Car Connectivity

Mazda 3 mit MZD Connect im Test

"So soll Infotainment sein." Selbstbewusst bewirbt Mazda sein System MZD Connect im Mazda 3. Das bietet viele gute Ansätze, lässt beim Test im Detail aber Wünsche offen.

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Trotz rückläufigem Markt verkaufte Mazda 2013 weltweit 18 Prozent mehr Autos, allein in Deutschland verzeichneten die Japaner einen Zuwachs von zehn Prozent. Das ist kein Wunder, denn der Kunde bekommt einiges geboten. Nimmt man etwa im neuen Mazda 3 Platz, erwartet einen ansprechendes Design, eine ordentliche Verarbeitung und jenes Quäntchen Charme, das den deutschen Herstellern so oft abgeht.

Infotainment-System: Alles in einem

Erfolg macht bekanntlich selbstbewusst, und so preist Mazda auch sein Infotainment- System MZD Connect mit den oben genannten markigen Worten an. WLAN, Bluetooth, Internetdienste - das alles soll das System bieten, und dabei einfach bedienbar bleiben. Ein Vorhaben, an dem schon einige gescheitert sind - wir sind also gespannt ...

Auf den ersten Blick liegt die Einschätzung "so soll Infotainment sein" zumindest nicht vollends daneben: Das System wird mit einem zentralen, gut erfühlbaren Controller vor dem Schaltknüppel befehligt, auf den die Hand nahezu von selbst fällt. Der Monitor ist wie ein Tablet-PC oben auf dem Armaturenbrett aufgesetzt und weitgehend blendfrei. Im Stand fungiert der Bildschirm auch als Touchscreen, während der Fahrt ist er deaktiviert.

Über diese beiden ab der Ausstattungslinie Center-Line serienmäßig enthaltenen Komponenten steuert man das aufpreispflichtige SD-Navigation- System (600 Euro), das Infotainment- Paket und einige Fahrzeugfunktionen. Oberflächlich betrachtet wirkt das Ganze wie aus einem Guss, lässt sich intuitiv bedienen und geht schon nach kurzer Zeit in Fleisch und Blut über.

Geht man jedoch in die Details, fällt auf, dass das System bei den beworbenen Connectivity-Features grundsätzlich aus drei Komponenten besteht. Da ist zum einen die Bluetooth-Freisprechanlage, die mit problemloser Funktion, guter Sprachqualität und einfacher Bedienung überaus positiv auffällt.Zusätzlich ruft das System von kompatiblen Android-Smartphones SMS wie E-Mails ab und liest sie in ansprechender Qualität vor - das ist top.

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Connect stellt Ihnen den Mazda 3 im Test vor.

Radio setzt auf Aha-Effekt

Die Internetfeatures spielen sich jedoch nicht direkt im MZD Connect ab: Mazda setzt hier auf die Smartphone-App "Aha Radio". Diese von einem Start-up in Kalifornien entwickelte App gehört heute zum Harman-Konzern und dient als Wunderwaffe für einfache Integration: Das Tool fasst den Zugang zu Webradio-Sendern, Podcasts, Facebook, Twitter und einer Online-Sonderzielsuche unter einer Oberfläche zusammen. Dank der einheitlichen Schnittstelle (bei Android via Bluetooth, das iPhone läuft nur direkt am Kabel) muss der Autohersteller die Funktionen nicht einzeln selbst entwickeln, sondern bindet einfach die Aha-App ans Fahrzeug an - fertig.

Die Zugänge zu den Diensten und die Webradio-Sender richtet man direkt in der nach wie vor etwas unübersichtlich zu bedienenden App ein, nach Anschluss an das Infotainment-System stehen die Dienste wie Musikquellen auf dem Monitor zur Verfügung. Wer auch hinterm Steuer nicht von seiner Timeline lassen will, darf sich freuen: Facebook- und Twitter-Beiträge werden wie Musiktitel nacheinander abgespielt.

Nachteil: Bei der Vorlese-Funktion kommen andere synthetische Stimmen als bei der Bluetooth-Anlage zum Einsatz, die auch qualitativ nicht mithalten konnten. Außerdem fehlt Feinschliff: Weblinks werden mit den Worten "ein Weblink gebucht wurde" vermeldet, anstatt sie einfach zu übergehen. Auch die Sprachautomatik (englische Texte werden von einem Mann, deutsche von einer Frau vorgelesen) liegt nicht immer richtig, was sich mitunter brüllend komisch anhört. Davon abgesehen erschließt sich der Sinn mancher Kurzpostings auf Facebook erst durch das zugehörige Foto - das wird auf dem MZD Connect aber nicht angezeigt. Positiv ist die reichhaltige Auswahl an Webradio-Sendern und die gute Audioqualität.

WLAN nur für Navigation

Die ebenfalls vorhandene WLAN-Schnittstelle kommt ausschließlich für das vom iGo- Hersteller NNG zugelieferte Navigationssystem zum Einsatz und ruft hier Stau-, Wetterund Benzinpreisinfos sowie Google-Ziele ab. Umständlich: Während sich Bluetooth im Normalfall automatisch verbindet, muss man die meisten Smartphones bei Fahrtbeginn erst manuell in den Hotspotmodus schalten - und hat neben Bluetooth und Aha-Radio eine dritte aktive Verbindung.

Außerdem enttäuschte die Umsetzung: Wir hatten zum Teil massive Probleme mit der Stabilität der WLAN-Verbindungen, und wenn das System mal online war, ärgerten die veralteten und unpräzisen Staumeldungen. Schade, denn ansonsten darf die iGo-Umsetzung im Mazda, die schnell, schick und bis auf die Verkehrsmeldungen auch präzise navigiert, als gelungen gelten.

"So soll Infotainment sein."Dieses Versprechen löst das Mazda MZD Connect also nicht vollends ein - zu unterschiedlich sind die Niveaus der drei Systemteile.

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