Neue Google-Phones

Pixel 4 und 4 XL mit optischem Zoom und Gesichtserkennung

Google hat seine neuen Top-Smartphones Pixel 4 und 4 XL vorgestellt. Sie sind ab dem 24. Oktober in Deutschland erhältlich, die Preise sind im Vergleich zur 3er-Generation gesunken. Zwei Schwächen gibt es aber.

© Hersteller

Die neuen Google Pixel 4 kommen in schwarz, orange und weiß auf den Markt. Bei orange und weiß ist die Glasoberfläche matt statt glänzend.

Das elegante Design mit Glasrücken und Aluminiumrahmen folgt der Tradition der Pixel-Serie, zu der auch eine farblich abgesetzte Power-Taste gehört. Von der zweigeteilten Glasrückseite hat sich Google dagegen verabschiedet, stattdessen ist das Glas entweder matt-milchig (weiß) oder glatt-glänzend (schwarz). Neben diesen beiden Farben wird es auch eine orange-rote Version geben, ebenfalls mit matter Oberfläche. Das farbige Pixel ist allerdings limitiert auf eine Special Edition, und die wird es nur mit 64 GB geben. Das ist sehr schade, weil uns orange mit der matten Soft-Touch-Oberfläche am besten gefallen hat. 

Hier sind wir direkt beim größten Kritikpunkt: Google knausert beim Speicher. Beide Modelle starten mit 64 GB für 749 Euro (Pixel 4 XL: 899 Euro), was in Anbetracht einer fehlenden Speichererweiterung und dem Highend-Anspruch kritisiert werden muss. 128 GB sind schließlich mittlerweile schon in der Mittelklasse angekommen. Mit 128 GB kostet das Pixel 4 849 Euro bzw. 999 Euro in der XL-Variante. Die Vorgängergeneration war bei Verkaufstart im letzten Jahr teurer: das 3er kostete mit 64/128 GB Speicher 845/945 Euro, die XL-Version sogar 945/1045 Euro. Google ist damit der erste große Hersteller, der die Preisschraube nach unten dreht. Wir hoffen auf eine Signalwirkung.

Anleihen beim iPhone 11

Das Design mit der quadratischen Kamera-Einheit und auch die Größenverhältnisse erinnern an das iPhone 11 Pro, der haptische Eindruck ist ähnlich hochwertig. Die Google-Phones sind mit 162 Gramm (statt 188 Gramm) und 193 Gramm (statt 226 Gramm) allerdings spürbar leichter. 

Auch in einem anderen Bereich drängt sich der Vergleich mit Apple auf: Die Frontkamera wird flankiert von 2 Infrarot-Sensoren und einem Tiefensensor, sodass eine Entsperrung per Gesicht auf einem mit dem Fingerabdruck vergleichbaren Sicherheitsniveau möglich ist. Mit den Pixel 4 läuft das mobile Bezahlen oder die Passworteingabe ähnlich einfach ab wie mit Apples Face ID. Im Gegensatz zu Apple verzicht Google aber auf eine Notch und lässt lieber einen schmalen Streifen oben und unten, der in der Praxis nicht weiter stören dürfte. Schnell fällt dagegen die flüssige Darstellung beim Scrolling auf – beide Pixel-Displays haben eine Bildwiederholrate von 90 Hertz, was ein großer Pluspunkt ist.

Die Sensorphalanx auf der Vorderseite beherbergt auch einen Radarsensor, der Bewegungen besonders präzise erfassen kann. Damit ist es möglich, per Handbewegung über dem Display zwischen Songs hin- und herzuwechseln, den Wecker zu snoozen oder Anrufe stumm zu schalten.

Kamera für Sterngucker

Im Kamera-Quadrat auf der Rückseite finden sich nur 2 Optiken, weil Google im Gegensatz zu Apple auf eine Ultra-Weitwinkel-Optik für besonders große Bildaussschnitte verzichtet. 

Kombiniert wird hier ein Standardweitwinkel (12,2 Megapixel, f1.7) mit einer Tele-Brennweite (16 Megapixel, f2.4), die einen zweifachen optischen Zoom ermöglicht. Abgesehen vom Verzicht auf eine dritte Optik gibt es hier nichts zu kritisieren, im Gegenteil, die neu hinzugekommenen Extras verdienen großes Lob. An erster Stelle steht hier die neue Möglichkeit der Bildbearbeitung mittels "Dual Exposure": Per Schieberegler kann man den Dynamikumfang grundlegend beeinflussen, etwa einen schattigen Vordergrund oder überbelichtete Bereiche im Hintergrund ausgleichen. Auch bei den Nachtaufnahmen legt Google noch einen drauf: Der neue "Astrophotography Mode" wird automatisch aktiviert, wenn man mit den Pixeln einen nächtlichen Sternenhimmel einfangen will. Die gezeigten Beispielfotos von der Milchstraße sahen atemberaubend aus. Ob sie der Realität entsprechen, wird der Test zeigen. 

Pixel 4 (XL) technische Daten

  • Größe, Gewicht, Farben: 147 x 69 x 8 mm, 162 g, schwarz, weiß, orange; (XL: 160 x 75 x 8 mm, 193 g, schwarz, weiß)
  • SoC und Speicher: Qualcomm Snapdragon 855, 6 GB RAM, 64 oder 128 GB ROM
  • Display: OLED, 90 Hertz, 5,7 Zoll, 2280 x 1080 Pixel (XL: 6,3 Zoll, 3040 x 1440 Pixel)
  • Kamera: 12,2 MP Weitwinkel (f1.7) + 16 MP Tele-Brennweite (3fach optisch, f2.4) / Frontkamera mit 8 MP und f2.0
  • Anschlüsse: USB-C
  • Akku: 2800 mAh (XL: 3700 mAh), 18-Watt-Netzteil im Lieferumfang, drahtloses Aufladen unterstützt
  • System: Android 10 mit 3 garantierten Versionsupdates
  • Extras: 3D Gesichtserkennung, berührungsempfindlicher Rahmen (Active Edge) für Google Assistant, Dual-SIM (nano-SIM und e-SIM), Stereo-Lautsprecher


Alle Infos zum Pixel 4 XL im connect-Podcast

© connect

Das markante Kamera-Quadrat auf der Rückseite erinnert an das iPhone 11. Statt einer Triple- gibt es aber nur eine Dual-Optik.

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