Welchen Apple-Kopfhörer kaufen?

AirPods, AirPods Pro oder AirPods Max - Kaufberatung

19.11.2021 von Tim Kaufmann

Apples AirPods zählen zu den besten kabellosen Kopfhörern am Markt. Wir gehen der Frage nach, wo die Unterschiede zwischen den vier Modellen liegen und geben Tipps für die Auswahl.

ca. 9:05 Min
Ratgeber
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AirPods, AirPods Pro und AirPods Max
Apples kabellose Kopfhörer: AirPods, AirPods Pro und AirPods Max.
© Apple / Montage: connect

Apple bietet seine kabellosen Kopfhörer in vier Varianten an. Aktuell sind die AirPods der 3. Generation und die AirPods Pro. Beide Modelle bestehen aus zwei Stöpseln, die voneinander unabhängig in die Ohren gesteckt werden und sich per Bluetooth mit dem Handy oder anderen Audioquellen verbinden. Das gilt auch für die älteren AirPods der 2. Generation, die Apple parallel zum neueren Modell anbietet. Ganz anders die AirPods Max. Sie sind Apples erstes Headset in Over-Ear-Bauform.

Funktionsvergleich: Das haben Apples AirPods gemeinsam

In allen AirPods steckt derselbe, von Apple entwickelte H1-Chip. Da überrascht es nicht weiter, dass sich die Kopfhörer-Modelle auch im Funktionsumfang ähneln. Bei allen lauscht Apples digitale Assistenz darauf, dass Sie sie mit dem Zuruf "Hey Siri" aktivieren. Das ist eine sinnvolle Steuerungsmöglichkeit, auch für die Wiedergabe. Die Bedienmöglichkeiten direkt an den AirPods sind nämlich knapp - mehr dazu unter "Steuerung" weiter unten. Siri flüstert Ihnen auch eingehende Nachrichten ins Ohr. Clevererweise verstummt die Assistenz während Telefongesprächen.

Alle AirPods unterstützen das Audio Sharing, d.h. Sie können Musik derselben Quelle mit einem Freund oder einer Freundin gleichzeitig auf zwei AirPod-Paaren hören. Die Funktion iCloud Pairing sorgt dafür, dass Sie die AirPods nur mit einem Ihrer Apple-Geräte koppeln müssen. Der iCloud Online-Dienst koppelt die Kopfhörer dann automatisch auch mit allen anderen Geräten, die Sie mit Ihrem iCloud-Konto verknüpft haben, bis hin zu Apple Watch und AppleTV. Befinden sich Mac, iPhone und iPad gleichzeitig in Ihrer Reichweite, dann geben die AirPods automatisch die Quelle wieder, mit der Sie gerade etwas abspielen. Aus eigener Erfahrung müssen wir aber sagen, dass sich die AirPods bei der Auswahl der vermeintlich aktiven Quelle gelegentlich irren.

Android-Nutzern raten wir vom Kauf der AirPods ab, weil viele Funktionen nur in Verbindung mit Apple-Geräten verfügbar sind. Das gilt von "Hey Siri" über die Nachrichtenansage bis hin zum Audio Sharing, iCloud-Kopplung und der automatischen Quellenwahl.

In diesen Details unterscheiden sich die AirPods

Bei allen Gemeinsamkeiten gibt es auch deutliche Unterschiede zwischen AirPods (2. beziehungsweise 3. Generation), AirPods Pro und Max. Nicht alle sind so offensichtlich wie die Bauweise.

Aktive Geräuschunterdrückung mit Transparenzmodus

Die Geräuschunterdrückung (Acoustic Noise Canceling, ANC) ist den AirPods Pro und Max vorbehalten. Sie dämpft Hintergrundgeräusche ab und kann sie in manchen Fällen sogar ganz ausschalten. Dazu hören die AirPods die Umwelt per Mikrofon ab und generieren dazu passend gegenläufige Schallwellen. Das funktioniert sowohl bei Musik, Videos, Podcasts und Telefonaten als auch dann, wen gerade nichts läuft. Die besten Ergebnisse liefert die Geräuschunterdrückung nach unserer Erfahrung bei konstanten Geräuschen, zum Beispiel beim Rauschen einer vielbefahrenen Straße, dem der Bahn oder einer Dunstabzugshaube. Variable Geräusche wie Gespräche und Musik bekämpft sie weniger erfolgreich, dämpft sie aber immer noch merklich ab. In der Praxis kann das den Unterschied zwischen einer akustisch anstrengenden und einer akzeptablen Umgebung ausmachen.

