Testbericht

Marantz PM 7001 KI

15.1.2008 von Redaktion connect und Lothar Brandt

Der mit den Initialen KI geadelte Marantz PM 7001 baut auf einen Preis-Leistungs-Champion: den Basis-PM 7001. Für 500 Euro bot bisher kein anderer Verstärker soviel Klang. Ob der KI das noch topt?

ca. 1:30 Min
Testbericht
  1. Marantz PM 7001 KI
  2. Datenblatt
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© Archiv

Marantz-Kunden haben den Einlass für Moving-Magnet-Signale schon serienmäßig im 7001 an Bord. Für den KI rüstete Ken Ishiwata die auf einer zweiten Ebene angesiedelte Phono-Platine mit nochmals enger tolerierten Einzelbauteilen und vergoldeten Cinch-Buchsen aus. Der MM-Part konnte im Labor mit hervorragendem Fremdspannungsabstand prunken - 83 Dezibel, was nahezu rauschfreien LP-Genuss garantiert. Gut so, denn die etwas hohe Kapazität von 510 Picofarad (pF) - sie führt bei vielen MM-Tonabnehmern zu einem leicht schrillen Klang - verlangt eher nach dem Anschluss von sogenannten "High Output Moving Coil"-Abtastern wie dem Benz ACE H. Den vergleichsweise immer noch eher leisen HO-MCs tun rauscharme MM-Eingänge gut.

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Viel Edelmetall schirmt und stabilisiert das Innenleben.
© Archiv

Klang

Die neben großzügiger Kupfer-Schirmung des Chassis auffälligsten Tuning-Maßnahmen finden sich im Netzteil: Ringkern- statt Schnittbandkern-Transformator und eine von 30000 auf 36000 Mikrofarad aufgebohrte Siebkapazität. Erstaunlicherweise bringt dieses vor allem für Endstufen segensreiche Energiereservoir dem KI keine höheren Leistungsdaten als dem gewöhnlichen PM 7001 - die Stabilitäts-Diagramme ähneln einander aufs Volt. Selbst bei der Analyse des leistungsabhängigen Klirrverhaltens offenbart der KI keine sichtbaren Fortschritte gegenüber dem ausgesprochen klirrarmen kleinen Bruder. Lediglich die etwas höher verlaufenden Klirrkomponenten fallen ins Auge; sie steigen vor allem bei den geradzahligen - vom Ohr meist als angenehm empfundenen - auch etwas schneller an.

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Das blaue, gekapselte Alps-Potentiometer stellt die Lautstärke.
© Archiv

Und der Klang? Erst im Hörtest konnte sich der KI minimal vom immerhin 300 Euro günstigeren Ausgangsmodell absetzen. Heinrich Bibers Barock-Schmankerl "Battalia", von Tacet fantastisch produziert (CD "Die Röhre"), gewann etwas an sonorem Fundament, die charakteristischen Schläge, welche die Streicher mit den Bögen ihren Instrumenten zufügen, hatten die herbere Holz-Note. Mit den preislich und elektrisch adäquaten Lautsprechern Sonics Argenta (1200 Euro, AK 56) setzte der KI die trunkenen Landsknechte in der Mitte des Stücks auch etwas nachdrücklicher in Szene.

Doch der Ur-7001 konnte seine Stärken mit reichen Klangfarben, feinfühligen Dynamik-Nuancen und - zumindest bei kleinen Lautstärken - hervorragender Räumlichkeit ebenfalls herausstreichen. Eine volle Wertungsstufe besser - und damit auf dem Niveau etwa eines Denon PMA-1500 AE - lag die Vorstellung des KI nicht ganz. Die 80 Punkte des ungetunten PM 7001 wogen schwer.

Marantz PM 7001 KI

Marantz PM 7001 KI
Hersteller Marantz
Preis 800.00 €
Wertung 85.0 Punkte
Testverfahren 1.0

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