Testbericht

Sony SCD XA 1200 ES

7.1.2008 von Redaktion connect und Christof Hammer

Mit dem 900 Euro günstigen Mehrkanal-SACD-Player präsentiert Sony ein äußerst wohlerzogenes und vielseitiges Multitalent.

ca. 2:10 Min
Testbericht
  1. Sony SCD XA 1200 ES
  2. Datenblatt
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© Archiv

Die Frontplatte aus gebürstetem Aluminium glänzt matt und wertig - es macht Spaß, den Sony anzuschauen. Und ihn zu bedienen: Das Anfassen des inzwischen Sony-typischen Drehrads für das Titelskipping ist immer wieder ein Genuss, sämtliche Tasten und Druckschalter sind ergonomisch sinnvoll konzipiert und wertig gearbeitet, auch wenn die Buttons der zweiten Ordnung (für time/text, menu sowie die Umschalter für Multi/2-Kanal und CD/SACD) etwas klein geraten sind.

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Links neben dem Sony-eigenen Decoderchip sitzen drei Burr-Brown DSD-1751
© H.Härle

Player mit zwei Seiten

Nimmt der Sony seine Arbeit auf, so dauert es nicht lange, bis er seinen Charakter zu erkennen gibt. Der hat seine zwei Seiten, und das abschließende Urteil darüber bleibt dem Geschmack des Hörers überlassen. Das Pro: Er ist ein immens eleganter, wohlerzogener Player, der sehr feinkörnig spielt und mit der Musik durchweg überaus freundlich umgeht. Die Gegenposition: Er ist ein eher braver Begleiter mit doch recht stark gezügeltem Temperament. So agierte er durch die Bank - egal, ob in Pop oder Klassik. Drei Beispiele: Der Bass von "Music Television", einem der stärksten Stücke auf der jüngsten CD von Ex-Fischer-Z-Front-mann John Watts ("Real Life Is Good Enough", Silversonic), verkümmerte über den Sony zu einem dezenten Hüsteln - fast schien es, als sei der Bassist plötzlich nach draußen vor die Studiotür strafversetzt. "Carino Falso", ein beschwingter Son des kubanischen Sängers und Gitarristen Eliades Ochoa und seines Cuarteto Patria ("Sublime Illusion", Virgin), wirkte über den Sony wie eine wohltemperierte Studioproduktion. Dritte Probe aufs Exempel: Bearbeitete Tony Joe Whites Schlagzeuger Jeff Hale in "Did Somebody Make A Fool Out Of You" ("Uncovered"; Munich Rec.) die Felle, hatte man beim Sony einen schmächtigen Hänfling vor Augen - während Mr. Hale über den Vincent CD-S 1.1  die Statur eines finnischen Baumfällers zu haben schien.

Digitaler Gentleman

Einen formvollendeter auftretenden Gentleman als den SCD XA 1200 ES kann man sich fast nicht vorstellen. Sein milder, weicher und edler Stil wirkt wie pures Balsam für die Gehörgänge. Ein Album wie "Over En By" (Strange Ways) von der norwegischen Folk-Fee Kari Bremnes oder Wagners "Karfreitagszauber" mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (von der AUDIO "pure music"-CD Vol. 1; Sennheiser), beides gespielt über den Sony: Mehr audiophile Wellness ist kaum denkbar. 

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doppelter Stereoausgänge: "2Ch Out" und "Front" teilen sich den gleichen Wandler und klingen identisch.
© H.Härle

Wichtiger als die eine oder andere Feinheit im Klang aber:  Der Sony bietet als CD-Spieler Features, über die sonst nur ein gut ausgestatteter AV-Receiver verfügt: So lässt sich einfach via Menü-Eingabe und Display das Bass- und Centermanagement im Surround-Betrieb regeln - ohne dass ein Bildschirm angeschlossen werden muss. Und: Der Sony bedient von sich aus stimmig alle Konfigurationen, egal, ob man vier oder fünf, große oder (vor allem für einfache SACD-spieler eine Herausforderung) kleine Hauptlautsprecher hat, einen Subwoofer oder keinen.

Fazit

Der Sony ist ein Feingeist, der Musik fast schon wie auf Samtpfoten transportiert. Etwas mehr Temperament stünde ihm zwar gut zu Gesicht, aber wer eine seidige Gangart bevorzugt, findet in ihm einen toll ausgestatteten Player, der Stereo- und Surround-Tugenden überzeugend vereint.

Sony SCD XA 1200 ES

Sony SCD XA 1200 ES
Hersteller Sony
Preis 900.00 €
Wertung 95.0 Punkte
Testverfahren 1.0

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