Pixum Fotobuch-App im Test
Wir testen wie komfortabel sich ein Fotobuch mit der Pixum-Fotobuch-App am Smartphone gestalten lässt und wie hochwertig das Endprodukt ausfällt.
Das Fotobuch ist der Klassiker unter den persönlichen Geschenken – ob zum Geburtstag, zu Weihnachten oder als Erinnerung an eine große Feier. Während früher vor allem digitale Spiegelreflexkameras die Bildquelle waren, hat heute das Smartphone diese Rolle übernommen. Entsprechend wichtig sind...
Das Fotobuch ist der Klassiker unter den persönlichen Geschenken – ob zum Geburtstag, zu Weihnachten oder als Erinnerung an eine große Feier. Während früher vor allem digitale Spiegelreflexkameras die Bildquelle waren, hat heute das Smartphone diese Rolle übernommen. Entsprechend wichtig sind leistungsfähige Apps für die Gestaltung an mobilen Geräten.
Pixum, seit rund 25 Jahren am Markt, gehört zu den Urgesteinen der Branche. Das Sortiment reicht von Handyhüllen über Puzzles bis hin zu Kalendern, Abzügen und natürlich Fotobüchern. In diesem Test konzentrieren wir uns auf die Königsdisziplin: das Fotobuch. Gestaltet wurde ausschließlich mit der Pixum Fotobuch-App, die kostenlos für iOS und Android erhältlich ist. Ziel des Tests war es, die Bedienbarkeit der App sowie die Qualität der gelieferten Fotobücher zu bewerten.
MagicBook oder klassisches Fotobuch?
Ein Fotobuch lässt sich in der App auf zwei unterschiedliche Arten gestalten. Der klassische Weg beginnt über das Fotobuch-Icon: Die Bilder werden manuell ausgewählt und anschließend auf den Seiten platziert. Auf Wunsch unterstützt dabei ein Gestaltungsassistent, der die Fotos automatisch anordnet.
Der zweite Weg führt über das sogenannte MagicBook. Hier kommen verstärkt KI-Algorithmen zum Einsatz, die – nach entsprechender Freigabe – auf die Bildarchive zugreifen. Anhand von Metadaten wie Aufnahmezeitpunkt und Geo-Position erkennt das System zusammengehörende Bildserien und schlägt thematisch passende Fotobücher vor, etwa die letzte Sommerreise nach Italien, einen Wochenendausflug im Mai oder die besten Bilder des Jahres.
Der KI-Assistent trifft dabei eine Bildvorauswahl und erstellt einen vollständigen Layout-Entwurf. Die Ergebnisse sind insgesamt sehr solide, wenn auch nicht fehlerfrei: Gelegentlich wird ein Foto falsch zugeordnet oder ein visuell weniger starkes Bild zu prominent platziert. Dennoch leisten sowohl die KI-Algorithmen des MagicBook als auch der Gestaltungsassistent beim klassischen Fotobuch eine überzeugende Vorarbeit. Sie liefern ein ordentliches Grundlayout und sparen vor allem Zeit – ein wesentlicher Vorteil.
Auf dieser Basis lassen sich die Entwürfe anschließend manuell weiter verfeinern. Als Ausgangspunkt und teilweise auch als Inspirationshilfe eignen sich beide Ansätze gut, um am Ende ein individuell gestaltetes und persönliches Fotobuch zu erstellen.
Auswahl und Konfiguration
Fotobücher können in drei Formaten (Hochformat, Querformat und Quadrat) und in jeweils zwei bis drei Größen bestellt werden. Nutzer können zwischen klassischer Klebebindung und der hochwertigen Layflat-Bindung wählen, die sich besonders für Panoramaaufnahmen eignet, da sich das Buch komplett plan aufschlagen lässt. Beim Einband ist die Auswahl in der App aktuell auf Hardcover beschränkt.
Je nach Bindung stehen zwei bis drei Papieroptionen zur Verfügung, grundsätzlich unterschieden in mattes oder glänzendes Finish. Ein großer Pluspunkt: Die Gestaltung funktioniert auch offline – eine Internetverbindung wird erst für den finalen Bestellvorgang benötigt.
Wir haben zwei Hardcover-Fotobücher im Format „Groß“ (ca. 28 × 21 cm) bestellt: ein Buch mit Layflat-Bindung und mattem Papier (ca. 43 €) und eins mit Klebebindung und Glanzpapier (ca. 40 €). Hinzu kamen Versandkosten von 5,49 €. Bezahlt werden kann per Kreditkarte, PayPal oder auf Rechnung. Die Bestellung erfolgte am Freitagmittag, geliefert wurden beide Bücher bereits am darauffolgenden Mittwoch.
Intuitiv trotz kleinem Display
Die größte Herausforderung einer App liegt darin, ein funktionsreiches Layout-Tool auf einem kleinen Display unterzubringen, ohne Übersicht oder Bedienkomfort einzubüßen. Das gelingt Pixum insgesamt sehr gut. Die App setzt auf ein funktionales Design: Die Oberfläche ist aufgeräumt, Icons sind selbsterklärend, und man wird sicher von der Bildauswahl bis zum Warenkorb geführt.
Mit Cloud-Anbindung
Fotos können direkt vom Smartphone oder aus Cloud-Diensten wie Google Drive, OneDrive oder Dropbox importiert werden. Sollte man ein bestimmtes Bild nachladen wollen – kein Problem, das ist während des ganzen Gestaltungsprozesses möglich. Während der Gestaltung arbeitet die App mit komprimierten Vorschauen; die hochauflösenden Bilddaten werden erst beim finalen Upload übertragen.
