Testbericht

Panasonic SA-XR 58

Jedes Jahr sollen sie mehr können, mehr Formate verstehen, mehr leisten - und weniger kosten. Die jüngsten Surround-Musterschüler dürfen sich trotzdem keine klangliche Schieflage leisten. Lesen Sie, wie sich der Panasonic SA-XR 58 in der 500-€ Klasse schlägt.

  1. Panasonic SA-XR 58
  2. Datenblatt
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In realen, akustisch meist nicht perfekten Wohnzimmern kann  ein Einmessprogramm hilfreich sein: Mit einem beiliegenden Mikrofon wird die Raumakustik analysiert und eine maßgeschneiderte Equalizer-Kurve errechnet. Zwar liegt auch dem Panasonic SA-XR 55 ein Messmikrofon bei, dient hier aber nur der automatischen Anpassung des Receivers an Lautsprechergröße, -platzierung und -pegel. Diese Werte kann man genauso gut selbst ermitteln und von Hand eingeben.

Komfortgewinn für jeden Tag kann dagegen die HDMI-Umschaltung bringen. Vornehmere DVD-Player, alle HDTV-Empfänger oder die hoch auflösenden Medien HD-DVD und BluRay liefern nur in diesem digitalen Format optimale Bildqualität. Viele Projektoren und Flach-TVs haben aber nur einen einzigen HDMI-Eingang.

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© H.Härle

Digitale Endstufen und ein Schaltnetzteil verleihen dem kompakten Panasonic-Receiver Bärenkräfte.

Während sie den Bild-Anteil umschalten und weiterreichen, fischen viele Receiver den mitreisenden Mehrkanal-Ton aus dem HDMI-Datenstrom. Dolby Digital & Co lassen sich zwar auch über jedes gewöhnliche Digitalkabel zum Receiver bringen; für zukünftigen Edel-Digitalton, wie er etwa auf BluRay-Scheiben enthalten sein kann, ist HDMI jedoch Pflicht - sonst bleibt nur der analoge Weg.

Der Panasonic SA-XR 58 hat ebenfalls HDMI-Buchsen, allerdings nur zwei: einen Ein- und einen Ausgang. Damit entfällt die Umschaltfunktion. Dass die HDMI-Leitung im Verbund mit Panasonic-TVs und -Playern auch Steuercodes transportiert, ist zwar praktisch, aber kein wirklicher Trost für den verschenkten Vorteil.

LipSync-Delay

Gerade über neue Flach-TVs und Beamer hinkt das Bild oft hinter dem Ton her. "Schuld" sind die in den Displays schuftenden Videoprozessoren, ohne deren Hilfe das Bild nicht heimkinotauglich wäre. Sie brauchen für eine vernünftige Berechnung nun mal ein, zwei Halbbilder Vorlauf. Eine Möglichkeit, dieses Bild-Delay durch eine ebenso lange Tonverzögerung auszugleichen, besitzt der Panasonic zwar, aber leider nur mit Einschränkung.

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Der Panasonic verteilt sieben Endstufen auf neun Paar Boxenklemmen (rechts) - mit automatisch wechselnder Aufgabenverteilung.

Denn während die andere Receiver für ihr LipSync-Delay einen großen Einstellbereich bieten (0-200 oder 0-100 Millisekunden) kann der Panasonic den Ton nur um einen feste Zeitspanne verzögern.

Dafür lockt er mit seinen Vorverstärker-Ausgängen Audiophile an. Und zwar speziell jene Musikfreunde, die für ihre HiFi-Abende zusätzlich einen hochwertigen Stereo-Verstärker haben. Die Pre-Outs ermöglichen es, ohne Umstöpseln vom Mehrkanal-Spektakel zur hochkarätigen Stereowiedergabe und zurück zu wechseln. Die Frontboxen bleiben dabei stets mit dem Vollverstärker verbunden, der im Surround-Betrieb einfach die Rolle einer externen Endstufe übernimmt.

Bi-Amping

Trickreicheres Klangdoping betreibt der Panasonic SA-XR 55: Von seinen insgesamt sieben Endstufen beschäftigen sich im Extremfall sechs Stück ausschließlich mit den Hauptlautsprechern. Je nach Zahl der benötigten Kanäle verläuft diese Machtkonzentration in zwei Schritten: Spielt statt des vollen siebenkanaligen nur ein klassisches Fünfkanal-Boxenset, rotten sich die nunmehr vakanten Surround-Back-Amps mit den Frontkanälen zu doppelt schlagkräftigen Brückenverstärkern zusammen. Umstöpseln oder -schalten muss man dazu weiter nichts.

Das dritte Amp-Paar mischt sich nur ein, wenn der Besitzer Stereo hört: Statt der Surround-Speaker bearbeitet es dann den Hochtonzweig bi-wiring-fähiger Boxen, während sich die vier paarweise gebrückten Kollegen exklusiv an den Tieftonklemmen austoben dürfen.

Der Hörtest

Im AUDIO-Hörraum entfaltete der Panasonic dann auch eine Stereo-Dynamik, die andere Receiver in dieser Preisklasse nicht kennen. Jeder noch so feinen, sonst fast unmerklichen Modulation, etwa im Vergleich dreier klassischer Gitarren, verliehen die Digital-Amps des Panasonic Event-Charakter; der Receiver musizierte äußerst vital und direkt.

Im Surround-Check kam David Lynchs unfassbar finsterer "Mulholland Drive" (Concorde) zum Einatz. Dem Panasonic geriet Rebekah del Rios Stimme- speziel im 12. Kapitel, in dem die Sängerin eine verstörend intensive spanische Acapella-Version von Roy Orbisons "Crying" ("Llorando") bringt, zu Spröde.

Der Panasonic ist somit vor allem für Dynamik-Fans mit Stereo-Ambitionen ein heißer Tipp.

Panasonic SA-XR 58

HerstellerPanasonic
Preis0.00 €
Wertung48.0 Punkte
Testverfahren1.0

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