Testbericht

CD-Player Burmester 069 & Netzteil Reference

Irgendwann hilft Renovieren nichts mehr, man muss neu bauen - dachte sich die Edel-Manufaktur Burmester und präsentiert nun einen neuen CD-Spieler für die Ewigkeit - den 069 plus Netzteil Reference für 33 900 Euro.

  1. CD-Player Burmester 069 & Netzteil Reference
  2. Datenblatt
Burmester 069

© Archiv

Burmester 069

Einen Platz für einen Einschub auf der Rückseite haben wir noch freigelassen", lächelt Udo Besser, Manager der High-EndManufaktur Burmester, wissend. Als Option haben die Berliner einen Ethernet-Eingang in der Hinterhand, über den dem Wandler im brandneuen Top-CD-Player 069 (33 900 Euro) Hochbit-Downloads aus dem Internet zugespielt werden können.

Damit wird das neue Exponat zum Zweikanal-Universalgenie. Von Haus aus schon mit Digital-Inputs und einem (symmetrischen) Analogeingang gerüstet, macht er mit seiner Lautstärkeregelung in vielen Fällen einen Vorverstärker überflüssig. Und als CD-Spieler strebt Nummer 069 sogar nach Bestmarken

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© Julian Bauer

Alleine gegen den Rest der Welt: Im Burmester 069 treibt ein Transmissionsband die Disc an.

Beim Laufwerk besannen sich die Berliner zurück auf ihr ursprünglich zusammen mit CEC entwickeltes, riemengetriebenes Laufwerk 916 (11/92): Wie bei einem Plattenspieler entkoppelt ein Gummiband den Motor von der Tellerachse.

Da die Datenauslesegeschwindigkeit konstant ist, muss die Drehzahl zwischen 500 (innen) und 200 Umdrehungen (außen) pro Sekunde nachgesteuert werden, und zwar bei einem Titelwechsel möglichst schnell. Das verzögerungsfreie Ändern der Drehzahl ist bei normalen Playern mit direktangetriebener Tellerachse kein Problem -da ist die Steuerelektronik integriert. Für Burmester jedoch bedeutete sein unkonventioneller Antrieb neben erheblich höherem Fertigungsaufwand auch die Investition in eine völlig neue Software für die Laufwerkssteuerung.

Das 069-Projekt durfte ohne Rücksicht auf Kosten reifen. Einen großen Anteil daran trägt die Mechanik. Die Berliner gaben sich nicht etwa damit zufrieden, das externe Netzteil nur zu bedeckeln. Zusätzlich aufgeschraubte, abgewinkelte Aluminiumplatten verhelfen ihm zu stattlichen 26 Kilogramm Gewicht. Genauso viel bringt der ähnlich aufwendig gepanzerte Player selber auf die Waage.

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© Julian Bauer

Strikt symmetrische X-AMP-2-Module für die Ausgangsverstärkung.

Ein Wunder an Präzisionsmechanik sind seine Lagerbuchse und der Puck mit einer Passgenauigkeit von 1/1000 Millimeter.

Mit je einem optischen und Cinch-Digitaleingang dürfen sich auch Fremdgeräte wie ein digitaler Satellitentuner an den Wandler anbinden. Die Berliner haben sich durch alle gängigen Konverterchips durchgehört, um bei einem Baustein der britischen Wolfson fündig zu werden. Burmestertypisch werden die Analogsignale streng symmetrisch und ohne klangschädliche Koppelkondensatoren weiterverarbeitet.

In Amerika gang und gäbe, bei uns ein Wachstums-Markt: Für die Heimvernetzung entwickelten die Berliner ein Extra-Board, mit dem sich der 069 über seine RS-232-Schnittstelle jeder Systemfernbedienung (PC, Crestron, Amx) unterordnet.

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© Julian Bauer

Diese Platine weist den 069 als CD-Spieler aus und integriert ihn in eine Mediensteuerung.

Als Vorverstärker wartete der 069 mit kräftigem Bass, kristallklaren Mitten und Höhen auf. Als reiner CD-Player mit festem Ausgangspegel, aber noch unsymmetrisch angeschlossen strebte der 069 schon mit seinen ersten kernigen Tönen nach höchsten Weihen. Unglaublich, wie er komplexe musikalische Strukturen aufschlüsselte, beängstigend, mit welcher Wucht der Player bei Tempowechseln wachrüttelte. Selbst stereoplays Referenz-Player Naim Audio CD 555 schaffte nicht diese Bassgewalt, den Vorwärtsdrang und die straffe Gangart. Der Brite gab sich verspielter, wirkte aber in der Natürlichkeit von Stimmen oder der Strahlkraft von Blasinstrumenten noch glaubwürdiger.

Über seine symmetrischen Ausgänge löste der Burmester den Hochtonbereich noch feiner auf, ließ noch tiefer in den Aufnahmeraum hineinhorchen und zog dadurch mit dem Naim gleich.

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© Julian Bauer

Der Konverter sitzt in einem eigenen Gehäuse, die Operationsverstärker sind gesockelt, weil sie im Spieler ausgemessen und gematcht werden.

Ein Umschalten des Upsamplers von den standardmäßigen 96 auf 192 Kilohertz brachte dabei wenig: Es machte den Klang eine Spur runder, nahm aber dem Bass etwas an Kraft.

Mit 96 kHz erwies sich auch die präzise, kräftige Gangart des 069-Wandlers solo als Weltspitze. Der Burmester ist also ein High-End-Universalgenie - einschließlich Netzwerk-Option.

Burmester 069

HerstellerBurmester
Preis36900.00 €
Wertung65.0 Punkte
Testverfahren1.0

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