Smartphone

BQ Aquaris X5 im Test

Das BQ Aquaris 5X läuft mit dem Android-Derivat Cyanogen OS. Wie gut das Betriebssystem ist und was das Smartphone leistet, verrät der Test.

© bq

BQ Aquaris X5
EUR 102,29

Pro

  • elegantes, schlichtes Design mit ansprechender Haptik
  • top Verarbeitung
  • Dual-SIM
  • Cyanogen OS mit vielen Personalisierungsmöglichkeiten
  • erweiterte Einstellungen zum Datenschutz
  • Frontkamera mit Blitzlicht
  • herausragende Ausdauer
  • sehr gute Funkeigenschaften
  • fünf Jahre Herstellergarantie

Contra

  • keine Kopfhörer und kein Netzteil im Lieferumfang

Fazit

Connect Testurteil: sehr gut (422 von 500 Punkten)
84,4%

Seit 2013 produziert BQ Smartphones, neben 3D-Druckern und Lernrobotern gehören sie mittlerweile zu den Kerngeschäftsfeldern des Unternehmens, das im spanischen Heimatmarkt einen deutlich höheren Bekanntheitsgrad hat als in Deutschland. Das zeigen schon die Verkaufszahlen: Im Jahr 2014 war der 5-Zöller Aquaris E5 das am zweithäufigsten verkaufte Smartphone ohne Vertragsbindung in Spanien. Mit kräftiger Unterstützung der Telefónica-Gruppe drängt BQ jetzt nach Deutschland.

Über O2 verkauft die Company das Mittelklasse-Modell X5, das mit einem ganz besonderen Betriebssystem ausgestattet ist: Cyanogen OS ist ein Android-Derivat, das mehr Personalisierungsmöglichkeiten und ein höheres Maß an Sicherheit und Privatsphäre bietet als das Original. Auch die Herstellergarantie von fünf Jahren ist ein Alleinstellungsmerkmal, mit dem BQ aus der Masse heraussticht.

Über dem Durchschnitt

Auch Design und Verarbeitung gehen über Branchenstandards hinaus. Das Aquaris X5 ist nur 7,5 Millimeter dünn und wird von einem leicht gerundeten Metallrahmen zusammengehalten, der an den Rändern fein angeschliffen ist. Damit liegt es sehr gut in der Hand und bietet zudem eine hohe Anfassqualität. Die Rückseite besteht aus mattem Kunststoff und ist nicht abnehmbar, man kann den Akku also nicht wechseln. Das Gehäuse wirkt sehr stabil und wertig, die Verarbeitung ist exzellent und kann es locker mit den Mittelklasse-Modellen von Samsung oder LG aufnehmen.

Bedient wird das Aquaris X5 über ein 5 Zoll großes LCD, das eine überzeugende Darstellungsqualität bietet. Kontrastumfang und Helligkeit sind gut, die Auflösung von 1280 x 720 Pixeln reicht noch für eine annehmbare Bildschärfe. Unter dem Display arbeitet der Mittelklasse-SoC Snapdragon 412, der im Vergleich mit der weit verbreiteten 410er-Generation höher taktet und eine höhere Speichertransferrate bietet. Natürlich reicht er nicht an Power-Prozessoren wie einen Snapdragon 810 heran, der Apps deutlich schneller startet und selbst anspruchsvolle 3D-Spiele, wie Real Racing, butterweich auf das Display zaubert. Aber auch auf dem X5 reagiert die Oberfläche flüssig, Aussetzer oder Ruckler gab's keine.

Technisch solide Kost bietet BQ auch bei Fotos und Videos: Die Hauptkamera schafft 13 Megapixel und wird von einer Doppel-LED unterstützt. Vorne sitzt eine 5-Megapixel-Kamera über dem Display, die ebenfalls von einem kleinen Blitzlicht flankiert wird. Die Auslöseverzögerung der Hauptkamera ist erfreulich kurz, trotzdem ist die Bildqualität nur bei optimalen Lichtbedingungen gut, sobald es anspruchsvoller wird, etwa bei Gegenlicht oder in den Abendstunden, steigt der Rauschanteil stark an. Für die Preisklasse ist die Bildqualität aber in Ordnung, zumal BQ zahlreiche Einstellungen in einem übersichtlichen Menü verpackt.

Cyanogen OS: Das bessere Android

Das X5 ist momentan das einzige Smartphone in Deutschland, das mit Cyanogen OS ausgeliefert wird. Dabei handelt es sich um einen Android-Ableger, den unabhängige Programmierer weiterentwickelt und mit neuen Funktionen angereichert haben. Dass die Cyanogen-Macher aus der Open-Source-Entwicklergemeinde kommen, merkt man dem Produkt an. Es bietet alle Vorteile des Android-Ökosystems - unter anderem den App-Store und die Google-Dienste -, wurde aber in vielen Bereichen zum Vorteil des Nutzers erweitert.

© bq

Bestandteil von Cyanogen OS: der beliebte Equalizer Audio FX (links). Kein Muster erkennbar: Auf Wunsch ändern die Ziffern bei jeder PIN-Eingabe ihre Position – die Fingerabdrücke verraten also nichts (mitte). Unzählige Schriftarten: Kein System lässt sich so stark anpassen wie Cyanogen OS (rechts).

Ein Beispiel ist der sogenannte Privacy Guard, der eine übersichtliche Verwaltung der persönlichen Informationen erlaubt, die von einzelnen Apps verwendet werden. Ebenfalls erwähnenswert: Die intelligente Bildschirmsteuerung Live Display, die nicht nur die Helligkeit automatisch an die aktuellen Lichtbedingungen anpasst, sondern zusätzlich auch den Kontrast und die Farbsättigung steuert. Im Dunkeln wird etwa der blaue Lichtanteil reduziert, weil das besser für die Augen ist.

Die Oberfläche von Cyanogen OS lässt sich außerdem viel umfangreicher anpassen als beim "normalen" Android. Tatsächlich ist der Klon besser als das Original, mit dicken Pluspunkten bei Privatsphäre, Gestaltungsmöglichkeiten und Sicherheit.

Neuer Ausdauerkönig

Das X5 gehört zu den wenigen Dual-SIM-Smartphones, bei denen die zweite SIM den Steckplatz nicht mit der Micro-SD teilen muss. Man muss sich also nicht für das eine oder andere entscheiden, sondern kann beides gleichzeitig nutzen. Für gute Laune sorgen auch die Ergebnisse aus dem Testlabor: Mit einer typischen Ausdauer von 9:43 Stunden ist das Aquaris X5 das ausdauerndste Smartphone, das jemals im connect-Labor gemessen wurde. Der 2900 mAh starke Akku hält problemlos auch mal zwei Tage am Stück durch. Die Funkeigenschaften sind ebenfalls durch die Bank sehr gut.

Fazit

Bis auf den mickrigen Lieferumfang - BQ verzichtet auf Netzteil und Kopfhörer und legt nur ein USB-Kabel in den Karton - stimmt bei diesem Smartphone eigentlich alles. Es fährt daher sehr überzeugend die Note "sehr gut" ein und sichert sich eine Platzierung unter den Top 15 in der connect-Bestenliste, wo es direkt neben den Top-Modellen von HTC, Huawei und Sony rangiert - die nicht selten doppelt so teuer sind. Mehr Smartphone für weniger Geld werden Sie momentan kaum bekommen.

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