bequiet! will die Shooter-Welt erobern. Unser Test zeigt viel Licht und einen Schatten
Der Premium-Hersteller be quiet! sprengt seine eigenen Ketten und wagt mit der Dark-Perk-Serie den Vorstoß in die Welt der Gaming-Mäuse. Zwei Modelle sind ab sofort verfügbar und bei uns im Test.
Mit der Einführung der Dark-Perk-Serie betritt be quiet! erstmals das Segment der Gaming- Mäuse und setzt dabei konsequent auf die für den Hersteller charakteristische Symbiose aus dezenter Ästhetik und hoher Leistungsfähigkeit. Sowohl das Modell Ergo als auch die Sym-Variante richten sich an a...
Mit der Einführung der Dark-Perk-Serie betritt be quiet! erstmals das Segment der Gaming- Mäuse und setzt dabei konsequent auf die für den Hersteller charakteristische Symbiose aus dezenter Ästhetik und hoher Leistungsfähigkeit. Sowohl das Modell Ergo als auch die Sym-Variante richten sich an anspruchsvolle Gamer, die eine Gaming-Maus für höchste Präzision suchen, ohne dabei Kompromisse zu machen.
Wir werden sehen, ob der Hersteller diese hohen Ansprüche vollständig erfüllen kann.
Die Ausstattung der Dark Perk Mäuse
Die be quiet! Dark Perk Serie, bestehend aus den Modellen Ergo und Sym, basiert auf einer identischen technologischen Plattform. Beide Mäuse verfügen über einen PixArt PAW3950-Sensor und eine Abtastrate von bis zu 8000 Herz, die sowohl im kabelgebunden als auch im kabellosen Betrieb erreicht wird – so der Hersteller.
Außerdem wurden verbaut: eine Nordic Semiconductor nRF54H20 MCU und hochwertige, optische Omron D2FP-FN2-Switches. Die beiden Nager sind mit nur 55 Gramm sehr leicht und sie erreichen dies sicherlich auch Dank des offenen Designs. Clever ist das angewinkeltes USB-C-Kabel, das beim Gamen den Kontakt zum Schreibtisch minimiert. Wobei die vom Hersteller angegebene Akkulaufzeit von bis zu 110 Stunden bei 1000 Herz Pollingrate sicherlich selten dazu führt, dass man mit Kabel spielen muss.
Technologische Präzision
Im Inneren beider Modelle arbeitet der bereits erwähnte PixArt PAW3950, der derzeit als einer der fortschrittlichsten Sensoren auf dem Markt gilt und eine imposante Auflösung von bis zu 32.000 DPI ermöglicht. Diese technische Basis wird durch optische Switches ergänzt, die nicht nur für ihre Langlebigkeit bekannt sind, sondern auch für eine enorm kurze Verzögerung, was Gamer natürlich gerne hören. Uns ist im Spiel zudem aufgefallen, dass die Mäuse ein angenehm sanftes Klickgefühl vermitteln.
Trotz dieser leistungsstarken Komponenten sind beide Mäuse ja bemerkenswert leicht, was sie zur idealen Wahl für wettbewerbsorientierte Spieler macht, bei denen jede Millisekunde und jede noch so kleine Bewegung über den Erfolg entscheidet. Abgerundet wird das mechanische Konzept durch hochwertige Gleitfüße aus reinem PTFE, die dank ihrer abgerundeten Kanten ein nahezu reibungsloses Führen über verschiedene Oberflächen gewährleisten. Jeder Maus liegt übrigens ein Päckchen mit Ersatzgleitern bei.
Konnektivität und Ausdauer für Profis
Die Dark-Perk-Serie bietet volle Flexibilität bei der Verbindung, da sie sowohl über eine verzögerungsfreie 2,4-GHz-Funkverbindung als auch kabelgebunden betrieben werden kann. Ein besonderes Highlight stellt die hohe Abfragerate von bis zu 8000 Herz dar, eine Voraussetzung für sehr kurze Verzögerungszeiten.
Damit die Hardware auch bei langen Sitzungen nicht den Dienst quittiert, sorgt ein Mikrocontroller von Nordic Semiconductor in Kombination mit einer optimierten Firmware für die vom Hersteller angegebene hohe Akkulaufzeit. Sollte die Energie dennoch zur Neige gehen, während einer langen Gaming-Nacht, dann muss nicht auf eine Ersatzmaus ausgewichen werden. Mit dem 180cm-Kabel kann nahtlos weitergespielt und die Maus gleichzeitig geladen werden. Perfekt!
