Design
  • Batterie-Heizung für Outdoor-Betrieb
  • Eigenverbrauchs-Optimierung oder Unterstützung bei der Nutzung dynamischer Stromtarife
  • Bereitstellung von Strom-Großhandelspreis ohne Abo
  • Recht günstig

Contra

  • Nur 2,4-GHz WLAN
  • WLAN-Anmeldung unkomfortabel

Fazit

Die HiBattery 1920AC von Hoymiles ist eine durchdachte und flexibel nutzbare Speicherbatterie. Prinzipiell arbeitet sie mit oder ohne PV-Eigenerzeugung und in letzterem Fall auch gleichermaßen mit Wechselrichtern von Hoymiles oder anderen Anbietern. Für einen Wechselrichter aus gleichem Hause spricht die dann noch weiter gehende und komfortablere Steuerung in der „S-Miles Home“-App. connect-CHECK!-Urteil: sehr gut

Der chinesische Hersteller Hoymiles ist erster Linie für Wechselrichter vom Balkonkraftwerk bis zur ausgewachsenen Dach-Solaranlage bekannt. Mit der „HiBattery 1920AC“ bietet das Unternehmen auch eine Speicherbatterie zur UVP von 569 Euro an.

Anders als etwa die Lösungen von Ecoflow oder Indevolt verfügt die HiBattery 1920 AC nicht über einen integrierten Wechselrichter. Sie lässt sich aber mit praktisch allen Wechselrichtern aus dem Hoymiles-Sortiment kombinieren – sinnvollerweise mit solchen, die eine Vernetzungs-Funktion bieten und via App angesprochen werden können.

Die Funktion einer Schaltzentrale übernimmt dann die „S-Miles Home“-App, die eine weiterentwickelte Version des „S-Miles Installer“ ist, der früher zur Steuerung und Verwaltung von Hoymiles-Wechselrichtern eingesetzt wurde.

Hoymiles HiBattery 1920AC im Test: Screenshots 1-3
(Links:) Das Smartphone findet die HiBattery 1920 AC per Bluetooth und meldet es dann im heimischen WLAN an. (Mitte:) Dabei muss die SSID aber unkomfortabel von Hand eingegeben werden. (Rechts:) Im Überblicksmodus werden Betriebsart, Status und die aktuellen Energieflüsse angezeigt.
© Hannes Rügheimer

Verschiedene Optionen zur Zusammenarbeit mit Wechselrichtern

Wie der Name bereits andeutet, bietet die HiBattery 1920AC eine Kapazität von 1,92 kWh. An Anschlüssen gibt es nur zwei: je eine Buchse „On-Grid“ (netzgebunden) und „Off-Grid“ (netzunabhängig). Soll der Speicher direkt an einen Wechselrichter angeschlossen werden, lässt sich dessen Ausgangs-Steckdose direkt an der Off-Grid-Buchse anschließen. Prinzipiell kann der Speicher aber auch räumlich entfernt stehen, der solar erzeugte Strom wird dann über das Hausstromnetz in ihn eingespeist.

Die Solarbank 2 Pro von Anker Solix integriert Mikro-Wechselrichter, vier PV MPPT-Module und einen 1,6.KWh-Akku in einem Gerät.Aktion Overlay

Nutzt man die Batterie ganz ohne PV-Anbindung (dazu später noch mehr), kann die Off-Grid-Buchse auch zur Speisung elektrischer Geräte dienen. Durch die Entkopplung kann die Speicherbatterie grundsätzlich auch mit Balkonkraftwerken beziehungsweise Wechselrichtern anderer Anbieter genutzt werden – die komfortable Anbindung beider Komponenten in der Hoymiles-App „S-Miles Home“ steht dann aber natürlich nicht zur Verfügung.

Hoymiles HiBattery 1920 AC im Test: Anschluss
Der Wechselrichter eines Balkonkraftwerks kann seinen Output direkt in die „Off-Grid“-Buchse einspeisen.
© Hoymiles

Wer Bedarf an höherer Speicherleistung hat, kann eine zweite HiBattery 1920 AC auf die erste stapeln und die Geräte in Reihe hintereinanderschalten. Zur mechanischen Befestigung dienen Halteklammern, die beide Module miteinander verbinden. Der elektrische Anschluss erfolgt, indem die On-Grid-Buchse der ersten Batterie mit der Off-Grid-Buchse der zweiten verbunden wird. Der zweite Akku wird dann wiederum über dessen On-Grid-Buchse am Hausstromnetz angeschlossen. Dank seitlich eingelassener Tragegriffe lässt sich die Batterie recht komfortabel tragen. Ein HiBattery-1920AC-Modul wiegt im Übrigen 24 Kilogramm. Mit 46 x 24 x 20 cm ist das Speichermodul zudem recht kompakt ausgelegt.

