Testbericht

Blu-ray-Player Denon DBP 2010

Mit dem DBP 2010 (700 Euro) beginnt Denon bereits seine Blu-ray-Player-Palette rundzuerneuern. Digitale Vollausstattung mit feinen Analogausgängen - das klingt nach einem guten Paket.

  1. Blu-ray-Player Denon DBP 2010
  2. Datenblatt
Blu-ray-Player Denon DBP 2010

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Blu-ray-Player Denon DBP 2010
Blu-ray-Player Denon DBP 2010

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Getrennte Stereo- und 7.1-Anschlüsse führen nicht nur zu feinstem Klang, praktischer Weise stellt der Stereo- ausgang auch stets einen Downmix bereit.

Denons bisheriger 700-Euro-Player DVD 1800 BD (Heft 1/09) erhält mit dem DBP 2010 einen Nachfolger mit signifikant größerer Ausstattung und würdiger Verarbeitung, deren soliden Eindruck allenfalls die subjektiv etwas wackelige Schublade eine Winzigkeit trüben könnte. Dafür strahlen 14 goldene Cinchbuchsen auf der Rückseite, wovon ein Duo den separaten Stereoausgang bildet und ein Oktett bis zu 7.1 Kanäle an den Verstärker weiterreicht. Hinzu gekommen sind auch ein Netzwerkanschlus und eine RS-232-Schnittstelle, letztere für Fernsteuersysteme. Die Innereien entwickelte D&M komplett neu und packt alle aktuellen BD-Features ein.

Das neue Laufwerk soll die Platten ruhiger drehen lassen, wofür die Sandwichbauweise und die fast einen Millimeter dicke Deckplatte sorgen sollen. Außerdem sitzt es nun wieder in der Mitte des Gehäuses.

Blu-ray-Player Denon DBP 2010

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Praktisch: Die Pure-Direct-Taste der Fernbedienung erlaubt, für reinen Musikgenuss die Videosektion und das Display schrittweise abzuschalten.

Wie die Mitbewerber kann jetzt auch dieser Player alle aktuellen Tonformate intern decodieren, wobei Denon als einer der ersten Anwender auf DTS' Spardecoder "DTS HD Master Audio Essential" zurückgreift, der alle Stammformate beherrscht, dafür von allen Sonderformaten wie DTS ES, DTS 96/24 und so weiter befreit ist. Doch die Entwickler kümmerten sich nicht nur um diese weitreichende Hardwareänderung, auch das Menü verbesserten sie in einigen entscheidenden Punkten. So erreicht der Anwender die Umschaltung zwischen Laufwerk und SD-Kartenleser als Quelle nicht mehr in den verästelten Tiefen des Setups, sondern als ersten Punkt im Quickmenü.

Also ab mit ihm in den Hörraum. Dort in Betrieb fällt auf, dass er, wie schon seine größeren Geschwister, ein geringes, aber vernehmbares Betriebsgeräusch erzeugt. Das können Konkurrenten mittlerweile leiser. Das Setup geht leicht von der Hand und bietet neben sinnvoller Voreinstellung reichlich manuelle Einflussnahme auf Bild, Ton und Verhalten des Players, vom Bassmanagement für die Mehrkanalausgabe bis zum HDMI-Videoformat, von der Netzwerkkonfiguration bis zum Bildschirmschoner. Ein erster Funktionscheck bestätigt eine flotte Navigation von der SD-Karte mit Bildern oder komprimierter Musik, deren Titelnamen der 2010 aber leider nicht im Klartext-Format ID3 anzeigt.

Blu-ray-Player Denon DBP 2010

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Zentriert: Denon platziert im DBP 2010 das Laufwerk vibrationsmindernd in der Mitte des Gehäuses.

Die technisch immer noch kniffeligen Sonderfunktionen einiger Blu-rays von animierten Java-Menüs über Bild-im-Bild-Darstellung mit zweiter, zeitgleicher Tonspur und auch Internet-Inhalte via BD-Live beherrscht der Denon routiniert. Mit dem Einlesen der Scheiben (DVD 22, BD 36 Sekunden) liegt er im Mittelfeld, dafür benötigt er aus dem laufenden Film heraus ungewöhnlich lange, bis sich die Lade wieder öffnet. Den neuen Videoprozessor ABT 1030 konnten die Tester selbst mit den fiesesten Testsequenzen nicht aus dem Tritt bringen. Auch der Scaler macht seine Sache im wahrsten Sinne des Wortes fein und zaubert sogar aus den guten alten DVDs ein Bild, das man ohne direkten Vergleich im ersten Augenblick für eine Blu-ray halten könnte.

Zeit für erste Filme und Musik. Die Trickfilme "Ab durch die Hecke" von DVD und "Wall-E" von Blu-ray bewiesen die verblüffende Plastizität und artefaktarme Akkuratesse der Bildverarbeitung, die dem kontrastreichen und strahlenden Bild des Vergleichsgeräts Pioneer BDP LX 08 (Test 05/09) in nichts nachstand. Und auch mit komplexer Musik von CD, DVD und Blu-ray hatte der Denon ebenfalls einen guten Stand gegen den Pioneer, der, gemeinsam mit seinen bauähnlichen Geschwistern wie BDP LX 71 (Heft10/08) bislang einzigartig musikalisch musizierte. Der DBP 2010 klang zwar eine Spur weniger schönmalerisch, aber genauso spielfreudig und mit angenehm groovigem musikalischen Fluss.

Blu-ray-Player Denon DBP 2010

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Quick: Die Setup-Startseite umfasst nun die Umschaltung von Disc auf SD-Karte und auch zwischen Bitstream-Audio und PCM-Ausgabe (Mix).

Soweit das Thema digitale Wiedergabe. In der dem Pioneer ebenbürtig bestückten Analogsektion mit immerhin fünf Burr-Brown PCM 1782 für die getrennt nach Stereo und Surround arbeitenden Ausgänge konterte der Neuling ebenso musikalisch ambitioniert. Hier verloren sich an beiden Ausgangsgruppen nur ein wenig die Körperhaftigkeit und das ein oder andere feine Detail der Wiedergabe, ging eine Spur mehr an Glanz von Becken und ein wenig Bulligkeit einer Bassdrum mehr verloren als beim Pioneer.

Räume hingegen bildete der Denon sowohl analog als auch digital sehr gut und vielleicht sogar eine Spur besser als sein Gegner ab - klarer und größer.

Denon ist mit dem DBP 2010 eine tolle Neukonstruktion gelungen. Bis auf das Betriebsgeräusch und die lange Auswurfzeit gibt es nichts zu meckern. Die plastische Bild- und musikalische Tonqualität via HDMI setzten den DBP 2010 an die Spitze seiner Preisklasse.

Denon DBP 2010

HerstellerDenon
Preis700.00 €
Wertung106.0 Punkte
Testverfahren1.0

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