Hintergrund

Was bringen Kopfhörer-Brückenverstärker?

7.11.2013 von Jürgen Schröder

Brückenverstärker bieten durch ihre Bauweise einige Vorzüge. Warum dies gerade für Kopfhörer-Amps wie den Bryston BHA-1 sinnvoll ist, erklären wir hier.

ca. 1:10 Min
Ratgeber
BHA-1 Input
Neben dem normgerecht beschalteten, vierpoligen XLR-4-Ausgang bietet der BHA-1 für symmetrisch betreibbare Kopfhörer auch die Anschluss-Alternative über zwei kanalgetrennte, dreipolige XLR-3-Armaturen. Die antreibenden Verstärkerstufen sind jedoch die gleichen.
© Hersteller

Vollbrücken- oder Bridge-Terminated-Load-Verstärker (kurz: BTL) bestehen aus zwei Verstärkern pro Kanal, von denen einer ein normales, der andere das um 180 Grad gedrehte (invertierte) Eingangssignal ausgibt.Obwohl Brückenverstärker - egal, ob für Kopfhörer oder Lautsprecher - herkömmlichen Verstärkern nicht prinzipiell überlegen sind, bieten sie sozusagen von Haus aus zwei konstruktive Pluspunkte:

Durch die gegenphasige Arbeitsweise von invertierendem und nicht invertierendem Brückenzweig können sie auch bei verhältnismäßig niedrigen Versorgungsspannungen sehr hohe Ausgangspegel liefern, was selbst beim Anschluss schwierig zu treibender, hochohmiger Kopfhörer mit Kapselimpedanzen über 300 Ohm hohe, unverzerrte Maximallautstärke erlaubt.

Ein weiterer Vorzug von Brückenverstärkern ist, dass bei ihnen die Last (Wandlersystem, Lautsprecher) symmetrisch-erdfrei ("floatend") zwischen invertierendem und nicht invertierendem Verstärkerausgang hängt. Somit spielt die elektrische Schaltungsmasse als Bezugspunkt bei ihnen keine Rolle, da die Last nun zwischen der modulierten positiven und negativen Betriebsspannung hin- und hergezogen wird.

Test: Kopfhörer-Verstärker Bryston BHA-1

Bedingt durch ihr massefreies Ausgangssignal sind Brückenverstärker von Haus aus weniger anfällig für lastabhängiges Übersprechen, wie es bei massebezogenen Verstärkern leicht auftreten kann. Die Ursache hierfür: Fließt der Laststrom auf dem Rückweg zum Netzteil über die Schaltungsmasse, so stellt sich aufgrund ihres nicht unendlich geringen Leiterwiderstandes ein Spannungsabfall ein, der den Bezugspunkt der gesamten Schaltung abhängig von der Größe des Signals moduliert.

Teilen sich der linke und der rechte Kanal die Schaltungsmasse, was speziell bei Kopfhörerverstärkern wegen ihres dreipoligen Klinken-Ausgangs zumeist der Fall ist, kann Kanal-Übersprechen auftreten. Durchdachte und zudem niederohmige Masseführung ist daher bei normalen Kopfhörerverstärkern oberstes Gebot. Die massefreie Arbeitsweise von Kopfhörer-Brückenverstärkern bedingt jedoch, dass die verwendeten Hörer über ein vierpoliges Kabel an den Ausgang angeschlossen werden.

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