Over-Ear-Kopfhörer

Phonon SMB-02 im Test

1.1.1970 von Christian Möller

Ein extrem linearer Klang ohne Verfärbungen und Effekthascherei – das ist das Ideal des japanischen Herstellers Phonon. Erreicht der Kopfhörer SMB-02 dieses Ziel?

ca. 1:20 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
Phonon SMB02
So leicht bringt den SMB-02 nichts aus der Fassung. Die Stahlbügel sind robust und gut gepolstert.
© Phonon

Pro

  • extrem ausgeglichener, neutraler, zurückhaltender Klang
  • geringes Gewicht

Contra

  • recht hoher Anpressdruck

Fazit

Audio Klangurteil: 83 Punkte, Preis/Leistung: sehr gut

Isao Kumano, CEO der Firma Phonon und seit Jahrzehnten als Tontechniker in der Musikszene Tokios tätig, hatte einen Wunsch: einen Kopfhörer, der eine möglichst authentische Hörerfahrung für sich und seine Musiker im Studio liefern würde.

Die Zusammenarbeit mit talentierten Ingenieuren bei Phonon führte daraufhin zu einem Kopfhörerkonzept, das der Hersteller PHD nennt. Es soll dafür sorgen, dass das Klangerlebnis so nahe wie möglich an das herankommt, was sich Komponisten, Musiker und Tonmeister während der Produktion im Studio vorgestellt haben. Zudem soll der Kopfhörer die Unterschiede zwischen Studiolautsprechern und dem Kopfhörer als Abhörmonitor minimieren. Wichtigste Voraussetzung: möglichst wenig klangliche Verfärbungen und keine effektheischenden Bass- oder Höhenanhebungen, die auf Dauer anstrengen und die Ohren ermüden.

Um das zu erreichen, hat Phonon nicht nur spezielle dynamische Treiber entwickelt, sondern auch die Materialien, aus denen der Kopfhörer besteht, genau ausgesucht. Der gepolsterte Stahlbügel ist mit weichem Kunstleder überbezogen, die Hörmuscheln fallen ebenfalls sehr weich aus, passen sich gut dem Kopf an und umschließen die Ohrmuscheln perfekt. Der Anpressdruck war uns ein wenig zu stark, weswegen wir dem Musikgenuss nach einer gewissen Zeit gerne mal eine Pause gönnten. Der Over-Ear-Hörer arbeitet nach dem geschlossenen Prinzip, schirmt Außengeräusche also gut ab und sorgt gleichzeitig dafür, dass kaum Sound nach außen dringt.

Zum Klang: Das Konzept geht auf! Der Phonon SMB-02 klang in unseren Hörtests extrem neutral, unaufdringlich, fast schon schüchtern. Die Bühne bildete er schön diffenziert ab mit einer ganz leichten Schwäche in den Mitten, die uns aber nur bei Vokal-fokussiertem Jazz auffiel. Auch bei geringen Abhörlautstärken blieb das Klangbild erstaunlich neutral. Gut gemacht, Kumano-san!

Fazit

Es ist eine spannende Erfahrung, ein musikalisches Werk genau so zu hören, wie die Musiker und der Produzent im Studio. Diese Erfahrung ist mit dem Phonon SMB-02 eindrucksvoll möglich. Er deckt allerdings auch Fehler in der Musikproduktion gnadenlos auf.

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