Google Pay, Banken & Co.

Mobile Payment - Mit dem Smartphone zahlen

Google sei Dank: Nach dem Start von Google Pay rüsten sich auch die Banken hierzulande endlich für Mobile Payment.

Mobile Payment - Mit dem Smartphone zahlen

© Google Pay

Mobile Payment - Zahlen ohne Portemonnaie

Was den deutschen Mobilfunkern auch nach einem Jahrzehnt nicht gelungen ist, schafft Google auf Anhieb: Kaum ist der Internetgigant Ende Juni mit seinem mobilen Bezahldienst Google Pay in Deutschland gestartet, öffnen sich auch die Banken hierzulande dem Trend.

Sparkassen mit eigenem System

Seit Ende Juli bieten die Sparkassen die Bezahlung via Android-App an. Dabei setzen die Geldinstitute nicht auf Google Pay, sondern auf ein eigenes System, das ihres Erachtens die hohen Sicherheitsstandards der Deutschen Kreditwirtschaft für Kartenzahlungen erfüllt: Schließlich verbleiben laut dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV) „sämtliche Daten zu jeder Zeit bei der Sparkasse und werden nicht an Dritte weitergegeben oder verkauft“. 

Bislang bieten rund 300 Sparkassen das Bezahlverfahren, bis Jahresende sollen auch die restlichen 390 Institute aus dem Verbund den Service ermöglichen. Für die Nutzung der Sparkassen-App „Mobiles Bezahlen“ ist ein NFC-fähiges Android-Smartphone ab Version 5.0 Voraussetzung. Auch muss der Teilnehmer mindestens 18 Jahre alt sein und am Online-Banking teilnehmen. 

In der Bezahl-App lassen sich sowohl die Sparkassen-Card (Girocard) als auch die Sparkassen-Kreditkarte (Mastercard) hinterlegen. Letztere ist vor allem für den Auslandseinsatz notwendig. Auch Visa-Kreditkarten sollen künftig mit der Sparkassen-App verknüpft werden können. Um Missbrauch auszuschließen, werden die Geldkarten via TAN-Authentifizierung in der App deponiert. Zusätzlich kann der Nutzer innerhalb der App individuell zuätzliche Sicherheitseinstellungen vornehmen. 

Beim Bezahlen im Laden hält der Sparkassen-Kunde dann einfach sein NFC-fähiges Smartphone an das entsprechende Terminal. Bei Beträgen bis zu 25 Euro braucht es zur Bestätigung in der Regel keine PIN oder Unterschrift.

Mobile Payment - Mit dem Smartphone zahlen - Google pay

© Statista

Google Pay ist in 19 Ländern und Regionen weltweit verfügbar. In Deutschland wird die Google-Handybörse unter anderem bei Aldi, Adidas, Lidl Süd und Media Markt akzeptiert.

Andere Banken ziehen nach

Auch die Volks- und Raiffeisenbanken eilen hinterher und bieten seit Mitte August für rund 85 Prozent der Kunden aller 915 Genossenschaftsbanken Handy Payment an. Bis Anfang 2019 sollen sukzessive die restlichen Banken der Gruppe den Service einführen. Das mobile Bezahlen funktioniert auch hier zunächst nur über NFC-fähige Android-Phones und die entsprechende VR-Banking-App. 

Die Kunden der Finanzgruppe können neben der Girocard zum Start auch schon beide Kreditkarten, Mastercard und Visa, in ihre Handy-Geldbörse einspeisen. Seit dem 13. August zählt sich auch die BW Bank zu den Vorreitern und kooperiert dazu mit Fitbit, dem weltweiten Marktführer für Wearables: BW-Bank-Kunden, die eine Visa-Karte nutzen, können mit den Fitbit-Smartwatches Ionic und Versa in Supermärkten, Tankstellen oder Kiosken bequem über die Uhr am Handgelenk bezahlen.

Mobile Payment - Mit dem Smartphone zahlen - Banking Apps

© Sparkasse / Google Pay / Screenshot & Montage: connect

(links) Google Pay: Visa-Kunden der Comdirekt-Bank können über die Android- App bei Rewe, Aldi, Lidl, Tankstellen und großen Kaufhäusern bezahlen. (rechts) Banken auf Vormarsch: Mit der Android-App „Mobiles Bezahlen“ können Sparkassen-Kunden via Girocard und Mastercard bis zu 25 Euro ohne PIN-Abfrage begleichen.

Auch Apple steht vor dem Start

Die Banken wollen die Chance nicht verpassen, obwohl Mobile Payment hierzulande immer noch in den Kinderschuhen steckt. Laut einer Studie der Bundesbank zahlen 48 Prozent der Bevölkerung ihren Einkauf nach wie vor mit Bargeld. Gerade mal sieben Prozent der Smartphone-Besitzer haben schon einmal mobil bezahlt. 

Doch nach dem Einstieg von Google wollen die deutschen Finanzdienstleister das Feld dem amerikanischen Datensammler nicht kampflos überlassen. Schließlich sind schon zwei Drittel der über 800.000 Kartenterminals in Deutschland mit der Nahfunktechnik NFC für kontaktloses Bezahlen ausgestattet. Auch die Deutsche Bank sieht Potenzial und ist im April letzten Jahres als erstes deutsches Kreditinstitut in den Markt eingestiegen. Seitdem bietet sie ihren Mastercard-Kunden mit der Android-App „Deutsche Bank Mobile“ Bezahlen per NFC an 80.000 kontaktlosen Kartenterminals. 

Die Postbank zog schnell nach und offeriert seit September 2017 eine Banking-App: Mit dem „Postbank Finanzassistent“ können Android-Nutzer, die ihre Visa-Karte hinterlegen, weltweit kontaktlos an kompatiblen Terminals ihre Schulden begleichen. Fehlen noch die iPhone-Nutzer. Apple will noch dieses Jahr mit Apple Pay in Deutschland starten. Und dann werden die Karten nochmal neu gemischt.

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Bezahlen via Sportuhr

Der Schweizer Navispezialist Garmin ist als erster Wearable-Hersteller in das Mobile-Payment-Geschäft eingestiegen. Dazu kooperiert Garmin mit Mastercard und VIMpay. Garmin Pay ist in den Sportuhren Forerunner 645, 645 Music, den beiden Vivoactive-3-Multisportwatches und den drei Modellen der Garmin-Fenix-5-Plus-Reihe integriert.

Mobile Payment - Mit dem Smartphone zahlen - Garmin

© Garmin

Garmin Vivoactive3

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