Testbericht

Phono-Vorverstärker Musical Fidelity V-LPS mit V-PSU

8.2.2011 von Bernhard Rietschel

Der Phono-Preamp Musical Fidelity V-LPS (165 Euro) setzt sich schon im Alleingang mühelos von günstigeren - und etlichen gleichteuren - Standard-Phonoboxen ab. Zugleich lockt das Turbo-Netzteil V-PSU (195 Euro) mit erstaunlichem Klang-Zuwachs.

ca. 1:15 Min
Testbericht
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  1. Phono-Vorverstärker Musical Fidelity V-LPS mit V-PSU
  2. Datenblatt
Phono-Vorverstärker Musical Fidelity V-LPS
Phono-Vorverstärker Musical Fidelity V-LPS
© Hersteller
Phono-Vorverstärker V-LPS
Die MC-Eingangsverstärker bestehen nicht aus simplen OPs, sondern aus rauscharmen Doppel-FETs, die nur in OP-Gehäusen stecken.
© Archiv

Musical Fidelity hat es mit der V-LPS geschafft, für 165 Euro eine Phonostufe zu bauen, die nicht nur der Beschriftung nach, sondern auch in Labor und Hörraum als echt MC-tauglich gelten darf. Wenn ein DL-103 so vital losdonnert, so packend groovt wie über die britische Spardose, dann ist den Entwicklern offensichtlich schon mal das Wichtigste gelungen: in ihrem Kampf gegen Rauschen, Klirr und andere Nichtlinearitäten nicht gleich noch das Nutzsignal auszubremsen.

Phono-Vorverstärker V-LPS
Sehr ausgewogene Frequenzgänge mit MM, MC und mit MM-Normsystem.
© Archiv

Mancher MC-Preamp ist hier schon übers Ziel hinausgeschossen, hat messtechnisch einen vielversprechenden, gehörmäßig jedoch einen sterilen, faden Eindruck hinterlassen. Der V-LPS gehört nicht zu dieser Gruppe. Er lässt der Musik nicht nur ihren Schwung und ihre dynamische Wucht, er scheint diese Faktoren sogar noch zu betonen.

Phono-Vorverstärker V-PSU
Das V-PSU versorgt bis zu drei V-Geräte mit Strom aus einem kompakten Ringkerntrafo.
© Archiv

Besonders auffällig ist diese Abstimmung im Bass: Mehr wäre wirklich nicht gut, weniger kennt man von anderen erschwinglichen Phonokästchen, will man aber nach einer Proberunde mit dem V-LPS nicht mehr akzeptieren - zumal sich der füllige, kraftvoll pulsierende Tiefton der Musical Fidelity im Labor nicht als Effekt entpuppt, sondern stets auf der Basis mustergültig linearer Verstärkung steht. Dass richtig teure Preamps im Mittelhochton noch besser durchzeichnen, verzeiht man da gern.

Messtechnisch gering, aber im Hörtest eklatant (breitere Abbildung, mehr Übersicht in komplexen Aufnahmen) ist der Einfluss des Zusatznetzteils V-PSU, das etwas mehr kostet als der V-LPS, dafür aber noch zwei weitere V-Geräte mit Strom versorgen kann - etwa den D/A-Wandler V-DAC (AUDIO 1/09) oder auch den Kopfhörer-Verstärker V-CAN, der in diesem Test immer dann zum Einsatz kam, wenn nachts der niederohmige Denon-Referenzkopfhörer AD-H 7000 die Lautsprecher ablösen musste. Für unter 400 Euro ist das Gespann momentan genauso unmöglich zu schlagen wie der V-LPS solo für den halben Preis.

Musical Fidelity V-LPS

Musical Fidelity V-LPS
Hersteller Musical Fidelity
Preis 165.00 €
Wertung 95.0 Punkte
Testverfahren 1.0

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