Testbericht

Tannoy Revolution Signature DC 6 T

Die superb verarbeitete Tannoy (1500 Euro) tönt auch leise überraschend dynamisch

  1. Tannoy Revolution Signature DC 6 T
  2. Datenblatt
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© Archiv

Ein Lautsprecherprinzip, in dem 60 Jahre permanente Entwicklung stecken, gibt man nicht einfach auf. Erst recht nicht, wenn man Tannoy heißt und zu den echten Traditionsherstellern auf der britischen Insel zählt. Das Wort Koaxial aber vermeidet man bewusst, nennt den Kombinationstreiber lieber "Dual Concentric". Auch die Revolution Signature DC6T hat einen solchen, der allerdings im ungewöhnlichen 15-Zentimeter-Format und mit weit modernerer Membrankonstruktion daherkommt. Ein Horn besitzt er natürlich auch: Per Titan-Membran und Druckkammer werden die Höhen von hinten beladen und nach vorne möglichst gerichtet wiedergegeben, auf dass sie nicht durch allzu heftige Hubbewegungen des Konus in Mitleidenschaft gezogen würden. Um genau diesen Phänomen zu verringern, bekommt der Dual-Concentric-Treiber Unterstützung von einem reinen Basstöner, muss dabei aber auch im Bass mitspielen. Sehr genau nimmt es die Tannoy-Crew aber mit der Optik: dunkel lackiertes Echtholzfurnier, sanft gerundetes Gehäuse, superbe Verarbeitungsqualität - die Revolution setzt im Portfolio der Briten neue Maßstäbe.

Hörtest

Die Kleinsten haben es im stark bedämpften AUDIO-Hörraum eigentlich immer schwer. Nicht so die Revolution, die mit gemäßigten Pegeln Katie Meluas "Shy Boy" ("Piece By Piece", Dramatico) auffallend bassstark und erwachsen reproduzierte, allerdings nicht immer ganz das Timing in der untersten Oktave hielt. Mit allzu hohen Pegeln verlor der Dual Concentric an Klarheit - wobei die gar nicht notwendig sind: Auch leise tönt die Tannoy auffallend dynamisch und direkt. Erst der Umschaltvergleich zur Heco Celan förderte tonale Schwächen zu Tage, die Opernsänger zum deutlichen Forcieren, gar zum Knödeln zwangen, ohne ihnen das rechte Grundtonfundament mitzugeben. Doch auf reine Klassikhörer zielt sie ohnehin nicht: Mit Jazz im Allgemeinen und Blechbläsern im Besonderen lief sie zu größerer Form auf. Bei der Popjazz-Version von Bernsteins "West Side Story" (Dave Grusin, DTS) zählte nicht absolute Verfärbungsfreiheit, sondern ein dynamisch-swingendes Klangbild mit greifbarer Bühnentiefe. Vom Charakter her der Quadral nicht unähnlich, ließ die Revolution selbst diese digital produzierte CD nicht steril-kantig tönen, sondern gab ihr einen analog wirkenden Vinyl-Sound mit auf den Weg.

Tannoy Revolution Signature D6T

HerstellerTannoy
Preis1500.00 €
Wertung76.0 Punkte
Testverfahren1.0

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