Sprachsteuerung

Amazon Echo und Echo Dot im Praxistest

15.5.2017 von Bernd Theiss

Mit Echo und Echo Dot zeigt Amazon, dass Streaming-Devices zu viel mehr dienen können, als nur zur Musikbeschallung. Ist die Zeit reif für eine neue Gerätekategorie?

ca. 1:45 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
Amazon Echo
Amazon Echo ist rundum strahlender Lautsprecher und hilfsbereiter Heimassistent in einem Gehäuse.
© Amazon

Pro

  • sehr gute, einfache Sprachsteuerung
  • viele Funktionen über Streaming hinaus
  • einfacher Zugriff auf Amazon Prime Music
  • guter Lautsprecher mit angenehmem Klang (Echo)
  • nutzt Kopfhörer oder Stereo-Anlage (Echo Dot)
  • günstiger Preis (Echo Dot)

Contra

  • nur wenige und teure fernsteuerbare Geräte
  • Personenerkennung fehlt

"Alexa, stelle Timer auf 50 Minuten." Ein Sprachbefehl hat schon etwas ungemein Praktisches, wenn das Brot in den Backofen kommt und an den Händen noch Teig klebt. Doch was ist das eigentlich, was da auf den Namen Alexa hört? Auf den ersten Blick ist Amazon Echo ein Streaming-Lautsprecher, der hauptsächlich über WLAN mit Musik versorgt werden kann.

Im Inneren der knapp 25 Zentimeter hohen Säule stecken zwei Lautsprecherchassis, die den Schall in alle Richtungen gleichmäßig abstrahlen. Das gelingt erstaunlich ausgeglichen, angenehm und frei von unangenehmen Härten durch Verzerrungen oder überbetonte Höhen. Damit liegt Amazon Echo für knapp 180 Euro klanglich zwar nicht ganz auf dem Niveau des teureren Sonos Play 1, der die Spitze der kleinen WLAN-Lautsprecher markiert, hat dafür aber an anderen Stellen einige Vorteile.

Hinweis: Inzwischen sind neuere Generationen der Echo-Lautsprecher verfügbar!

Zuverlässige Spracherkennung 

Etwa die Sprachsteuerung, die auch dank der mit sieben Mikrofonen erreichbaren Richtwirkung sehr zuverlässig ein „Alexa, spiel Deutschlandfunk“ erkennt und den Sender ohne Vorkonfiguration über TuneIn hereinholt. Daneben versteht sich Echo auf das Smartphone als Bluetooth-Zuspieler, auf Spotify und natürlich Amazon Music, gerne auch in der aufpreispflichtigen Premium-Version. Neben Musikhören kann man mit Echo per Bing im Web recherchieren (leider nicht per Google), sich das Wetter oder Nachrichtenzusammenfassungen vorlesen lassen sowie Wecker, Kalender und mehr verwalten. Zusätzlich gibt es so genannte „Skills“ – Apps, die besondere Funktionen zur Verfügung stellen, etwa die Kommunikation mit Medienangeboten wie Chefkoch oder Bild.de. Ein kleines und noch vergleichbar teures Angebot an Steckdosenschaltern, Leuchten und Lichtsteuerungen sowie Thermostaten, die sich per Sprachbefehl steuern lassen, rundet das Echo-Ökosystem ab.

Die Bedienung geht, wenn die erste Einrichtung per Smartphone-App abgeschlossen ist, angenehm einfach vonstatten. Es fällt leicht, zu lernen, was Echo versteht und was nicht. Dabei macht es durchaus Spaß, Alexa mit knackigen Befehlen zu führen. Wobei es dann auch wieder irritiert, wenn Alexa auf andere hört. Spätestens beim Zugriff auf persönliche Daten wäre es wünschenswert, wenn Echo auf eine Stimme fixiert werden könnte.

Insgesamt steckt in Echo und dem für Anlagen und Kopfhörer gedachten Echo Dot für preiswerte 60 Euro ein enormes Potenzial, das im Moment noch bei Weitem nicht ausgeschöpft ist. Wenn in Kürze Google Home startet, geht das spannende Rennen erst richtig los.

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