Apple Watch Ultra 3 im Test: Stark, aber kein Benchmark mehr?
Mehr zum Thema: AppleIm Test präsentiert sich die Apple Watch Ultra 3 edel, hell und extrem smart. Doch bei Akkulaufzeit, Pulsmessung und Schlaftracking hakt es teils im Vergleich mit der Konkurrenz.
Die Watch Ultra 3 ist Apples Flaggschiff-Smartwatch, gedacht für den smarten Outdoor-Einsatz. Bei Apple bekommt man die Uhr für eine UVP von 899 Euro. Ihr Marktpreis beträgt aktuell je nach Armband um die 790 Euro. Das ist viel Geld, im Vergleich zu einer Samsung Galaxy Watch Ultra 2025 (629 Euro...
Die Watch Ultra 3 ist Apples Flaggschiff-Smartwatch, gedacht für den smarten Outdoor-Einsatz. Bei Apple bekommt man die Uhr für eine UVP von 899 Euro. Ihr Marktpreis beträgt aktuell je nach Armband um die 790 Euro. Das ist viel Geld, im Vergleich zu einer Samsung Galaxy Watch Ultra 2025 (629 Euro UPV/Marktpreis 360 Euro), einer Huawei Watch 5 ( 449 Euro UVP/Marktpreis 350 Euro) oder Pixel Watch 3 (449 Euro/Marktpreis 230 Euro). Aber auf einer Linie mit der Garmin Fenix 8 (899 Euro UVP/Marktpreis 650 Euro).
Unser Testsample wurde dankenswerterweise von 1&1 gestellt. Dort kann man die Watch Ultra 3 auch gleich zusammen mit seinem Mobilfunkvertrag samt iPhone buchen.
Großes Gehäuse
Mit ihrer Gehäusegröße von 49 x 44 Millimetern und ihrem kantigen Design wirkt die Uhr an schmalen Handgelenken sehr wuchtig. Für die 16,5 Zentimeter meines Handgelenks ist mir die Ultra 3 optisch eigentlich zu groß. Aber im Grunde ist das natürlich Geschmackssache. Beim Schlaftracking im Bett fand ich das große Gehäuse und vor allem den scharfkantigen Rahmen rund um das Display allerdings weniger bequem als andere Smartwatches.
Apple Watch Ultra 3: Sehr edle Smartwatch
Typisch Apple ist die Smartwatch sehr hochwertig verarbeitet. Das Gehäuse der Ultra 3 ist aus robustem und gleichzeitig leichtem Titan gefertigt und neben grau nun auch in schwarz erhältlich. Dennoch ist die Uhr mit 95 Gramm kein Leichtgewicht. Sie gehört zu den schwersten Smartwatches auf dem Markt.
Apple versiegelt die Ultra 3 bis 10 ATM vor eindringendem Wasser. Und auch das Display ist mit sehr kratzresistentem Saphirglas geschützt. Es sieht nun noch etwas moderner aus, da Apple den Displayrand noch weiter verkleinert hat.
Riesiges Display
Und gerade das Display der Watch Ultra 3 ist eine Wucht. Mit rund 1,9 Zoll Diagonale gehört es zu den größten Smartwatch-Anzeigen auf dem Markt. Außerdem leuchtet das OLED mit von uns im Testlab gemessenen 990 Nits sehr hell. Auch bei direkter Sonneneinstrahlung konnten wir alle Daten immer sehr gut ablesen.
Besonders am Display ist zudem seine LTPO3-Technologie. So kann das OLED die Bildwiederholrate auf eine Aktualisierung pro Sekunde reduzieren, was im Always-on-Modus Energie spart. Wer die Uhr mit Always-on-Display nutzt, sieht nun außerdem die Sekunden im Watchface verstreichen.
