Testbericht

T+A P 10

T+A, die umtriebige Firma aus dem Ostwestfälischen, gehört bar jeden Zweifels zum High-End-Lager.

  1. T+A P 10
  2. Datenblatt
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© Archiv

Die verstärkenden Stufen im P 10 sind allesamt als Differenz-Kaskodeverstärker ausgelegt. Diese aufwändige Bauweise will extreme Bandbreite im Verbund mit bester Linearität gewährleisten. Bestückt wurde das konsequent in Doppel-Mono errichtete Werk mit besonders klirrarmen Röhren des Typs 12AX7. Und weil Linearität und Qualität der verstärkenden Züge von Anbeginn an ganz oben im Pflichtenheft des P 10 rangierten, kommt dieser Premium-Preamp ohne klassische Gegenkopplungs-Schleifen daher. Vom Feinsten ist ebenso die pralle, symmetrisch aufgebaute Ausgangsstufe mit der bestens beleumundeten Hochstromtriode ECC 99. Moderate 125 Ohm Ausgangswiderstand sind denn auch ein Wort - selbst 20 Meter lange Kabel zur Endstufe stellen für den P 10 kein Problem dar.

Hausverbot für Störenfriede

Es gibt ja Leute, die tragen ihren CD-Player aus dem Zimmer, wenn sie einer Vinyl-Scheibe lauschen wollen. Die pure Existenz der nicht einmal unter Strom stehenden Komponente störe den Klang, meinen sie. So weit will ich nicht gehen. Tatsache ist aber, dass an der Steuerzentrale Vorverstärker prinzipiell mehrere Geräte angeschlossen sind. Doch nur jeweils eines davon kann man hören, die anderen sind zwar abgeschaltet, halten aber über die Masseverbindung steten Kontakt zum Vorverstärker.

So können sie allerhand tief- und hochfrequenten Müll einfangen und an den sensiblen Preamp weiterreichen. Just deshalb hat T+A einen "allpoligen" Quellenumschalter erdacht, der nicht nur die Signale, sondern ebenso die Masseverbindung der gerade nicht gehörten Geräte kappt. Wer einmal mit Brummschleifen zu kämpfen hatte, wird diesen Service schätzen. Alles paletti? Nicht ganz, denn auch das Gerät, dem Sie gerade lauschen, ist potenziell nicht frei von Störströmen, die über die Masseverbindung Ihren Preamp belasten (können). Durch die korrekte Steckerpolung lässt sich solches Ungemach ein wenig mindern, nicht aber eliminieren. Der P 10 bietet die Option, die niederohmige Masseverbindung aufzutrennen und stattdessen einen Differenzverstärker einzusetzen. Bekannt ist diese Variante aus der Labortechnik als "Floating Ground"-Schaltung. Ein wirksames Hausverbot für Störenfriede.

Mit Gefühl bitte

Ohren auf zum Hörtest! "You're Gonna Make Me Lonesome When You Go" von Maria Muldaur machte den Anfang. Das Röhren-Wunderwerk baute eine nach vorn, nach hinten und zu den Seiten hin deutlich größere Bühne, und Muldaurs Stimme gab der P 10 einfach mehr Ausdruck, mehr Genauigkeit: Sie wirkte echter, sie wirkte sogar echt. Allerfeinste Details, die den Witz dieser (und anderer) Musik ja erst ausmachen, kamen jetzt mit souveräner Selbstverständlichkeit rüber. Der oft beschworene Fluss in der Musik zog den Zuhörer in den Bann. Als der P 10 nach 4:54 Minuten seine Darbietung beendete, hatte sich bei den Testern der berühmte Gänsehaut-Effekt eingestellt.

Gänsehaut und Tränen

Je komplexer die Musik, desto deutlicher wusste sich der P 10 abzusetzen. Track 6 der Super-Hörkurs-CD, Bruckners 4. Sinfonie mit den Münchner Philharmonikern unter Günter Wand: Wie beseelt sich dieser Amp des ersten Satzes annahm, wie er sich der ruhig-raffinierten Musik so vollends unterordnete und erst so die Feinheit und Klasse des Werks präsentierte - das kann zartbesaiteten Zuhörern schon mal Tränen der Rührung bescheren. Ein Statement für High End.

Nicht unerwähnt bleiben darf, dass diese Kunst mit allen Pegeln, in allen von der Redaktion ausprobierten Konfigurationen erhalten blieb. Eine Vorstufe dominiert den Gesamtklang in besonderem Maße - so meine über lange Jahre gesammelte Erfahrung. Die Kombination aus Top-Vorstufe und einem mittelprächtigen Endverstärker ist in der Regel besser als der umgekehrte Fall.

Günstige Extraklasse

Die T+A P 10 zählt mit 6000 Euro zu den eher teureren Vorstufen, sie ist aber jeden Cent ihres Preises wert. Im Vergleich mit der Konkurrenz ist diese edle Komponente sogar als günstig einzuschätzen. Denn 120 Punkte für eine Performance der Extraklasse belohnen die Mühe von Amft und Wiemann. Die P 10 - darauf lohnt das Sparen.

T+A P 10

HerstellerT+A
Preis6000.00 €
Wertung120.0 Punkte
Testverfahren1.0

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