Google-Richtlinien

Android 10: Pflicht für Neugeräte ab Februar 2020 – oder keine Google-Apps

Google sieht vor, dass Android 10 ab Februar 2020 Pflicht für neue Geräte wird. Ansonsten verwehrt der Online-Riese den Zugriff auf Googles App-Kosmos.

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© Google

Google möchte, dass Hersteller mehr Wert auf ein aktuelles Android-System legen.

Smartphone-Hersteller schicken ihre neuen Geräte und zugehörigen Betriebssystem-Versionen an Google zur Freigabe. Damit erhalten sie u.a. Zugriff auf Googles App-Welt mit Play Store, Gmail sowie die Play Services mit Benachrichtigungen und Co. Aus den neuen Richtlinien für Googles Mobil-Dienste (GMS, Engl. für: Google Mobile Services) ziehen XDA-Developers aktuell eine Deadline, bis wann Firmen noch Software-Versionen für neue Geräte basierend auf Android 9 Pie einreichen dürfen, um vollen Zugriff auf GMS erhalten. Der Stichtag ist der 31. Januar 2020.

Das bedeutet, dass neue Geräte bzw. deren Betriebssystem-Varianten, die ab Februar 2020 bei Google eingereicht werden, auf Android 10 basieren müssen. Anderenfalls verwehrt der Suchmaschinenbetreiber dem jeweiligen Gerät eine Nutzung der für viele Android-Nutzer obligatorischen Google-Apps. Ein neues Android-9-Gerät kann immer noch mit Google-Diensten nach dem 31. Januar erscheinen, entscheidend ist der Zeitpunkt der Software-Abnahme. 

Ältere Android-Geräte, die kein offizielles Update auf Android 10 bekommen, sollen System-Updates noch für einige Monate darüber hinaus erhalten können. Nach dem Launch von Android 11, der vermutlich im August 2020 stattfindet, wird Google nur noch Sicherheits-Updates für Android 9 durchwinken.

Android: Mehr Update-Druck, weniger Streuung

Google macht Herstellern damit offensichtlich mehr Druck, bei Updates ihrer Geräte mehr Gas zu geben. Android 10 ist seit September 2019 der aktuelle Stand. Die zuletzt bei Statista erhobenen bzw. frei zugänglichen Daten zur Android-Verteilung (Mai 2019) zeigen, dass die Nutzer teilweise sehr weit hinterher hängen. Vor dem Start der aktuellen Version nutzte fast ein Drittel aller Android-Gerätebesitzer noch Android 8.

Nur 10 Prozent sind mit Android 9 unterwegs, das Doppelte davon nutzt noch Android 7. Selbst Android 6 und 5 sind beide jeweils noch weiter verbreitet als Android 9. Diese große Streuung erschwert es u.a., für ein allgemein hohes Sicherheitslevel zu sorgen. Und neue Geräte, die wenig Wert auf ein aktuelles System legen, helfen hierbei nicht.

Auch neu: Richtlinien für USB-C-Laden und Digital Wellbeing

XDA Developers und auch The Verge berichten zudem, dass die Google-Richtlinien Vorgaben für einheitliche Ladestandards via USB Type C Power Delivery (PD) haben. Neue Geräte müssen das Aufladen via PD unterstützen. Das sorgt für weniger Chaos auf dem Markt für Drittherstellerzubehör. Damit sollen auch weniger Geräte mit proprietären Anschlüssen erscheinen, die Nutzern beim Zubehörkauf oder im Falle eines Defekts oftmals Schwierigkeiten bereiten.

Lesetipp: USB-C-Format erklärt - das müssen Sie wissen (pc-magazin.de)

Dazu kommen einheitliche Vorgaben für Funktionen, die Google unter digitaler Gesundheit bzw. Digital Wellbeing zusammenfasst. Damit sind u.a. Monitoring-Funktionen zur App-Nutzung oder Einstellungsmöglichkeiten für weniger schnell ermüdende Augen gemeint. Unter "Family Link" sind Features wie eine Kindersicherung oder Überwachungsfunktionen für die Gerätenutzung durch den Nachwuchs vorgesehen.

Bei Digital Wellbeing und Family Link haben Hersteller allerdings mehr Freiheiten. Solange die Features gleich sind, werden auch eigene Lösungen der Hersteller von Google akzeptiert. Die Frist für USB-C-Ladestandards und Digital Wellbeing gilt für Neugeräte bereits seit dem 3. September 2019 und bezieht sich auf Android 9 und 10.

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