Sehr großer smarter Funktionsumfang und beste Vernetzung
Apple stattet die Watch Ultra 3 mit einer umfassenden Connectivity aus, wie sie sonst keine andere Smartwatch bietet. So sind neben den Standards wie Bluetooth und WLAN auch 5G, Ultra-Wideband und Satellitenkommunikation mit an Bord. So ist man auf Wunsch auch unterwegs, ohne iPhone in der Tasche, vernetzt. Dank UWB lassen sich bestimmte Automodelle per Apple Watch öffnen oder der Standard hilft, sein verlegtes iPhone wiederzufinden. Und wem an sehr abgelegenen Orten beim Wandern etwas passiert, kann einen SOS-Notruf per Satellit tätigen. Mehr geht aktuell nicht.
Wie üblich ist mit der Apple Watch Ultra 3 fast alles möglich, was man auch am iPhone erledigen kann. Über den App-Store lädt man sich die meisten Anwendungen auch auf die Uhr. Nachrichten lassen sich per Tastatur oder Sprache beantworten, Musik per Spotify und Co. streamen, man kann seinen Saugroboter aktivieren, Wanderkarten einsehen, navigieren, bezahlen und vieles mehr.
Wenn ihr also eine Smartwatch fürs Handgelenk sucht, dann seid ihr hier richtig. Persönlich habe ich die meisten Funktionen kaum genutzt. Ja, es ist praktisch, während der Jogging-Runde eine kurze Nachricht per Spracheingabe über die Uhr zu versenden oder über Siri einen Timer zu stellen. Aber die meisten anderen Smartwatches können das heutzutage ebenfalls.
Flüssige Bedienung und fühlbare Qualität
Apple verbaut mit dem S10 einen richtig flotten Smartwatch-Chip. Das System bedient sich erwartbar sehr flüssig und ohne Ruckler. Apple gibt sich sehr viel Mühe, eine haptisch hochwertige Nutzererfahrung auch bei der Bedienung zu gewährleisten.
Ich hatte Dutzende Smartwatches am Handgelenk, kenne aber kein anderes Modell, wo der Vibrationsmotor so fein abgestimmt ist wie hier bei der Watch Ultra 3. Je feiner die Menüpunkte sind, durch die man mit der Krone scrollt, desto feiner werden auch die Klopfabstände des Motors. Scrollt man zum Ende eines Einstellungsmenüs, klopft es einmal kräftiger. Ein haptischer Genuss ist es, einen Wecker einzustellen und mit der Krone durch die gröberen Stunden und feineren Minuten zu drehen. Hier können Garmin, Huawei und Co. tatsächlich noch etwas lernen, was haptische Qualität auch während der Nutzung bedeutet.
Neben der Krone hat man als Nutzer daneben noch eine weitere Taste zum Öffnen des Kontrollzentrums mit den wichtigsten Funktionen. Auf der gegenüberliegenden Seite steht noch eine orange Aktionstaste zur Verfügung, die man sich mit verschiedenen Funktionen und Apps belegen kann. Die Standardeinstellung, das Trainingsmenü zu öffnen, habe ich beibehalten, da diese einfach am sinnvollsten ist.
Viele Sport-Features samt Tauchfunktion
Was die Sport-Features betrifft, bekommt man bei der Watch Ultra 3 einiges geboten. Standard ist das Erfassen von so gut wie jeder bekannten Sportart. Von Laufen, Radfahren, Klettern, Tai-Chi oder Tanzen wird so ziemlich alles abgedeckt, was man sich vorstellen kann. Sogar Freitauchen bis zu einer Tiefe von 40 Metern ist mit der Ultra 3 möglich, die dafür die Zertifizierung als Tauchcomputer hat. Praktisch ist die automatische Trainingserkennung, die zuverlässig funktioniert.
Während des Trainings zeichnet die Ultra 3 die Strecke mittels genauem Dual-Band-GPS auf. Wobei wir auch schon Smartwatches mit einer akkurateren Streckenaufzeichnung am Handgelenk hatten. Die Pulsaufzeichnung ist ebenfalls sehr gut. Nur bei kurzzeitiger Belastung kommt die Ultra 3 nicht ganz so schnell hinterher wie einige Smartwatches von Huawei. Für gezieltes Training ist die Watch aber geeignet. Während des Trainings zeigt die Uhr alle Informationen übersichtlich auf verschiedenen Seiten an. Diese lassen sich auch personalisieren. Im Vergleich zu Garmin ist der Umfang jedoch etwas begrenzter.