Die Wahl zwischen Ergonomie und Symmetrie
Der wesentliche Unterschied zwischen den beiden Modellen liegt ausschließlich in ihrer äußeren Formgebung und der damit verbundenen Handhabung. Während die Dark Perk Ergo mit ihrem leicht angewinkelten Design speziell auf die Anatomie von Rechtshändern zugeschnitten ist, um eine natürliche Handhaltung zu fördern, besticht die Dark Perk Sym durch ein vollständig symmetrisches Layout.
Letztere ist aufgrund ihrer Bauweise die richtige Wahl für Anwender, die einen beidhändigen Einsatz bevorzugen oder eine neutrale Form für verschiedene Grifftechniken suchen. Insbesondere für Linkshänder stellt die Sim-Version somit die notwendige Alternative dar, wenn es unbedingt eine Dark Perk sein muss.
Dark Perk im praktischen Gaming-Einsatz
In unserem Praxistest konzentrieren wir uns auf die be quiet! Dark Perk Ergo. Da wir ausschließlich Rechtshänder in der Redaktion haben und das klassische Setup – rechte Hand an der Maus, linke Hand auf den WASD-Tasten – bevorzugen, ist das ergonomische Design der Ergo-Variante für uns ideal. Die Dark Perk Serie ist unverkennbar auf den Competitive-Gaming-Bereich zugeschnitten und nimmt vor allem First-Person-Shooter ins Visier. Um die Performance auf den Prüfstand zu stellen, haben wir uns für Testläufe in Borderlands 3 und dem Klassiker Counter-Strike entschieden.
Das erste Highlight bemerkt man sofort beim ersten „Handshake“: Die Oberfläche ist außergewöhnlich hochwertig. Das Material fühlt sich weich und beinahe anschmiegsam an, was sofort für eine intuitive Ergonomie sorgt – ein echtes „Perfect Fit“-Gefühl. Hinzu kommt ein exzellentes Gleitverhalten. Dank hochwertiger PTFE-Füße spielt die Maus in einer völlig anderen Liga als gewöhnliche Office-Nager.
In intensiven Gaming-Sessions punktete der „dunkle Nager“ durch chirurgische Präzision und eine beeindruckende Reaktionszeit, was sich unmittelbar in höheren Frag-Counts widerspiegelte. Besonders in CS waren wir von der Zuverlässigkeit des Sensors beeindruckt. Eine spannende Beobachtung machten wir beim Handling: Aufgrund der extrem glatten Oberfläche stellte sich die Frage, wie griffig die Maus beim Lift-off (dem Anheben der Maus) bleibt.
Interessanterweise sorgt minimaler Handschweiß, der bei längeren Gefechten kaum vermeidbar ist, für einen zusätzlichen Grip-Effekt. Die Maus „klebt“ dann förmlich an der Hand, was die Kontrolle verbessert. Langfristig bleibt abzuwarten, wie sich die Feuchtigkeit auf das Material-Finish auswirkt, doch für die Performance im Moment ist es ein klarer Pluspunkt.
Fazit: Purismus für Spezialisten zu einem hohen Preis
Die be quiet! Dark Perk Serie bricht radikal mit dem Trend der Feature-Überladung und besinnt sich auf einen beinahe asketischen Minimalismus. Mit einem Preis von rund 110 Euro erscheint sie deshalb ziemlich kostspielig, zumal sie auf gängige Standards wie eine RGB-Beleuchtung, Bluetooth-Konnektivität oder eine Vielzahl an programmierbaren Zusatztasten verzichtet. Dieser bewusste Verzicht führt jedoch genau zu der anspruchsvollen FPS-Zielgruppe, die bequiet! im Visier hat. Wer eine multifunktionale Office- oder MMO-Maus sucht, liegt mit der Dark Perk völlig falsch.
In der starken Reduktion liegt die Stärke der Dark Perk: Die Maus überzeugt durch ihr minimales Gewicht, eine tolle haptische Oberflächenbeschaffenheit und ein Gleitverhalten, das seinesgleichen sucht. In Kombination mit der Präzision des High-End-Sensors und einer beeindruckenden Reaktionszeit liefert Maus genau dort ab, wo es in kompetitiven Matches zählt. Die Dark Perk ist keine Maus für jeden, sondern eine verlässlicher Begleiter in der Welt der FPS-Shooter-Games.