Testbericht

Burmester 061

12.8.2010 von Redaktion connect und Bernhard Rietschel

Das aus gewalzten Alu-Planken zusammengefügte Gehäuse, die massive, in Teflonschienen gleitende Ladeluke und die gravierte, perfekt verchromte Frontplatte - das ist der unverkennbare Stil der Manufaktur, die im Juli ihr 30-jähriges Jubiläum feiert.

ca. 1:55 Min
Testbericht
  1. Burmester 061
  2. Datenblatt
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Den Mechanik-Aufwand haben die Berliner im 061 nicht ganz so auf die Spitze getrieben wie im teureren 001: Dessen riemengetriebenes CD-Laufwerk - eines jener klassischen HiFi-Mysterien, die theoretisch gar nicht, praktisch aber umso besser funktionieren - muss im 061 einem Druckguss-Direktantrieb weichen, der freilich auch nicht von schlechten Eltern ist: Es handelt sich um das Philips Pro 2M, das auch dem Riementriebler als Basis dient.

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Das Modulkonzept mit austauschbarer Wandlerplatine (links) macht den 061 zukunftssicher.
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Digitales Dampfrad

Dem ohnehin schon Jitter-armen Daten-Output des Laufwerks rückt Burmester anschließend mit einem Abtastratenwandler zu Leibe. Dieser Kniff, der Laufwerks- und Wandlertakt voneinander entkoppeln soll, findet sich in den meisten Spielern des Tests. Anders als seine Kollegen fährt der Burmester die theoretischen Möglichkeiten des Upsamplers aber nicht immer voll aus: Die eingesetzten D/A-Wandler von Burr-Brown sollen besser klingen, wenn der Takt-Turbo nur mit halbem Ladedruck läuft: sprich von 44.1 nur auf 96 statt auf 192 Kilohertz hochrechnet.

Wer's nicht glaubt, kann's ausprobieren: Die Taktrate lässt sich umschalten. Außer zu Demonstrations-Zwecken ist das möglicherweise auch mit externen Digitalquellen sinnvoll, die sich in dieser Hinsicht durchaus anders verhalten können als das integrierte Edel-Laufwerk. Anschluss finden die Fremdgeräte über einen optischen sowie zwei Koax-Digitaleingänge. Die am Testgerät installierte USB-Buchse wartet hingegen nicht auf Audio-, sondern auf Steuersignale - sie gehört zu dem optionalen "Burlink"-Modul, das den 061 mit AMX- und Crestron-Multiroom-Controllern kompatibel macht.

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Die Fernbedienung
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Neben den Burlink-Schnittstellen ist aber noch Platz für mehr: Der MMI-Slot am Heck soll sicherstellen, dass es dem 061 auch in Zukunft nicht langweilig wird. Was im Handbuch vorsichtig als "zukünftige Erweiterungen" angedeutet ist, beflügelt die Fantasie: ein superedles iPod-Dock vielleicht? Am Ende gar eine Festplatte? Jetzt schon versprochen sind digitale Ein- und Ausgänge nach der symmetrischen AES-EBU-Studionorm.

XXL-Dynamik über XLR

Auch in der analogen Domäne favorisiert Burmester seit jeher den symmetrischen Signaltransport. Die Berliner Chrom-Klassiker hatten einst entscheidend mitgeholfen, diesen störimmunen Übertragungsweg in heimischen High-End-Gefilden überhaupt salonfähig zu machen. Daher ist es auch nicht überraschend, dass der 061 als einziger Testkandidat über seine XLR-Ausgänge besser klang als über die Cinch-Buchsen."Noch besser" müsste man sagen, denn schon via unsymmetrischer Verkabelung spielte der Burmester mit einer erhabenen Dynamik, von der einfachere Spieler nur träumen können.

Symmetrisch kam noch etwas mehr Bass-Schub hinzu - was aber nichts daran änderte, dass der 061 innerhalb der Topklasse eher zu den tonal schlanken, straffen Playern gehört. In High-End-Ketten, die diesen Charakterzug tolerieren - oder sogar benötigen -, fügt sich der Burmester als ausgesprochen kerniger Energiebolzen hervorragend ein. Wer maximale Natürlichkeit sucht, kommt mit dem unaufdringlicheren, plastischer und farbenreicher zeichnenden Accuphase zwar noch weiter - die kompromisslose Direktheit des Burmester ist dennoch aufregend.

Burmester 061

Burmester 061
Hersteller Burmester
Preis 7700.00 €
Wertung 120.0 Punkte
Testverfahren 1.0

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