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Die Batterie ist für Outdoor-Betrieb gemäß IP66 konzipiert. In der Praxis sollte sie wie alle solche Systeme in einem wettergeschützten Bereich, etwa unter einem Vordach, im Geräteschuppen oder an ähnlichen Orten aufgestellt werden. Um den Akku auch bei sehr niedrigen Außentemperaturen funktionsfähig zu halten, besitzt das Gerät eine Batterieheizung, die sich in der App auf Wunsch aber auch abschalten lässt. Muss der Akku beheizt werden, verbraucht dies bis zu 150 Watt, die wahlweise über die Einspeisung vom Wechselrichter oder aus dem angeschlossenen Hausstromnetz bezogen werden können.

Am Gerät gibt es ein Touch-Display, das zum Einschalten und für Funktionen wie die Kopplung mit der App dient und überdies Statusinfos wie Ladestand, Betriebsart und die zu- und ablaufen Energieleistungen anzeigt. Ein LED-Streifen darüber visualisiert den Ladestand, kann aber auch dekorative Farbmuster darstellen.

Hoymiles HiBattery 1920 AC im Test: Display
Via Touch-Display lässt sich die HiBattery 1920 AC einschalten, außerdem kann man hier die Bluetooth-Kopplung aktivieren. Überdies zeigt das Gerät hier verschiedene Statusinfos an.
© Hoymiles

WLAN-Anmeldung mit kleiner Hürde

Um die „S-Miles Home“-App mit dem Speichersystem zu koppeln, sucht die App geeignete Geräte in der Umgebung des Smartphones via Bluetooth. Die Verbindung zum Heimnetz erfolgt im nächsten Schritt via WLAN. Wie bei solchen Lösungen üblich, werden nur Funknetze auf 2,4 GHz unterstützt. Etwas unschön gelöst ist jedoch die Eingabe der SSID, also des WLAN-Namens: Statt sie aus einer Liste verfügbarer Netze auszuwählen, muss der Name von Hand eingegeben werden.

Wer den WLAN-Namen nicht von anderer Quelle per Copy & Paste übernehmen kann, muss auch komplizierte Netz-Bezeichnungen von Hand eintippen. Das ist unkomfortabel und fehleranfällig. Ist die Prozedur aber – inklusive der Eingabe des zugehörigen Passworts – überstanden, klappt die WLAN-Anmeldung problemlos.

Die überarbeitete „S-Miles Home“-App gibt einen Überblick über das eigene Zuhause und die dort stattfindenden Energieflüsse: Wie viel Watt produziert aktuell das Balkonkraftwerk beziehungsweise die Solaranlage, wie viel davon wird von den elektrischen Verbrauchern im Haushalt direkt konsumiert, wie viel wandert in den Speicher – und welcher Anteil wird ggf. ins öffentliche Netz zurückgespeist.

Hoymiles HiBattery 1920 AC im Test: Kopplung
Werden zwei HiBattery 1920 AC kombiniert, verbindet man das zweite Gerät in Reihe hinter das erste.
© Hoymiles

Die Lade- und Entladeleistungen der HiBattery 1920AC orientieren sich an den Vorgaben für Balkonkraftwerke, wobei die Einspeisung auch mit bis zu 1000 Watt statt der für Balkonkraftwerke üblichen 800 Watt erfolgen kann. Energie abgeben kann die Batterie mit bis zu 800 Watt, wobei für bis zu 30 Sekunden ein Peak-Wert von 1200 Watt erlaubt ist, damit das System beispielsweise höhere Einschaltströme von Werkzeugen oder anderen Hausgeräten tolerieren kann. Übersteigt die abgerufene Leistung jedoch diesen Schwellenwert, schaltet das Gerät die Off-Grid-Steckdose ab. In der Praxis sollte man daher prüfen, ob angeschlossene elektrische Verbraucher mit dem unterstützten Maximalwert auskommen.

Wird ein Wechselrichter mit mehr als 800 Watt Ausgangsleistung angeschlossen, erkennt dies das System und speist 800 Watt ins Hausstromnetz ein, während die zusätzliche Leistung (bis zu 1000 Watt, was einer kombinierten Einspeiseleistung von 1800 Watt entspricht) zum direkten Aufladen des Akkus dient.

Hoymiles HiBattery 1920AC im Test: Screenshots 4-6
(Links:) Die Energieplanungsstrategie lässt sich abhängig davon einstellen, ob ein Smart Meter oder intelligente Steckdosen im Haushalt vorhanden sind. (Mitte:) Eine clevere Idee ist die Unterstützung der Verbrauchsabschätzung durch Vorgaben für die wichtigsten typischen Elektrogeräte. (Rechts:) Im Backup-Modus lässt sich das Aufladen der Batterie und somit Zwischenspeichern von Energie erzwingen
© Hannes Rügheimer

Optimierung für Eigenverbrauch oder dynamische Stromtarife

Grundsätzlich lässt sich das System in zwei verschiedenen Betriebsarten einsetzen. Im Modus Eigenverbrauch sorgt die Batterie dafür, dass der selbst erzeugte Solarstrom zwischengespeichert und dann zeitversetzt im eigenen Haushalt verbraucht wird. Dies lässt sich mit smarten Komponenten wie einem smarten Stromzähler im Elektro-Schaltschrank und Mess-Steckdosen kombinieren – für beides kooperiert Hoymiles mit dem in diesem Bereich sehr etablierten Hersteller Shelly. Wird ein Smart-Meter einbezogen, lädt sich die Batterie immer dann auf, wenn der Stromzähler einen lokalen Überschuss bei der Solareinspeisung meldet. Ist die Batterie voll beziehungsweise bis zum eingestellten Limit geladen, wird weiter eingespeiste Leistung direkt ins Hausnetz eingespeist.

