Bluetooth-Technologie

Corona-Apps: 2 Milliarden Geräte können Tracking nicht nutzen

Die geplanten Tracking-Apps zur Nachverfolgung von Corona-Infektionen setzen auf aktuelle Bluetooth-Technik. Ältere Smartphones und Handys sind dabei außen vor.

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Durch Corona-Apps könnten Kontaktpersonen von Infizierten ermittelt werden.

Um in Zukunft auch ohne weitreichende Ausgangsbeschränkungen größere Infektionsraten mit dem neuartigen Coronavirus zu verhindern, liegen die Hoffnungen derzeit auf Tracking-Apps. Über die derzeit noch in der Entwicklung befindlichen Corona-Apps könnten künftig Infektionsketten schneller nachverfolgt und so weitere Ansteckungen mit Covid-19 möglicherweise verhindert werden. Doch viele derzeit noch aktive Mobilgeräte werden die Apps wohl nicht unterstützen.

In Europa haben Wissenschaftler die Plattform PEPP-PT entwickelt, auf deren Grundlage die Kontaktverfolgung über Apps datenschutzkonform erfolgen soll. Auch Google und Apple arbeiten gemeinsam an Schnittstellen sowie einer Tracking-Plattform für iOS und Android. 

Tracking-Apps setzen auf moderne Bluetooth-Chips

Beiden Lösungen gemeinsam ist, dass sie zur Kontaktverfolgung auf Bluetooth Low Energy setzen. Die Technologie ermöglicht, andere Geräte in der unmittelbaren Umgebung zu registrieren, ohne dabei den Akku zu stark zu beanspruchen. 

Allerdings besitzt rund ein Viertel der weltweit aktiven 3,5 Milliarden Smartphones die dafür benötigten modernen Bluetooth-Chips gar nicht. Das berichtet ArsTechnica mit Bezug auf die Analysten von Counterpoint Research. Dabei handelt es sich vor allem um ältere Geräte, die vor mehr als fünf Jahren auf den Markt kamen. Weitere 1,5 Milliarden Nutzer weltweit besitzen zudem nur einfache Handys, die die Technologie ebenfalls nicht unterstützen und ohnehin keine Apps nutzen können.

Besonders ältere und ärmere Nutzer sind außen vor

Somit sind rund zwei Milliarden Nutzer von Mobiltelefonen weltweit vermutlich nicht in der Lage, die Möglichkeiten von Tracking-Apps in Anspruch zu nehmen. Dies dürfte vor allem ältere sowie ärmere Personen treffen, die sich nicht regelmäßig ein neues modernes Smartphone kaufen können oder wollen. Viele dieser Personen fallen allerdings auch in die besonders gefährdeten Risikogruppen.

Die Verteilung dürfte auch je nach Land unterschiedlich ausfallen. Counterpoint Research schätzt, dass etwa in den USA, Großbritannien oder Japan zwischen 80 und 90 Prozent die technischen Möglichkeiten haben, derartige Apps zu nutzen, während beispielsweise in Indien wohl nur die Hälfte der Bevölkerung die nötigen Endgeräte besitzt.

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