Bei der Auswertung ist Apple ebenfalls nicht ganz so umfangreich. Über die Fitness-App erhält man Einblick in seine Trainingswerte und kann auch einige Diagramme einsehen, die sich allerdings auch nicht vergrößern lassen. Im direkten Vergleich mit einer Laufauswertung von Garmin bietet Apple ungefähr die Hälfte an Trainingsinformationen. Ob man den Umfang benötigt, ist natürlich sehr individuell.
Gesundheitsfunktionen mittlerweile ausbaufähig
Bei den Gesundheitsfunktionen ist Apple in den letzten Jahren ins Hintertreffen geraten. Die Watch Ultra 3 bietet alle aktuellen Standards, die man in der Premium-Liga erwartet: Sie misst den Puls, die Temperatur, die Sauerstoffsättigung des Blutes, erstellt ein EKG, erfasst die Atemfrequenz und die Herzfrequenzvariabilität. Neu ist, dass die Ultra 3 vor einem zu hohen Bluthochdruck warnen kann. Den Druck messen kann sie allerdings nicht. Außerdem werden den Tag über Schritte, gestiegene Treppen und Stehminuten aufgezeichnet. Wer mit der Ultra 3 am Arm stürzt, profitiert zudem von der Sturzerkennung und einem automatisch abgesetzten Notruf.
Was mir weiterhin komplett unverständlich ist: Warum schafft es die Watch Ultra 3 nicht, wie jede andere Top-Smartwatch, den Puls kontinuierlich zu erfassen? Bei den anderen Herstellern wie Garmin, Samsung oder Huawei kann ich nach einer gestiegenen Treppe auf die Uhr schauen und meinen aktuellen Puls einsehen. Bei Apple muss man dafür erst die manuelle Messung aktivieren. Und trotz der durchgängigen Messungen erreichen die anderen Hersteller (Samsung einmal außen vor) eine weitaus bessere Akkulaufzeit bei ihren Watches. Zumindest sollte man den Nutzern die Option lassen, eine kontinuierliche Messung durchzuführen.
Auch mit dem Schlaftracking bin ich nicht ganz zufrieden. Die Apple Watch Ultra 3 kann vor Schlafapnoe warnen, was natürlich hilfreich ist. Außerdem bietet sie jeden Morgen eine Übersicht über die fünf wichtigsten Vitalzeichen während des Schlafs wie Puls, Atemfrequenz, Temperatur, O2-Gehalt und Schlafdauer und ordnet sie für den Nutzer im wöchentlichen Durchschnitt ein. So kann man Abweichungen leicht erkennen.
Generell erstellt die Uhr jedoch einen etwas zu hohen Schlafindex, selbst wenn man mal keine gute Nacht hatte. Auch die Ruheherzfrequenz während des Schlafens und die HFV wären Faktoren, die mich interessieren würden. Garmin und Huawei bieten im Vergleich ein sehr viel umfangreicheres Schlaftracking. Und machen zudem Vorschläge, ob man nicht vielleicht früher ins Bett sollte, aufgrund einer kurzen Nacht zuvor.
Akkulaufzeit für smarte Uhren sehr gut, aber kein Spitzenniveau
Was die Akkulaufzeit betrifft, hat sich Apple leicht gesteigert. Spielt aber lange nicht vorn mit. Wer die längste Laufzeit rausholen möchte, muss das AOD deaktivieren. Dann hält die Ultra 3 als reiner smarter Begleiter und Gesundheitstracker 3,5 Tage. Mit eingeschaltetem Always-on-Display sind es rund drei Tage. Das ist mehr als Samsungs Galaxy Watch Ultra (2,5 Tage ohne AOD). Aber wenn man bedenkt, dass eine Huawei Watch GT 6 Pro fast 14 Tage oder eine Garmin Fenix 8 rund 18 Tage durchhalten, dann ist die Laufzeit bei der Ultra 3 eigentlich eher kurz.