Ungefilterter Direktschall, der direkt in die Ohren dringt, ist der natürliche Feind der Geräuschunterdrückung. Durch ihre Bauart sind die AirPods Max hier im Vorteil. Die großen Klangschalen, die aus robustem Aluminium und schallschluckenden Polstern bestehen, erweisen sich als wirksame Dämpfung. Für die AirPods Pro hat Apple einen anderen Weg wählen müssen. Hier sorgen Silikon-Aufsätze dafür, dass die im Gehörgang sitzenden Headsets diesen abdichten. Damit das klappt müssen Sie aus den in drei Größen mitgelieferten Aufsätzen die ermitteln, die Ihnen am besten passen. Ein in iOS integrierter Hörtest hilft Ihnen bei der Ermittlung der richtigen Größe. Dem unangenehmen Vakuum-Gefühl, das viele In-Ohr-Headsets von Mitbewerbern plagt, wirkt Apple mit einer Belüftung erfolgreich entgegen.

AirPods Pro Silikon-Aufsätze
Mitgelieferte Silikon-Aufsätze erlauben das Anpassen der AirPods Pro an den eigenen Gehörgang.
© Apple

Bei beiden AirPods können Sie die aktive Geräuschunterdrückung jederzeit ausschalten. Wahlweise drücken Sie dazu das Ende eines AirPod Pro etwa zwei Sekunden lang zusammen, halten die Taste der AirPods Max gedrückt oder erteilen Siri ein entsprechendes Kommando. Neben "Geräuschunterdrückung an" beziehungsweise "aus" kennen die Geräte einen dritten Zustand, den Transparenzmodus. In diesem Modus verstärken die Headsets Umgebungsgeräusche. So fügt Apple an Lautstärke hinzu, was die Headsets durch reines Tragen an Umweltgeräuschen gemindert haben.

AirPods 3D-Audio
3D-Audio liefert virtuellen Surround Sound unabhängig davon, wie Zuschauer sich bewegen.
© Apple

3D-Audio

Virtueller Raumklang ist keine so ganz neue Technik. Schon seit einigen Jahren wird Mehrkanalton von Videos (also insbesondere von Filmen und Serien) von Klangprozessoren so umgerechnet, dass auch beim Abspielen ohne rückwärtige Lautsprecher ein räumlicher Eindruck entsteht. "3D-Audio" ist Apples Implementierung dieser Technik, die virtuellen Surround Sound auf die AirPods der 3. Generation sowie auf die AirPods Pro und Max bringt. Besonders ist 3D-Audio deshalb, weil die Technik auch die Kopfbewegungen des Zuschauers in Relation zum Display ausgleicht. Dadurch kommen zum Beispiel die Stimmen von Schauspielern immer "aus dem Bildschirm" und wandern nicht mit, wenn Sie Ihren Kopf zur Seite drehen. Die Funktion setzt ein kompatibles Abspielgerät voraus. Dazu gehören nicht allzu alte iPhones, iPads und auch das AppleTV. Macs mit Intel-CPU bleiben außen vor.

AirPods Steuerung
Die AirPods der 2. Generation steuern Sie durch doppeltes Antippen, die 3. Generation und die AirPods Pro durch Pressen des Drucksensors.
© Apple

Steuerung

Alle AirPods bieten die Ohrerkennung, merken also, wenn Sie sie an- und ablegen und steuern entsprechend die Wiedergabe.

Die Zahl der Bedienelemente fällt - typisch für Apple - klein aus. Am meisten verwöhnen hier noch die AirPods Max, die eine Taste für die Geräuschunterdrückung und ein Drehrad mit Tastenfunktion (die "Digital Crown") für Lautstärke und Wiedergabe/Pause aufweisen. Die AirPods (2. Generation) steuern Sie, indem Sie das obere Ende doppelt antippen, die 3. Generation und die Pros durch Zusammenpressen des unteren Endes. In den Einstellungen legen Sie fest, wie die AirPods auf die Eingaben reagieren. So können Sie zum Beispiel den rechten AirPod auf "Wiedergabe/Pause" und den linken AirPod auf "Nächster Titel" konfigurieren.

