Testbericht

Im Test: Vollverstärker Marantz PM 7004

Ein im Wortsinn schöner mittlerer Vollverstärker. Die Entwickler achteten beim Marantz PM 7004 (650 Euro) vor allem auf einen relativ sanften, fließend-musikalischen, nie nervenden Klang.

  1. Im Test: Vollverstärker Marantz PM 7004
  2. Datenblatt
Marantz PM 7004

© Archiv

Marantz PM 7004

Der PM 7004 weist in einem sympathischen Leuchtstreifen auf die anvisierte Quelle hin, die Tipper Speaker A und B verraten, dass der Besitzer zwei Boxenpaare einsetzen kann.

Marantz PM 7004

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Der PM 7004 von Marantz bringt wenige Anschlussbuchsen mit, dafür lässt sich der Endverstärker-Eingang von der Frontplatte aus aktivieren.

Mit Power Amp lässt sich der Verstärker zur Endstufe umfunktionieren - Sondereingänge stehen auf der Rückseite bereit. Unter den Tonreglern, die per Source Direct zu umgehen sind, finden sich nicht nur die üblichen für Bässe und Höhen, sondern zusätzlich einer für die Mitten. Marantz glaubt, mit seiner Hilfe aus datenreduzierten Dateien a la MP3 mehr Fülle herauskitzeln zu können.

Marantz PM 7004

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Die Bauweise mit der Extra-Endstufenplatine auf supermassivem Druckguss-Profil schaute sich der PM 7004 von teureren großen Brüdern ab.

Am allerliebsten nimmt sich der Marantz PM 7004 möglichst edler Klänge an. Vor allem für die eines CD-Spielers, denn um derlei Signalen den eingezogenen Kopf beim Durchwandern der IC-Eingangswahl zu ersparen, hebt er sie mit einem Extra-Preamp an. Und nicht mit irgendeinem, sondern mit einer Gegentaktanordnung, die von und zu genannt werden kann.

Marantz PM 7004

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Die Bezeichnung "Transistorgrab" darf der Marantz gerne ablehnen. Die vielen Halbleiter helfen, die Musiksignale stets so fit wie möglich zu halten.

Genießt der Rest der per Halbleiter durchgeschalteten Meute die gleiche Behandlung, so setzt bei gehörigem Abstand zum Störgrund die Lautstärkeregelung an.

Es folgen weitere Verstärkungs-Kreise, damit die Musik eine eventuelle Klangregelung übersteht. Rücken die Signale bis dahin durch wie geschmiert, helfen ganze Horden weiterer symmetrisch aufgestellter Transistoren, dass auf dem Weg zu den Endstufen nichts mehr anbrennen kann.

Marantz PM 7004

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Frequenzgang: Sehr ausgewogen und breitbandig, Phono mit MM-System brillanzbetont

Den dreistufigen Emitterfolger, der pro Kanal in zwei Ausgangstransistoren mündet, nickt der Techniker dann noch als Graubrot ab. Nicht aber den fulminant Alu-starken Kühlkörper und die Stromgegenkopplung, die größere Happen Energie rückführt und deswegen schneller und konsequenter korrigiert als eine, die überwiegend nur mit leicht beeinflussbaren Spannungen arbeitet.

Marantz PM 7004

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Niedrige, hauptsächlich ungerad¬zahlige Klirrkomponenten mit divergierendem Lastwechselverhalten. Recht hohes Musikleistungsniveau bis maximal 170 Watt an 3 Ohm, an komplexer Last merklich weniger

Technik im Detail

Die Schaltungs-Urzelle des PM 7004 und vieler anderer Marantz-Verstärker besteht aus einer Anordnung, die auf ihrer Gegentaktseite jeweils aus einem n- und einem p-Transistor besteht - mit Plus- und Minus-Stromversorgung. Die darüber hinaus selektierten Halbleiter gleichen ihre Kennlinien-Krümmungen aus. Verstärkt ein solches Quartett zunächst nur Strom, so heben nachgeschaltete Transistoren auch Spannungen an. Leistungs-"Urzellen" geben dann bereits Handgreifliches aus.

Hörtest

Bei der CD-Wiedergabe legte der Marantz PM 7004 vor allem untenrum zu, was im Wesentlichen aber nur der Jazzsängerin Jane Monheit nicht so sehr behagte. Bei "Shine On Your Shoes" auf der CD "Home" (Universal) betonte der Verstärker die tieferen Laute, das Stämmige etwas, ohne im gleichen Maße auf die sanft gehauchten, kuscheligen Nuancen einzugehen. Wenn dem Marantz etwa in "Radio" von Vienna Teng die Pots-and-Cans-Percussion zu herb und zu glasig erschien, schielte er unverhohlen zum Fläschchen mit Öl.

Das bedeutet aber noch lang keinen Tadel. Wenn der Marantz auch keine Glitzer-Feuerwerke liebte, so brachte er kultiviertere Klavierläufe doch sehr finessenreich rüber.

Den vom WDR-Jazzpianisten Frank Chastenier eingespielten "Songs I Always Loved" (Universal) mangelte es an nichts, aber auch gar nichts. Etwa "Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt", wo die alte Weise von delikaten Zwischentönen, von lange nachklingenden Reibungen der Akkorde begleitet wird. Und glaubte der Virtuose zur Untermalung ein elektronisches Melotron benutzen zu müssen, hakte der PM 7004 den unnötigen Klangteppich als leicht und zart gewoben mit gütiger Nachsicht ab.

Marantz PM 7004

HerstellerMarantz
Preis650.00 €
Wertung42.0 Punkte
Testverfahren1.0

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