Im Test verwendeten wir neben Smartphone-Fotos auch hochauflösende Kamerabilder mit bis zu 60 Megapixeln. Grundsätzlich ist das möglich, allerdings verweigert die App Bilder über 32 MB. Ärgerlich: Der entsprechende Hinweis erscheint erst beim finalen Upload. Eine frühere Warnung direkt bei der Bildauswahl würde unnötige Layout-Anpassungen vermeiden.
Feintuning und Bildbearbeitung
Nach Abschluss des automatischen Vorschlags wird das Fotobuch in einer Übersichtsansicht angezeigt. Hier lassen sich Aufnahmen auf Seiten verschieben, Bögen löschen oder hinzufügen sowie Hintergründe ändern. Die Bedienung erfolgt flüssig per Touch-Gesten.
Für Detailarbeiten wechselt man in die Seitenansicht. Dort stehen zahlreiche Layout-Vorlagen mit unterschiedlicher Bildanzahl und -anordnung, Hintergründe, Sticker sowie grundlegende Bildbearbeitungsfunktionen zur Verfügung. Bilder lassen sich zuschneiden, drehen und verschieben, außerdem können Helligkeit, Kontrast, Schärfe und Farben angepasst werden. Insgesamt ein gutes Werkzeugangebot, um den Fotos den letzten Schliff zu geben. Auf dem Cover kann zusätzlich ein Titel oder eine Überschrift eingefügt werden.
Insgesamt überzeugt die App durch ihren großen Funktionsumfang, eine klare Struktur und hohe Flexibilität. Es gibt keinen starren Gestaltungszwang – Nutzer können jederzeit zurückspringen, Einstellungen anpassen oder Seiten neu gestalten. Ein kleiner Hinweis aus der Praxis: Eine spätere Formatänderung kann das bestehende Layout beeinflussen und sollte daher möglichst früh festgelegt werden.
Kritikpunkt: In der Übersichtsansicht fehlt eine schnelle „Papierkorb-Funktion“ zum Entfernen einzelner Bilder. Dafür muss man in die Seitenansicht wechseln. Während des Tests kam es zudem zu einem App-Absturz. Positiv: Der Fortschritt wurde zuverlässig gespeichert, sodass die Arbeit ohne Datenverlust fortgesetzt werden konnte.
Verarbeitungsqualität
Die Lieferzeit war erfreulich kurz. Beide Fotobücher waren tadellos verarbeitet: saubere Bindung und Klebungen sowie keinerlei Transportschäden. Die klassische Klebebindung ist solide, doch die Layflat-Bindung bietet im Alltag einen echten Mehrwert: Das Buch lässt sich komplett aufklappen, ohne dass Seiten zurück federn. Gerade, aber nicht nur, Panorama-Aufnahmen kommen hier besonders gut zur Geltung, da sie nicht durch einen Falz in der Mitte unterbrochen werden.
Das matte Fotopapier ist mit rund 368 g/m² deutlich schwerer als das Glanzpapier (ca. 200 g/m²). Das Buch wirkt dadurch dicker und besonders hochwertig – ideal als Geschenk. Doch auch das Glanzpapier fühlt sich angenehm an und hinterlässt einen wertigen Eindruck.
Matt oder Glänzend?
Die Druckqualität überzeugt – wobei zwischen Layflat (matt) und Klebebindung (glänzend) deutliche visuelle Unterschiede bestehen, die material- und herstellungsbedingt sind. Fotobücher mit Layflat-Bindung werden bei Pixum auf echtem FUJIFILM-Fotopapier ausbelichtet, während Bücher mit Klebebindung im Digitaldruck entstehen.
Der wichtigste Unterschied zwischen Belichtung und Druck ist das Druckraster: Dieses ist bei gedruckten Büchern – je nach Motiv – mehr oder weniger sichtbar, bei belichteten Fotobüchern gibt es dieses nicht. Visuell wirken die gleichen Bilder auf mattem Fotopapier belichtet etwas softer und weniger kontrastreich. Das ist keineswegs ein Qualitätsnachteil. Glanzpapier in Verbindung mit Digitaldruck sorgen dagegen für mehr Brillanz, höhere Schärfe, stärkere Kontraste und kräftigere Farben.
Das ist weniger eine Frage von „besser oder schlechter“, sondern des persönlichen Geschmacks. Zu bedenken ist allerdings, dass Smartphone-Fotos oft bereits sehr kontrastreich abgestimmt sind – auf Glanzpapier kann der Ausdruck schnell etwas zu knackig wirken, weshalb sich eine gezielte Bildanpassung empfiehlt.
Fazit
Pixum liefert mit seiner Fotobuch-App ein durchdachtes und leistungsfähiges Werkzeug, das auch auf dem Smartphone umfangreiche Gestaltungsmöglichkeiten bietet. Die Bedienung ist intuitiv, der Funktionsumfang hoch und die Druckqualität auf sehr gutem Niveau. Hinzu kommen clevere KI-Helfer, die viel Arbeit abnehmen. Kleine Schwächen wie die späte Warnung bei zu großen Bilddateien trüben den insgesamt sehr positiven Eindruck kaum. Wer ein hochwertiges Fotobuch gestalten möchte, ist bei Pixum bestens aufgehoben.