Akkulaufzeit und Ladefunktion

Die AirPods (2. Generation) verkauft Apple mit einer Hülle, deren integrierten Akku Sie per Lightning-Kabel laden. Das optionale Ladecase mit kabelloser Ladefunktion verkauft Apple für knapp 90 Euro. Die AirPods (3. Generation) liefert Apple immer mit der sogenannten MagSafe-Hülle. Sie lässt sich nicht nur per Lightning, sondern auch kabellos laden und haftet dabei magnetisch an MagSafe-Ladegeräten. Auch die AirPods Pro verkauft Apple mittlerweile immer mit MagSafe-Hülle. Es sind aber noch ältere Chargen im Handel, bei denen das Ladecase zwar kabellos lädt, aber keine MagSafe-Magneten beherbergt. Die AirPods Max wiederum werden immer per Lightning-Kabel aufgeladen.

Bei der Akkulaufzeit zeigen sich die Unterschiede vor allem auf dem Papier. In der Praxis spielen auch der Abstand zur Audioquelle, Lautstärke, die Aktivierung der Geräuschunterdrückung und viele andere Faktoren eine große Rolle. Deshalb eher der Vollständigkeit halber:

  • Für die AirPods (2. Generation) verspricht Apple bis zu fünf Stunden Betrieb am Stück und mehr als 24 Stunden wenn man den Akku im Ladecase mit einrechnet.
  • Bei den AirPods (3. Generation) sind es 6 Stunden beziehungsweise über 30 Stunden mit Ladecase
  • Die AirPods Pro schaffen laut Apple 4,5 Stunden (über 24 mit Ladecase).
  • Die AirPods Max halten laut Apple bis zu 20 Stunden durch.

Tipp: An Tagen mit vielen Telefonaten reicht die Zeit gelegentlich nicht, um die AirPod-Stöpsel wieder aufzuladen. Hier hilft der "Wechseltrick", bei dem wir immer nur einen AirPod einstecken und den anderen aufladen. Dank Ohrerkennung lassen sich die Stöpsel im laufenden Gespräch tauschen.

Gewicht und Wasserfestigkeit

Die AirPods (2. Generation) wiegen 4 Gramm pro Stück. Die 3. Generation bringt es auf 4,3 Gramm, die AirPods Pro auf 5,4 Gramm. Im Verhältnis dazu sind die AirPods Max mit 386 Gramm wahre Wuchtbrummen. Nur die AirPods der dritten Generation und die AirPods Pro sind vor Wasser und Schweiß geschützt. Der Schutz gemäß IPX4-Standard umfasst ausschließlich Spritzwasser.

Klang

Die AirPods Max klingen mit weitem Abstand am besten. Die AirPods Pro sind den AirPods klanglich spürbar voraus, vor allem weil sie den Gehörgang abdichten. Dadurch spielen sie druckvoller auf und das Klangerlebnis wird nicht so sehr von Umgebungsgeräuschen getrübt.

Preis

Vor allem die AirPods und die AirPods Pro sollten Sie nicht direkt bei Apple kaufen. Andere Händler sind deutlich günstiger, wie der Vergleich von Apples Preisen mit den Daten aus dem Preisvergleich Geizhals.de zeigt:

  • AirPods (2. Generation): Apple 149 Euro beziehungsweise 238 mit kabellosem Laden, Straßenpreis ab 115 beziehungsweise 160 Euro
  • AirPods (3. Generation): Apple 199 Euro, Straßenpreis ab 190 Euro.
  • AirPods Pro: Apple 279 Euro, Straßenpreis ab 210 Euro
  • AirPods Max: Apple 613 Euro, Straßenpreis ab 420 Euro
Apple AirPods
Die AirPods erhalten Sie wahlweise auch mit kabellosem Ladecase. Der Mehrpreis hebt den Preisvorteil des Einsteigermodells aber weitgehend auf.
© Apple

Kaufberatung AirPods (2. Generation)

Für die AirPods (2. Generation) spricht, dass sie die günstigsten AirPods sind. Viele angenehme Funktionen wie das iCloud Pairing, den automatischen Gerätewechsel und - ja - kabellose Kopfhörer erhalten Sie hier schon für wenig mehr als 100 Euro (Straßenpreis). Die Steuerung durch das doppelte Antippen der AirPods empfinden wir aber als unangenehm, weil die Stöpsel dabei jedes Mal gegen das Innere des Ohres drücken. Siri ist jedoch nicht so zuverlässig und diskret, als dass sie ein vollständiger Ersatz für die Steuerung von Hand wäre.

Den Aufpreis für kabelloses Laden würden wir nicht noch einmal zahlen. Trotz intensiver Nutzung müssen wir die AirPods-Hülle nur alle drei oder vier Tage aufladen. Das erledigen wir über Nacht per Kabel - fertig. Mit MagSafe hat Apple das kabellose Laden aber zuletzt viel attraktiver gemacht.

