MWC 2026: Das waren unsere Trends und Highlights
Der MWC 2026 in Barcelona zeigt, wohin die Tech-Branche steuert: Agentic AI, Quantencomputing und digitale Souveränität prägen die Zukunft. Unsere Trends der Messe.

Der Mobile World Congress (MWC) in Barcelona gilt als weltweit wichtigste Leitmesse für Mobilfunk, Telekommunikation und vernetzte digitale Technologien und hat sich von einer reinen Handymesse zu einem zentralen Gipfel für Industriethemen wie 5G, 6G, KI, Cloud, IoT und digitale Transformation ent...
Der Mobile World Congress (MWC) in Barcelona gilt als weltweit wichtigste Leitmesse für Mobilfunk, Telekommunikation und vernetzte digitale Technologien und hat sich von einer reinen Handymesse zu einem zentralen Gipfel für Industriethemen wie 5G, 6G, KI, Cloud, IoT und digitale Transformation entwickelt.
Jahr für Jahr treffen sich Netzbetreiber, Gerätehersteller, Infrastrukturausrüster, Software- und Plattformanbieter, Start-ups, Investoren sowie Regulierer in Barcelona, um neue Produkte vorzustellen, Strategien zu diskutieren und Partnerschaften zu schließen. Für die Branche ist der MWC in Barcelona damit der wichtigste physische Marktplatz für Innovationen und Deals im Mobil-Ökosystem.
Die drei wichtigsten Trends des MWC aus unserer Perspektive
Bei den Netzwerkausrüstern stand wieder einmal ganz groß “AI” über den Ständen. In diesem Jahr wurde vor allem “Agentic AI”, also die agentische KI, in den Vordergrund gerückt. Bedeutet: Statt von physischen Mitarbeitern werden die Netze in Zukunft von agentischen KI-Systemen gesteuert. Sie können Lastspitzen und Bugs deutlich schneller und effizienter umverteilen und beheben, als es ein Mensch jemals könnte. Dabei agieren die KI-Agenten als elektronische Beobachter und Wächter des Netzes.
Der zweite Gamechanger wird Quantencomputing sein. IBM und Fujitsu hatten auf ihren Ständen bereits Quantencomputer ausgestellt. Einen eindrucksvollen Use Case hat Telefónica auf dem MWC präsentiert. Dabei kann ein Quantencomputer im Rahmen der Krebsforschung unzählige Kombinationen von Zellen und Molekülen berechnen, um das bestmögliche Medikament für den Patienten zu finden. Forschungsresultate entstehen so binnen Tagen, wo früher Monate und Jahre nötig waren.
Als dritten Trend haben wir die Rückbesinnung auf digitale Souveränität identifiziert. In diesem Bereich rücken sichtbar japanische Firmen in den Fokus, weil sie als die Schweiz Asiens gelten. Auch Unternehmen aus Südkorea werden noch relevanter. Hier erwarten wir massive Verschiebungen in den Märkten.
Wie entwickelt sich die Smartphone-Industrie?
Das Smartphone bleibt ganz klar das Zentrum der Kommunikation, entwickelt sich aber aufgrund der Ausgereiftheit in kleineren Schritten weiter als noch in der Vergangenheit. Laut einer aktuellen Bitkom-Befragung wird der Umsatz im Smartphone-Ökosystem 2026 zwar im Vergleich zum Vorjahr leicht von 40,2 auf 40,6 Milliarden Euro steigen. Der Absatz an Smartphones wird jedoch auch in diesem Jahr sinken. Umsatztreiber sind die Netzinfrastruktur, Apps und Datendienste. Bitkom rechnet im Endgerätemarkt mit einem leichten Umsatzrückgang von 12,3 auf 12,1 Milliarden Euro. Moderne Smartphones werden durch ihre Leistungsfähigkeit und längeren Software-Support im Schnitt aktuell 25 Monate genutzt.
Die Smartphone-Industrie und die Verbraucher müssen sich gerade durch die Speicherkrise auf höhere Preise bei den Endgeräten einstellen.
Hersteller wie Honor haben auf dem MWC mit Robotic-Showcases für Aufmerksamkeit gesorgt. Bei Honors “Robot Phone” dient eine im Gehäuse implementierte Gimbal-Kamera in Verknüpfung mit KI für eine noch tiefgreifendere Interaktion zwischen Mensch und Smartphone.
Spannend war zudem, wie innovativ die chinesischen Hersteller bei Technologiebereichen wie der Kamera oder dem Akku agieren. Die etablierten Hersteller wie Samsung oder Apple sind in diesen Bereichen eher zögerlich. KI-Funktionen werden jedoch von allen Herstellern in großem Maße implementiert und beworben.
Welche Innovationen werden für die kommenden Monate die wichtigsten sein?
Im Gerätebereich wird die neue Akkutechnologie mit Silizium-Kohlenstoff dazu führen, dass Smartphones und andere vernetzte Geräte eine immer bessere Akkulaufzeit bekommen, ohne dass die Gehäusegröße zunimmt.
Wichtig wird für die Netzbetreiber auch der weitere Ausbau von 5G SA und das Vorantreiben neuer Monetarisierungsmöglichkeiten. Zudem werden wir im Bereich des Quantencomputing und der Agentic AI immer mehr Use Cases sehen.

