Testbericht

Onkyo TX-SR 674

Erfüllt der AV-Receiver Ihre Wünsche optimal? Unser Kandidat aus der 700 Euro-Klasse von Onkyo bietet in dieser Preisklasse bereits ernstzunehmendes AV-Entertainment.

image.jpg

© Archiv

Da wäre einmal sein Einmess-System "Audyssey", das mit Hilfe eines beigelegten Mikrofons sowie dreier frei wählbarer Messpositionen jede Raumakustik analysiert und prompt mit passenden Equalizer-Kurven ausgleicht. Besonders nützlich, wenn architektonische oder partnerschaftliche Umstände Zugeständnisse in Sachen Boxenaufstellung erfordern. Solch ein System kann lästiges Konfigurieren - und Diskutieren - ersparen.

HDMI-Vielfalt

Ebenfalls sehr praktisch sind die beiden HDMI-Eingänge des Onkyo. Großbildfernseher warten oft mit nur einem einzigen HDMI-Anschluss auf, DVD-Player und HDTV-Tuner aber liefern meist über diese digitale Schnittstelle das beste Bild. Mühsames Umstecken entfällt, wenn man den Onkyo als Mittler zwischen den Quellen nutzt. Zudem gibt er sich nicht damit zufrieden, digitale Signale weiterzuleiten. Sein HDMI-Board ist ausreichend gut bestückt, um auch analoge Videosignale von der Spielekonsole, dem Mini-Camcorder oder auch vom DVD-Player digital umzuwandeln und als vollwertiges HDMI-Signal auszugeben. Hierzu ist neben einem leistungsfähigen Video-D/A-Wandler ein emsig schaffender Chipsatz des HDMI-Spezialisten Silicon Image nötig - keine ganz günstigen Komponenten. Deswegen verzeiht man dem 700-Euro-Onkyo auch, dass er für die Videoarbeit auf einen De-Interlacer verzichtet. Halbbilder werden also nicht in Vollbilder umgewandelt. Das stört jedoch nicht, wenn DVD-Player, Projektor oder Flachbildschirm selbst einen guten De-Interlacer vorweisen.

foto: h.härle

© Foto: H.Härle

Für die HDMI-Verarbeitung zeichnen Chips von Silicon Image verantwortlich. Mit an "Board": der A/D-Wandler von Analog Devices.

HDMI-Audio

Der TX-SR 674 verarbeitet zusätzlich Audiosignale per HDMI - vom hochauflösenden Stereoton über ein sechskanaliges PCM-Signal (zum Beispiel auf einer DVD-Audio) bis zum digitalen Datenstrom in Form von Dolby Digital oder DTS. So erspart man sich nicht nur Kabelsalat, sondern auch die spätere Investition in einen Receiver für die kommende Generation von Blu-Ray- und HD-DVD-Playern. Diese werden ihre hochauflösenden Edel-Soundspuren voraussichtlich nur per HDMI ausgeben.

Film und Ton synchron

Fans der Großbild-Projektion dürften das integrierte LipSync-Delay schätzen: die Möglichkeit, den Film-Ton an das zeitlich oft hinterherhinkende Bild anzupassen. Schuld sind die Prozessoren in Beamern und Flachbild-TVs, die das Videobild für adäquates Kinofeeling um- und hochrechnen. Das dauert einige Millisekunden, die der unbehandelte Ton dann dem Bild vorauseilt.

Nicht neu, aber sehr praktisch ist die "Late Night"-Funktion, oft auch "Midnight Mode" genannt, die alle Receiver mit einem Dolby-Digital-Logo unterstützen. Für Heimkino zu später Stunde verändert diese Option den Dynamikumfang einer Dolby-Digital-Tonspur. Leise Passagen werden bei geringer Lautstärke etwas angehoben, Schusswechsel und Explosionen dagegen kommen zuverlässig leise. Das schont den Hausfrieden nachhaltig.

Musiktalent

Was die Ausstattung betrifft, ist der Onkyo eine gute Partie, doch wie steht es mit dem Klang? Da zeigte er im Stereo-Hörtest die größte Flirt-Begabung. Das Konzert für Oboe und Violine von Johann Sebastian Bach auf der Super-Hörkurs-CD 3 (Klipsch) spielte er fließend und dynamisch, fast schon mit audiophiler Note. Die angenehme Mitten-Tieftonabstimmung ließ die Violinen schnurren und die Oboe trällern. Auch Neil Diamonds sonore Stimme und die puristische Begleitung im Titel "We" ("12 Songs" / Sony BMG) trug er lebendiger und homogener vor als der 200 Euro teurere Sony DA 3200 ES. Einzig seine Betonung im Präsenzbereich ist vielleicht nicht jedermanns Sache; stellenweise stechen kleine, hohe Spitzen aus dem sonst so einheitlichen Klangbild hervor.

In der Surround-Disziplin machte er dagegen einen trägeren Eindruck - besonders wenn Basswucht gefragt war und die Endstufen der kraftvollen und teureren Konkurrenz von Denon, Sony sowie dem Rotpunkt-Träger Yamaha RX-V 1600 gegenüberstanden. Dennoch zeigte er auch hier in seiner angenehmen Darbietung eine lebendige Dynamik.

Onkyo TX-SR 674

HerstellerOnkyo
Preis700.00 €

Mehr lesen

Wer ist die Nummer eins? -

Mehr zum Thema

AV-Receiver Onkyo TX SR 608
Testbericht

Bei den Surround-Altformaten setzte der Onkyo TX SR 608 (550 Euro) seinen Siegeszug fort. Er schielte hier bereits auf deutlich teurere Gegner, die…
AV-Receiver Onkyo TX NR 3008
Testbericht

Der Onkyo TX NR 3008 (2000 Euro) dämpft schon mal den Glanz von Klavierläufen oder die gewollte Kratzigkeit von Gitarren. Fürs Langzeithören ist…
Onkyo TX-NR 809
Testbericht

Gegenüber dem bereits hoch gelobten Vorgänger schafft es Onkyo beim TX-NR 809 noch einmal eine kleine, aber feine Steigerung hinzulegen.
Onkyo TX NR 609
Testbericht

Onkyo versucht mit dem TX NR 609, die Gratwanderung zwischen moderatem Kaufpreis und High-Tech-Ausrüstung zu meistern. stereoplay bat zum Test, um zu…
Onkyo TX NR 1009
Testbericht

Beim Onkyo TX NR 1009 gibt's alle erdenkliche Dekodier-Intelligenz - und zudem die urdynamische Kraft, mit der sie durchgesetzt werden kann.
Alle Testberichte
Acer Switch Alpha 12
Detachable
75,4%
Das Acer Switch Alpha 12 ist das erste lüfterlose 2-in-1-Gerät mit Core-i-Prozessor. Im Test hinterlässt es einen…
Huawei P9 Plus
5,5-Zoll-Smartphone
88,0%
Huawei optimiert das P9 und heraus kommt ein echter Überflieger: Wir haben das Huawei P9 Plus getestet.
Samsung Galaxy A3 rosa
Testberichte
Alle Tests von Smartphones, Handys, Tablets, Navis, Notebooks und Ultrabooks, DECT-Telefonen und DSL-Routern in der Übersicht.