Kaufberatung AirPods (3. Generation)

Den AirPods (3. Generation) gilt unsere uneingeschränkte Kaufempfehlung. Sie sind das neueste Modell aus der AirPods-Serie und damit technisch auf der Höhe der Zeit. Mit Features wie dem Adaptiven Equalizer (misst den Ton im Ohr und gleicht das Signal daran an) und 3D-Audio sind sie im Funktionsumfang deutlich an die AirPods Pro herangerückt. Dank der überarbeiteten Form halten sie nach unserer Beobachtung auch besser in den Ohren als ihre Vorgänger mit den langen Stummeln. Apropos: Die Steuerung über das Zusammenpressen der kurzen Stummel ist dem Doppeltippen bei der 2. Generation in Sachen Komfort und Präzision deutlich voraus.

Die Akkulaufzeit übertrifft zumindest laut Hersteller die aller anderen Modelle. Über den Nutzen kabellosen Ladens kann man sich nach unserer Meinung zwar streiten. Aber mit der MagSafe-Hülle unterstützt die dritte Generation zumindest die aktuelle Version von Apples einschlägigem Standard.

Die AirPods (3. Generation) kosten ab etwa 190 Euro Straßenpreis. Auch preislich sehen wir sie deshalb als guten Mittelweg zwischen dem veralteten Einstiegsmodell und den teureren Pro- und Max-Modellen.

Kaufberatung AirPods Pro

Die AirPods Pro sind das Apple-Headset, auf das wir als Intensivnutzer nicht mehr verzichten wollen. Ja, der Aufpreis zu den AirPods ist knackig, zumindest wenn man die Pro mit der 2. Generation vergleicht. Andererseits erweist sich die Geräuschunterdrückung tagtäglich als Segen. Dank ihr können wir uns besser auf die Arbeit konzentrieren, Gesprächspartner beim Telefonieren besser verstehen, Musik und Filme ungestört genießen und vieles mehr. Dank der wechselbaren und in drei Größen mitgelieferten Silikon-Aufsätze halten die Pros noch besser in den Ohren als die AirPods (3. Generation).

Apple AirPods Pro
Schon rein äußerlich sind die AirPods Pro an ihrem breiten Ladecase zu erkennen. Sie halten wir für den goldenen Mittelweg in Sachen Leistung, Preis und Portabilität.
© Apple

Kaufberatung AirPods Max

Die Max spielen in jeder Hinsicht in einer eigenen Liga, nicht nur preislich. Zunächst einmal unterdrücken sie Geräusche noch viel besser als die AirPods Pro. So können sie ihre zweite Stärke ausspielen und das ist ihr toller Klang. Sie halten auch dann noch Schritt, wenn Musik nicht nur Hintergrundgeräusch ist, sondern "aktiv" gehört wird.

Online wird darüber gestritten, ob die Max so gut klingen, wie man es von einem 600-Euro-Headset erwarten kann. In rein klanglicher Hinsicht dürfte es nach unserer Einschätzung günstigere und trotzdem bessere Kopfhörer geben. Fakt ist aber auch, dass die AirPods Max als einziges Headset am Markt alle AirPods-Funktionen mitbringen und auch noch am besten klingen. So betrachtet sind sie konkurrenzlos.

Apple AirPods Max
Die AirPods Max bestehen aus zwei Ohrmuscheln aus Aluminium, die von einem mit Stoff bespannten Edelstahlbügel gehalten werden.
© Apple

Die Vorteile bei Geräuschunterdrückung und Klang bezahlen Sie mit einem Verlust an Bewegungsfreiheit. An den AirPods und AirPods Pro schätzen wir die kompakten Abmessungen und dass wir sie auch bei sommerlicher Hitze ohne Wärmestau tragen können. Auch die Max tragen sich angenehm, weil der clever konstruierte Bügel viel Gewicht abfängt und die Klangschalen über und nicht auf den Ohren sitzen. Trotzdem eignen sich die Max nicht so gut für den Sport, sie tragen in der Tasche dick auf, drücken im Bett liegend gegen das Kopfteil und im Sommer wird es unter ihnen warm.

Farblich bieten Ihnen die AirPods Max die meisten Freiheiten. Ab Werk haben Sie die Wahl zwischen fünf verschiedenen Varianten, nämlich Rot, Grün, Blau, Silber und Anthrazit. Die Polster lassen sich dank ihrer magnetischen Befestigung leicht tauschen. Sie sind bei Apple zum Preis von 80 Euro erhältlich. Als sehr angenehm empfinden wir die Lautstärkeregelung über das Drehrädchen an der rechten Ohrmuschel.

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