Hoymiles HiBattery 1920AC im Test: Screenshots 7-9
(Links:) Grundsätzlich kann die Hoymiles HiBattery 1920 AC den Eigenverbrauch von PV-Anlagen optimieren oder im Time-of-Use-Modus programmierte Lade- und Entladezeiten berücksichtigen. (Mitte:) Im TOU-Modus analysiert auf Wunsch eine KI das typische Verbrauchs- und Einspeiseverhalten. (Rechts:) Dynamische Stromtarife bezieht das System vom Verband Europäischer Übertragungsnetzbetreiber ENTSO-E.
© Hannes Rügheimer

Im sogenannten TOU-Modus (Time-of-Use) lassen sich manuell Lade- und Entladezeiträume programmieren. Zusätzlich steht in dieser Betriebsart die Option zur Verfügung, die Steuerung am Preisverlauf dynamischer Stromtarife auszurichten. Dazu ruft die App die Strom-Großhandelspreise des Verbands Europäischer Übertragungsnetzbetreiber ENTSO-E (European Network of Transmission System Operators for Electricity) ab. Bei dieser Betriebsstrategie lädt sich der Speicher auf, wenn der Strompreis niedrig ist und speist die gespeicherte Energie ins Hausnetz ein, während der Strompreis hoch ist. Damit dieses Konzept aufgeht, sollte der Eigenverbrauch auch in teuren Phasen möglichst nicht über dem Einspeiselimit von 1000 Watt liegen.

In der zeitgesteuerten Betriebsart (TOU) bietet die Steuerung auch einen KI-Modus, der das Verbrauchsverhalten im Haushalt lernt und die Lade- und Entladephasen daran anpasst. Dies setzt allerdings ein Smart Meter voraus, damit die Steuerung die anfallenden Verbräuche auch über den Tagesverlauf erfassen und analysieren kann. Mit dynamischem Stromtarif und KI-Steuerung, für die der Anbieter übrigens kein Abo verlangt, lässt sich die HiBattery 1920AC auch ganz ohne Balkonkraftwerk einsetzen, um von variablen Strompreisen zu profitieren.

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Praxisgerechte Detaileinstellungen

Für die Eigenverbrauchs-Steuerung lassen sich Lade- und Entladeleistung gezielt in der App einstellen. Eine nette Idee ist, dass die App bei der Hochrechnung der zu erwartenden Leistung hilft, indem sie typische Verbrauchswerte für Beleuchtung, Router, Fernseher, Computer, Kühlschrank etc. vorgibt. Auf Wunsch lassen sich diese Vorgaben auch Punkt für Punkt durch selbst ermittelte oder aus den technischen Daten der beteiligten Geräte übernommene Wattzahlen ersetzen. Konzeptbedingt liegt die maximal unterstützte Last-Summe bei 800 Watt.

Hoymiles HiBattery 1920AC im Test: Screenshots 10-12
(Links:) Auf Wunsch lassen sich auch genaue Pläne für Lade- und Entlade-Zeiten programmieren. (Mitte:) Zur Akkuschonung kann man Grenzwerte für den Ladestand beim Entladen und beim Aufladen festlegen. (Rechts:) Wer die LED-Leiste nicht zur Anzeige des Akku-Ladestands nutzen will, kann sich auch per Licht-Show unterhalten lassen.
© Hannes Rügheimer

Eine weitere Besonderheit ist der sogenannte Backup-Modus. Er lädt den Speicher unabhängig von der Erzeugungsart (also egal ob selbst erzeugter Solarstrom oder vom Energielieferanten bezogener Netzstrom) bis zur eingestellten Ladegrenze auf, damit dieser später zur netzunabhängigen Versorgung genutzt werden kann. Dieser Modus übersteuert dann die sonst programmierten oder automatisch stattfindenden Lade- und Entladevorgänge.

Mit einem im Januar veröffentlichten Firmware-Update wurde auch ein Notstrom-Modus nachgeliefert. Wird er in der App aktiviert, schaltet das System bei Ausbleiben der Spannung am On-Grid-Anschluss auf Speisung des Off-Grid-Anschlusses aus dem Akku um. Diese Betriebsart schließt sich allerdings mit der gleichzeitigen Einspeisung aus einem Wechselrichter aus.

Wie fällt das Fazit aus?

Die HiBattery 1920AC von Hoymiles ist eine durchdachte und flexibel nutzbare Speicherbatterie. Prinzipiell arbeitet sie mit oder ohne PV-Eigenerzeugung und in letzterem Fall auch gleichermaßen mit Wechselrichtern von Hoymiles oder anderen Anbietern. Für einen Wechselrichter aus gleichem Hause spricht die dann noch weiter gehende und komfortablere Steuerung in der „S-Miles Home“-App.

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