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Erste Geräte 2029 erwartet

Neuer Mobilfunkstandard: Qualcomm skizziert den Fahrplan für 6G

An 5G hat man sich gerade erst gewöhnt, da steht schon die nächste Mobilfunkgeneration in den Startlöchern: 6G kommt schneller, als viele glauben. Auf dem Mobile World Congress 2026 hat Qualcomm seinen Fahrplan skizziert.

Qualcomm 6G
Der neue Mobilfunkstandard 6G ist in Sichtweite und Qualcomm möchte sich hier als Technologieführer positionieren.
© Hersteller

Für Qualcomm ist 6G auf dem Mobile World Congress 2026 ein großes Thema. Obwohl der Mobilfunkstandard noch nicht final definiert ist, hat das Unternehmen bereits einen konkreten Zeitplan und entwickelt Case Studies und Prototypen. Seine Mitarbeiter würden jeden Monat an Meetings der 3GPP teilnehm...

Für Qualcomm ist 6G auf dem Mobile World Congress 2026 ein großes Thema. Obwohl der Mobilfunkstandard noch nicht final definiert ist, hat das Unternehmen bereits einen konkreten Zeitplan und entwickelt Case Studies und Prototypen. Seine Mitarbeiter würden jeden Monat an Meetings der 3GPP teilnehmen, erklärt John Smee, als Vice President Engineering bei Qualcomm für alle 6G-Projekte zuständig. Die 3GPP ist ein globales Konsortium von Unternehmen, das für die Standardisierung von 6G verantwortlich ist.

Das Ziel von Qualcomm ist klar: Als einer der wichtigsten Entwickler von Funktechnologien möchte man eigene Ideen in die Standardisierung einfließen lassen und von der Pole Position aus starten können, wenn es mit 6G los geht. Wir haben auf dem Mobile World Congress 2026 in Barcelona mit Qualcomm-Vertretern gesprochen, an Roundtables teilgenommen und fassen die wichtigsten Infos hier zusammen:

  • Qualcomm möchte 2028 erste Prototypen ("pre-commercial devices") vorstellen, die ersten kommerziellen Geräte möchte man 2029 im Portfolio haben. Mehrfach wurde auf die Olympischen Sommerspiele 2028 in Los Angeles verwiesen. Die Motivation dahinter ist klar: Wenn sich die Augen der Welt auf Los Angeles richten, will man etwas vorzeigen können. Das ist ein ambitionierter Zeitplan, denn die 3GPP wird den konkreten Zeitplan für die Finalisierung des 6G-Standards erst im Juni 2026 festlegen. Bisher ist nur bekannt, dass das 3GPP Release 21, das die finalen 6G-Spezifikationen enthalten wird, irgendwann zwischen 2028 und 2029 veröffentlicht wird.
  • Dass mit 6G zentrale Parameter des Netzes wie Effizienz, Datendurchsatz und Latenz verbessert werden, ist keine Überraschung. Aber neben den üblichen Steigerungen liegt ein besonderer Schwerpunkt von 6G auf dem Upload: 6G werde diesen massiv beschleunigen, so Qualcomm. Man habe sich von 3G bis 5G immer auf die Download-Seite fokussiert, doch im Kontext von AI-Anwendungen werde der Upload immer wichtiger (Trainingsdaten für die AI).
  • AI wird bei 6G eine wichtige Rolle spielen, Qualcomm positioniert 6G etwa als "AI‑natives" System. AI-Elemente sollen integrale Bestandteile von Protokollen, Funkverfahren und Diensten sein.
  • 6G soll von Tag 1 an voll funktionsfähig sein. Man möchte nicht den Fehler von 5G wiederholen und den Standard in mehreren Stufen ausrollen (von 5G NSA zu SA). Denn das habe zu einer Fragmentierung des 5G-Ökosystems geführt und sei für den Nutzer nur schwer nachvollziehbar gewesen.
  • Während der Wechsel von 4G auf 5G mit Milliardenkosten verbunden war, weil eine neue Antenneninfrastruktur aufgebaut werden musste, können die bestehenden 5G-Antennen auf 6G aufgerüstet werden. Das gilt natürlich nicht für neue Frequenzen: Wenn ein Netzbetreiber im Rahmen einer 6G-Umstellung sein Spektrum erweitert, (etwa auf das 6-GHz-Band geht), dann muss er neue Antennen aufstellen. Aber in jedem Fall werden die Kosten für einen Netzbetreiber viel niedriger sein als beim Wechsel von 4G auf 5G.

Autor: Andreas Seeger • 3.3.2026

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