Arbeiten und Spielen ohne Klackern: Die be quiet! Light Mount im Test
Der Hersteller be quiet! bringt eine Tastatur ohne spürbaren Druckpunkt mit mechanischen Switches und will damit Gamer beeindrucken. Wir machen den Test!
Die Ausstattungsmerkmale der Light Mount Silent TastaturDie be quiet! Light Mount Silent Linear ist eine mechanische Tastatur im 100-Prozent-Layout, die auf eine Reduktion der Betriebsakustik sowie auf eine umfassende Beleuchtung ausgelegt ist. Das Gehäuse verfügt über eine Oberseite aus gebürst...
Die Ausstattungsmerkmale der Light Mount Silent Tastatur
Die be quiet! Light Mount Silent Linear ist eine mechanische Tastatur im 100-Prozent-Layout, die auf eine Reduktion der Betriebsakustik sowie auf eine umfassende Beleuchtung ausgelegt ist. Das Gehäuse verfügt über eine Oberseite aus gebürstetem Aluminium und ist intern mit drei Lagen schallabsorbierendem Schaumstoff ausgestattet, welche zwischen den Tasten und der Platine, unterhalb der Platine sowie im Gehäuseboden platziert sind.
Als Schalteinheiten dienen die proprietären be quiet! Orange Silent Switches. Diese mechanischen Schalter weisen eine lineare Betätigungscharakteristik auf und sind bereits ab Werk geschmiert, um Reibungswiderstände zu minimieren. Die Stabilisatoren der größeren Tasten wurden ebenfalls einer werkseitigen Schmierung unterzogen. Das Board unterstützt die Hot-Swap-Funktionalität und ist kompatibel mit 5-poligen Switches im MX-Design. Die Tastenkappen bestehen aus PBT-Kunststoff und werden im Double-Shot-Verfahren gefertigt, wobei die Beschriftung transparent gehalten ist.
Für die Steuerung von Multimedia-Inhalten ist ein programmierbares 3D Media Wheel aus Aluminium verbaut, welches durch fünf dedizierte mechanische Makrotasten ergänzt wird. Das Beleuchtungskonzept umfasst eine ARGB-Einzelbeleuchtung jeder Taste, die durch bogenförmige Diffusoren in den Switches unterstützt wird. Zusätzlich befinden sich ARGB-LED-Leisten an der Oberkante sowie an den Seiten des Gehäuses.
Die ergonomische Anpassung erfolgt über klappbare Füße, die drei verschiedene Aufstellwinkel ermöglichen, sowie über eine gepolsterte, magnetisch abnehmbare Handballenauflage. Der Anschluss an das System wird über ein abnehmbares, zwei Meter langes USB-A-auf-C-Kabel realisiert.
Die Konfiguration der Tastenbelegung, Makros und Beleuchtungseffekte erfolgt über das be quiet! IO Center, welches sowohl als lokal installierbare Software als auch in einer webbasierten Version zur Verfügung steht. Zu den technischen Spezifikationen gehören zudem Full NKRO (N-Key Rollover), eine Polling-Rate von 1.000 Hz sowie ein integrierter Onboard-Speicher für Nutzerprofile.
Die Light Mount im Praxistest
Verarbeitung und Materialien machen einen sehr hochwertigen Eindruck. Auch die Handablage mit dem magnetischen Verschluss gefällt uns sehr gut ob ihrer weichen Oberfläche und der sanften Polsterung. Herausstechen tuen allerdings die Keys: das weiche und praktisch lautlose Gefühl beim Tippen – vor allem mit dem Zehnfinger-System – überzeugt die Tester vollends. Obgleich das freilich eine Frage des Geschmacks ist.
Puristische Gamer mögen das laute Klicken beim Spielen womöglich lieber – oder haben sich seit Jahren daran gewöhnt. Wer allerdings im Streaming-Business bei Twitch oder YouTube unterwegs ist, wird das laute Klackern der Keys ganz sicher nicht vermissen. Dass die Tastatur keinen definierten Druckpunkt hat, mag anfänglich etwas Gewöhnung erfordern, aber schon nach kurzer Zeit hat man sich nicht nur an das weiche Eintauchen gewöhnt, man liebt es regelrecht – zumindest können wir das nach unserer Erfahrung so weitergeben.
Ebenfalls etwas Gewöhnung erfordert der Umgang mit dem IO Center und der Einstellung der Farben für die Schalter. Warum? Es gibt sieben Layer, die man einsetzen muss um die Tastatur in unterschiedliche, farbliche Bereiche zu trennen. Man kann also nicht „in einem Rutsch“ WASD rot machen und gleichzeitig die F-Tasten grün. Die zweite Farbe braucht ihr eigenes Layer. Nach etwas Herumprobieren kommt man dahinter wie der Hase läuft. Etwas seltsam ist auch, dass es keine „so jetzt bitte abspeichern“-Knopf gibt. Die Einstellungen werden einfach beibehalten und das IO Center kann geschlossen werden.
Sehr gut fanden wir, dass man erstelle Profile bestimmten Games zuordnen kann, das kann sehr praktisch sein – auch gerade für Gamer, die mal ein Fantasie-Spiel und mal ein First-Person-Shooter zocken. Dass Makros abgespeichert werden können, gehört sicherlich zum heutigen Standard und wäre ein K.O.-Kriterium für eine Tastatur, fehlte dieses Feature.
Etwas überrascht hat uns, dass die Tastatur lediglich über das beiliegende USB-Kabel betrieben werden kann. Eine Option für den Betrieb als Funktastatur gibt es nicht. Womit wir auch schon beim ersten, echten Kritikpunkt angelangt sind. Die be quiet! Light Mount Silent Linear kostet im Online-Handel rund 140 Euro und das ist für eine kabelgebundene Tastatur hochpreisig.
Fazit
Die be quiet! Light Mount Silent Linear positioniert sich als Tastatur für Anwender, die eine Symbiose aus mechanischer Präzision und akustischer Zurückhaltung suchen. Durch die Implementierung eines dreistufigen Dämmungskonzepts und die Verwendung werkseitig geschmierter linearer Schalter setzt der Hersteller Maßstäbe im Bereich der Geräuschminimierung. Während die haptische Rückmeldung aufgrund des fehlenden Druckpunktes und der starken Dämpfung subjektiv variieren kann, überzeugt die Hardware durch erstklassige Materialwahl wie PBT-Double-Shot-Keycaps und eine robuste Aluminium-Oberfläche.
Trotz der anfangs gewöhnungsbedürftigen Layer-Struktur und des Verzichts auf eine kabellose Konnektivität bietet die Tastatur ein stimmiges Gesamtpaket. Insbesondere für Content Creator und Nutzer in lärmsensiblen Umgebungen rechtfertigt die erstklassige Verarbeitungsgüte und das sanfte Schreibgefühl den gehobenen Preis.