Testbericht

Electrocompaniet PI 1

12.8.2010 von Redaktion connect und Andreas Günther

Aus Norwegen stammt dieser Amp - aber er ist durchaus kein rauhbeiniger Wikinger

ca. 1:15 Min
Testbericht
  1. Electrocompaniet PI 1
  2. Datenblatt
image.jpg
© Archiv

Electrocompaniet mischt seit 1972 im weltweiten HiFi-Geschäft mit. Matti Otala und Jan Lohstro haben die Company gegründet, weil sie mit der bis dato bekannten Transistoren-Schaltung zutiefst unglücklich waren. Zugespitzt: Otala und Lohstro suchten einen Transistor-Amp, der eigentlich gar nicht wahrgenommen wird. Die Entwickler sitzen im schönsten Nirgendwo mit dem Stavanger-Fjord vor der Haustür - Abgeschiedenheit vom Rest der High-End-Welt. 

image.jpg
Die Platine des P1 ist exakt symmetrisch
© Archiv

Zuerst der rituelle Blick unter die Haube. Der PI 1 sieht aus wie das Werk eines Raumfahrt-Unternehmens: Winzigste SMD-Bauteile dominieren die Platine, in geradezu fanatisch-fantastischer Spiegelanordnung - mehr Symmetrie geht nicht. Allenfalls der etwas achsenverschobene Trafo im Hintergrund fällt aus den militärisch korrekt geordneten Reihen. Was noch auffällt: Neben den zentralen Leistungstransistoren hat Electrocompaniet zwei "Landeplätze" auf der Platine frei gehalten.

Klanglich ist der PI 1 kein Sparringspartner für jedermann. Wer "nur" die Cinch-Eingänge nutzt, hört einen sehr guten, aber eben noch keinen überragenden Verstärker. Was Electrocompaniet auch offen kommuniziert: Die beiden Cinch-Paare wurden für "Tuner" und "TV" reserviert, die beiden symmetrischen Eingänge tragen die Bezeichnung "CD" und "AUX". Also: Wer nicht zweitklassig reisen will, braucht einen Player mit XLR-Ausgang - Electrocompaniet denkt in Familienbanden und sieht den hauseigenen PC 1 hier als idealen Spielgefährten (1600 Euro).

image.jpg
Die Rückansicht
© Archiv

Das können wir nachvollziehen. Denn der symmetrische Kontakt ist klar die bessere Wahl. Der Zugewinn an räumlicher Auflösung und Bassschub ist nach wenigen Takten keiner weiteren Frage mehr wert. Der PI 1 klingt in der britischen Verstärker-Tradition: hell, offen, antrittsstark. Der Tiefbass drückt die Membranen mit einer Souveränität in den Raum, die man eher von deutlich größeren Endstufen kennt. Wenn man partout so etwas wie ein "nordisches Element" erkennen will: Das Klangpanorama, der Himmel über der Fjord-Landschaft wirkt unendlich - hier gibt's die imposanteste Räumlichkeit im Testfeld.

Electrocompaniet PI-1

Electrocompaniet PI-1
Hersteller Electrocompaniet
Preis 1600.00 €
Wertung 95.0 Punkte
Testverfahren 1.0

Mehr lesen

Bestenliste

Top 10: Die besten Android-Smartphones 2020

Top 10 Smartphones - Bestenliste

Die besten Smartphones bis 300 Euro

Bestenliste

Top 10 - Die zehn besten Tablets im Test

Weiter zur Startseite  

Mehr zum Thema

Audreal, PA-M

Vollverstärker

Audreal PA-M im Test

Für einen Class-A-Vollverstärker ist der Audreal PA-M durchaus günstig. Kann er dennoch dem Leistungsanspruch gerecht werden?

Pro-Ject CD Box RS Pre Box RS Digital Audio

Digital-Kombi-Testbericht

Pro-Ject Pre Box RS Digital mit CD Box RS im Test

Wir haben die Digtal-Kombi Pro-Ject Pre Box RS Digital mit CD Box RS im Test. Wie schneiden CD-Player und Verstärker in der Redaktion ab?

Arcam A49 im Test

Transistor-Vollverstärker

Arcam A49 im Test - Ganz große Pläne

Wir haben den Arcam A 49 im Test. In Sachen Ausstattung und Bedienung sowie bei der Bass-Wiedergabe kann der Transistor-Vollverstärker überzeugen.

Marantz PM 7005

Vollverstärker

Marantz PM 7005 im Test

Auf den ersten Blick gleicht der neue Marantz-Verstärker der 7000er Serie dem Vorgänger. De facto tritt er aber nicht nur mit dem bewährten Klang,…

Vollverstärker Technics SU C700 im Test

Vollverstärker

Technics SU C700 im Test

Der Technics SU C700, ein digitaler Schaltverstärker, erweist sich im Test als echtes Schmückstück, bei dem man einen deutlich höheren Preis erwarten…