Mobilfunk-Netztest 2014/2015

So testet Connect die Handy-Netze 2014

Wie in den Vorjahren schickte connect-Messtechnikpartner P3 communications zwei Messfahrzeuge auf die Strecke. Diese waren mit jeweils zehn Smartphones vom Typ Samsung Galaxy S4 LTE+ bestückt, je nach Land kamen davon sechs bis acht zum Einsatz.

Netztest 2014: Mobile Testeinheit

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Netztest 2014: Mobile Testeinheit

Die auf den Test-Smartphones verwendete Firmware entsprach jeweils der originalen Netzbetreiberversion. Gab es eine solche nicht, kam aktuelle Samsung-Firmware zum Einsatz. Zusätzlich zu den beiden Messfahrzeugen war noch ein Testteam mit vier Samsung Galaxy S4 LTE+ und einem mit starken Akkus ausgerüsteten Trolley zu Fuß und per Bahn unterwegs.

Smartphone-Telefonie

Je die Hälfte der in den beiden Fahrzeugen eingesetzten Smartphones wurden für Telefoniemessungen von Wagen zu Wagen (mobile-to-mobile) eingesetzt. Im Hintergrund wurde, um realistische Bedingungen sicherzustellen, auf einer Teilnehmerseite gleichzeitig Datenverkehr abgewickelt. Die Übertragungsqualität der gesendeten Sprachsamples wurde mit dem für HD-Voice geeigneten POLQA-Wideband-Verfahren bewertet.

Da alle Netzbetreiber der DACH-Region mittlerweile LTE-Tarife für Smartphones anbieten, waren in diesem Jahr erstmals alle Telefone auf "LTE bevorzugt" konfiguriert. Sie mussten also sehr häufig für die Telefonie aus dem LTE-Netz nach 2G oder 3G zurückschalten (CSFB).

Netztest 2014: Testfahrzeug

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Smartphone-Daten

Die Datenmessungen der Messfahrzeuge erfolgten mit drei bis vier weiteren Samsung-Smartphones. Bei den Datenmessungen wurden im ersten Schritt mehrere nach Alexa-Ranking populäre Web-Seiten (dynamisch) mit dem realen Geräte-Browser heruntergeladen. Zusätzlich kam die als Kepler-Seite (statisch) bekannte ETSI-Referenz (Europäisches Institut für Telekommunikationsnormen) zum Einsatz.

Daneben werden 3 und 1 MB große Dateien herunter- respektive hochgeladen, hier wird die Leistungsfähigkeit für kleine Übertragungen ermittelt. Um sich der maximalen Leistungsfähigkeit der Netze zu nähern, wird zusätzlich die Geschwindigkeit innerhalbeiner 10-Sekunden-Periode beim Up- und Download großer Dateien bestimmt.

Sehr praxisnah sind die mit dem im Smartphone integrierten Browser durchgeführten Youtube-Messungen in einfacher Auflösung (Standard Definition SD, 360p, 2,7 MB, 30 sec) und in High Definiton (720p, 11,9 MB, 30 sec). Für die Messungen wurden die Smartphones über einfache Indoor-Verhältnisse simulierende 12-dB-Dämpfungsglieder mit Antennen in den Dachboxen der Autos verbunden, wobei für das MIMO (Multiple Input Multiple Output) bei LTE zwei Antennen pro Smartphone zum Einsatz kommen.

Zu Fuß in Gebäuden und Zügen

Doch damit nicht genug: Mit dem gleichen Programm aus Telefonie und Datenmessungen waren Testteams auch zu Fuß unterwegs. Gemessen wurde in öffentlichen Verkehrsmitteln, aber vor allem auch in Gebäuden, etwa in Cafes, Museen, Bahnhofshallen oder Flughafenterminals. Auf den Verbindungen zwischen den Städten nutzten die Testteams die Möglichkeit, in Zügen der regionalen Bahngesellschaften die Qualität der Mobilfunkversorgung zu überprüfen.

Netztest 2014: Mobile Messungen

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Logistik

Während der Messungen befanden sich die Fahrzeuge zwar in derselben Stadt, jedoch nicht am selben Ort, damit nicht ein Fahrzeug die Messungen des anderen verfälscht. Beide Autos fuhren eine ganze Reihe von in kurzen Abständen vorgegebenen Zielen ab. Daneben standen auch rund einstündige Pausen in sogenannten Areas of Interest mit ausgeprägtem Publikumsverkehr auf dem Programm. Als Ziel für die stationären Messungen dienten Verkehrsknotenpunkte wie Hauptbahnhöfe und Flughäfen, aber auch gern genutzte Erholungsgebiete und dicht besiedelte Wohngegenden.

Netztest 2014/2015

Mobilfunk-Netztest 2014/2015

Mobilfunk-Netztest 2014/2015

Hier müssen sich die Test-Smartphones Datenkapazitäten mit normalen Nutzern der Mobilfunknetze teilen. Das entspricht dem üblichen Konkurrenzkampf um die mehr oder minder knappe Ressource Bandbreite.

Die Städte, in denen gemessen wurde, sollten für einen möglichst großen Teil der Bevölkerung repräsentativ sein. Gemessen wurden in Deutschland 21 Großstädte mit Größen von 156 000 Einwohnern in Osnabrück bis zu 3,4 Millionen in Berlin. Kleinstädte entlang der Messrouten wurden nur von jeweils einem Messfahrzeug angefahren, um arbeitsteilig ein größeres Versorgungsgebiet prüfen zu können. Dabei wurden 27 Kleinstädte von unter 20.000 Einwohnern wie Witten oder Nauen bis zu knapp 90.000 Einwohnern wie Esslingen angefahren.

In der Schweiz und in Österreich waren es zusätzlich je 16 der 25 größten Städte und zusätzlich um die 20 Kleinstädte. Zwischen diesen Stationen waren die Testwagen, wie der normale Verkehr auch, überwiegend auf Autobahnen unterwegs, zum Teil wurde auch auf National- oder Landstraßen gefahren.

Netztest 2014: Testfahrzeug

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Aufwand und Ertrag

Insgesamt legten die Prüfmannschaften für den connect-Netztest 45 000 Kilometer zurück - das entspricht einer Weltumrundung. Auf dieser Strecke erfasste das Team von P3 communications rund 150 000 Messsamples, von denen knapp die Hälfte auf Deutschland entfiel. Dieser Aufwand ist immens - aber nötig, wenn man statistisch belastbare Aussagen zur Netzqualität treffen will.

Den kompletten Netztest lesen Sie in der connect-Ausgabe 1/2015. Das Heft liegt ab 5. Dezember am Kiosk, ist als Einzelheft oder als digitale Ausgabe für iPad und Android bestellbar.

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