Testbericht

Arcam A 90

19.3.2008 von Redaktion connect und Lothar Brandt

Ist der große Arcam nicht nur teurer, sondern auch kraftvoller als der kleine A 70?

ca. 1:25 Min
Testbericht
  1. Arcam A 90
  2. Datenblatt
image.jpg
© Archiv

Nun, Arcam stockte die Leistung aufs Doppelte auf: Gegenüber dem 70er legt der große Bruder von 54 auf 63 in der AUDIO-Kennzahl, von 71 auf 149 Watt Sinusleistung an vier Ohm zu; er eignet sich also zumindest von der Papierform her schon mal besser zum Betrieb auch an anspruchsvollen Lautsprechern.

image.jpg
Vier Darlington-Endtransistoren brauchen nur wenig Kühlkörper.
© Foto: H.Härle

Was nicht wuchs, ist das Ausstattungspaket. Der Phono-MM-Eingang wich im 90er einem weiteren Hochpegel-Input mit der Option, eine empfindlichere Eingangsplatine für 195 Euro Aufpreis dahinterzustecken. Für 500 Euro gibt es sogar eine 7.1-Platine, die das Stereo-Gerät im Verbund mit externen Endstufen zur veritablen Multichannel-Schaltzentrale aufrüstet. Zu bekannten Stereo-Komfort-Features wie regelbarer Empfindlichkeit oder Toneinstellung für jeden Eingang kommt die zweite Tape-Schleife mit Überspielmöglichkeit in einer Richtung.

Der Blick ins Innere des A 90 zeigt einen aufwendigeren Kopfhörer-Verstärker sowie einen gewachsenen Ringkern-Trafo für höhere Leistungsreserven. Schaltungstechnisch blieb auf der SMD-Platine (SMD:  Surface Mounted Devices: direkt an der Oberfläche verlötete Bauteile) weitgehend alles beim bewährten Alten.

image.jpg
Die Fernbedienung
© Foto: H.Härle

Hörtest

Der Arcam A 90 machte seinen minimal eingeengten Raum mit einem geradezu lustvoll ausgespielten Durchsetzungs-Vermögen in den Mitten wett. Es war schon eine Wucht, ausgebildete Stimmen vom Schlage einer Christa Ludwig so markant moduliert zu hören. Die Kraftkur sorgte also nicht nur für strafferen und konturierteren Tiefbass, sondern verschaffte dem A 90 auch im musikalischen Kernbereich einen Vorsprung gegenüber dem Arcam A 70 . Besonders imponierten die feinen binnendynamischen Abstufungen. Das konnte der Arcam mindestens so gut wie der Cambridge 840 A V2 , der allerdings unabhängig vom Pegel die Klangfarben noch nuancierter zum Leuchten brachte. 

Wenn krachharte Rock-Kapellen Schalldrücke bis zum Abwinken forderten, blieben beide Vollverstärker naturgemäß einiges schuldig. Wobei der Arcam etwas früher zum Beispiel Dream Theaters "Train Of Thought" ausbremste - da konnte der Cambridge einem Marantz PM-15 (Test in 6/05) leichter Paroli bieten.

Fazit:

Zwar sind die Klangfortschritte gegenüber den kleineren Brüdern vergleichsweise teuer bezahlt. Mehr Kraft bei Arcam lohnt aber die Investition.

Arcam A 90

Arcam A 90
Hersteller Arcam
Preis 1450.00 €
Wertung 95.0 Punkte
Testverfahren 1.0

Mehr lesen

Bestenliste

Top 10: Die besten Android-Smartphones 2020

Top 10 Smartphones - Bestenliste

Die besten Smartphones bis 300 Euro

Bestenliste

Top 10 - Die zehn besten Tablets im Test

Weiter zur Startseite  

Mehr zum Thema

image.jpg

Testbericht

Arcam A70

Arcam zeigt vorbildlich, wie sich der Markt der Vollverstärker runderneuert hat. Die Produkte der Briten sind zuverlässiger geworden, stylisher und…

image.jpg

Testbericht

Arcam A 28

Exzellenter Phono-Eingang inklusive

Vollverstärker Arcam A 38

Testbericht

Vollverstärker Arcam A 38

Der neue 1800-Euro-Vollverstärker A 38 von Arcam, überzeugt mit handfesten Werten.

image.jpg

Testbericht

Arcam A 18

Auch Heimkino-Freaks lässt der A_18 nicht im Regen stehen: Dank "Processor Mode" fügt er sich problemlos in Mehrkanal-Konfigurationen ein.

Vollverstärker Arcam A 28

Testbericht

Vollverstärker Arcam A 28

Der Arcam A 28 (1000 Euro) beeindruckt durch umfangreiche Ausstattung und klaren Klang.