Sport kann man für 12,5 Stunden mit GPS aufzeichnen. Auch hier sind die eben genannten Hersteller mit einer doppelt so hohen Laufzeit überlegen. Bei der Ultra 3 muss man einfach viel öfter ans Laden denken, während man bei Garmin oder Huawei auch bei mehrtägigen Bergtouren das Ladekabel getrost daheim lassen kann.
Eher träge geht das Aufladen vonstatten. So dauert es rund zwei Stunden, bis die Ultra 3 von 0 auf 100 Prozent vollgetankt ist. Hilfreich ist jedoch, dass die Uhr in der ersten Hälfte vergleichsweise viel Energie in den Akku schaufelt.
Appel: Bitte macht eine App draus!
Wer die von der Watch Ultra 3 erfassten Daten einsehen oder Einstellungen vornehmen möchte, muss auf dem iPhone mit gleich drei verschiedenen Apps jonglieren. Ihr möchtet eure Atemfrequenz, den Puls, die HFV oder die Schlafdaten sehen? Dann müsst ihr Apple Health öffnen. Sie ist die unübersichtlichste App der drei. Sich dort gezielt noch einmal alle Daten des Schlafs von vor drei Tagen ansehen? Fehlanzeige. Immerhin informiert die App über viele Datenpunkte.
Wer eine optisch ansprechendere Übersicht über seine Tagesaktivität und vor allem über die Trainingseinheiten haben möchte, muss die Fitness-App aufrufen. Und für alle Einstellungen an der Uhr gibt es die Watch-App. Wer soll da gerade als Anfänger durchsteigen? Huawei und Garmin schaffen es auch in einer App. Oder zumindest zwei, wie bei Samsung. Eine für alle Fitness- und Gesundheitsdaten und eine für die Einstellungen.
Fazit: Die Ultra 3 kann die richtige Wahl sein, es gibt aber bessere Alternativen
Die Apple Watch Ultra 3 ist ohne Frage eine sehr hochwertige Smartwatch mit umfassendem, smartem Funktionsumfang. Sie ist die Wahl für iPhone-Nutzer, die unbedingt eine Apple Watch haben möchten, um ihr Ökosystem zu erweitern und gleichzeitig von einer längeren Akkulaufzeit gegenüber der Watch Series 10 profitieren möchten.
Wer an den Smartwatch-Kauf nüchtern herangeht, findet bei anderen Herstellern wie Huawei oder Garmin längere Akkulaufzeiten und einen größeren Funktionsumfang bei den Sport- und Gesundheitsfeatures. Dafür muss man auf einige smarte Features verzichten. Wichtig ist wie immer, worauf man persönlich Wert legt.
Apple Watch Ultra 3 Testergebnisse
| Kategorie | Wertung |
|---|---|
| AKKULAUFZEIT max. 100 | 88 (sehr gut) |
| AUSSTATTUNG max. 80 | 78 (überragend) |
| System (10) | gut (8) |
| Display (20) | überragend (20) |
| Konnektivität (20) | überragend (20) |
| Sensoren (30) | überragend (30) |
| FUNKTIONEN max. 105 | 104 (überragend) |
| Aktivität & Gesundheit (35) | überragend (35) |
| Sport & Outdoor (25) | überragend (24) |
| Features (45) | überragend (45) |
| SMARTPHONE-APP max. 25 | 18 (befriedigend) |
| HANDHABUNG max. 70 | 56 (gut) |
| Handlichkeit (25) | ausreichend (13) |
| User Interface (15) | sehr gut (13) |
| Verarbeitungsqualität (30) | überragend (30) |
| Messwerte max. 120 | 111 (sehr gut) |
| Schritte (30) | sehr gut (27) |
| Stockwerke (20) | überragend (20) |
| Herzfrequenz (40) | überragend (39) |
| Positionsbestimmung (30) | gut (25) |
| GESAMTWERTUNG max. 500 | 455 (sehr gut) |
