Google löscht Apps aus Play Store

Android-Adware infiziert 30 Millionen Smartphones

Das Softwareunternehmen Avast hat verschiedene Adware-Apps für Android-Phones entdeckt. Über 30 Millionen Geräte wurden infiziert. Google hat die Apps mittlerweile aus dem Play Store entfernt.

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Malware auf dem Smartphone: Avast hat eine neue Adware entdeckt, die 30 Millionen Android-Smartphones infiziert haben soll.

Das Softwareunternehmen Avast hat über seine Sicherheits-Plattform apklab.io mehr als 50 Adware-Apps im Google Play Store entdeckt. Diese infizierten bei Installation das Handy des Nutzers mit Adware, die dann für Werbung und Aufrufe zu weiteren App-Installationen sorgte.

Insgesamt kamen die Adware-Apps auf über 30 Millionen Downloads, größtenteils aus den Ländern Indien, Indonesien, Nepal und den Philippinen. Aber auch in Brasilien und Großbritannien waren viele Nutzer betroffen. Vor der Veröffentlichung der Mitteilung durch Avast wurden die Apps in Zusammenarbeit mit Google aus dem Play Store entfernt.

Adware "TsSdk" in mehr als 50 Android-Apps gefunden

Sicherheitsexperten von Avast fanden in verschiedenen Apps, die im Play Store angeboten wurden, eine Third-Party-Library, welche unter dem Namen "Android:Agent-SEB [PUP]" angezeigt wurde.

Third-Party-Libraries sind Code-Bibliotheken, die nicht vom Programmierer oder dem Vertreiber, sondern von externen Quellen bereitsgestellt und dann in den Code eingebunden werden. Mit diesen können Einschränkungen, die der Play Store an App-Vertreiber stellt, teilweise umgangen werden.

Die Apps, die die oben genannte Library in ihrem Code verwendeten, wiesen alle die von Avast "TsSdk" getaufte Adware auf. Neben Werbung und Installations-Aufrufen wirkte sich die Adware auch negativ auf die Akkuleistung des Smartphones aus.

Android-Adware kommt in zwei verschiedenen Versionen

Durch die Untersuchung mit apklab.io wurden zwei verschiedene Versionen der Adware gefunden. Die ältere, Version A genannt, wurde insgesamt 3,6 Millionen Mal heruntergeladen. Sie wurde hauptsächlich in Spielen, Fitness- und Bildbearbeitungs-Apps gefunden. Die Version fügte neben der Werbung auch noch eine Verknüpfung zu einer "Game Center" genannten App zum Startbildschirm des Handys hinzu.

Die weiterentwickelte Version B der Adware fand sich hauptsächlich in Fitness- und Musikapps. Die Version sei zwar sehr gut geschützt, mit der verwendeten Sicherheitsplattform aber gut auffindbar. Außerdem wurde sie nur bei einer Installation über Facebook-Werbung aktiv. Obwohl neuere Versionen nicht mehr von der Version betroffen waren, funktionierte "TsSdk" dennoch auf 80 Prozent aller Handys, da diese noch auf älteren Versionen liefen. Selbst bei geschlossener App zeigte die Adware alle 15 Minuten Werbung auf dem Handy des Nutzers an.

Mehr lesen: Smartphone-Sicherheit - 10 goldene Regeln, die Sie beachten sollten

Google entfernt Adware-Apps aus dem Play Store

Noch vor der Veröffentlichung der Untersuchung arbeitete Avast mit Google zusammen, um die Werbe-Apps aus dem Play Store zu entfernen. Nutzer, die die Apps noch immer installiert haben, sollten diese am besten von ihrem Handy entfernen. Von Avast wurde eine komplette Liste der betroffenen Apps als Google Spreadsheet zur Verfügung gestellt.

Neben dieser neuen Adware hat Google häufiger Probleme mit nervigen bis schadhaften Apps im Play Store. Im Januar beispielsweise wurden zwei Apps entfernt, die nach den Bankdaten der Nutzer fragten, um diese dann zu speichern. Und auch 2018 entfernte Google mehr als 20 schadhafte Adware-Apps aus dem Play Store.

So halten Sie Ihr Handy frei von Adware

In der Mitteilung listet Avast verschiedene Tipps, wie Nutzer sich gegen den Befall von Adware schützen können:

  • Installieren Sie eine vertrauenswürdige Antiviren-App auf Ihrem Handy. Diese kann Sie vor der Installation von Adware schützen.
  • Laden Sie nur Apps herunter, denen Sie trauen. Lesen Sie sich zuvor sowohl positive als auch negative Reviews durch. Werden Sie misstrauisch, wenn Nutzer von ungewollten Funktionen der App berichten, die in der Beschreibung nicht erwähnt werden.
  • Überprüfen Sie, welche Rechte Sie einer App bei der Installation einräumen. Sollte Ihnen nicht ersichtlich sein, warum eine App eine bestimmte Berechtigung benötigt, sollten Sie die App nicht installieren.

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