Testbericht

Lautsprecher B&W 804 S

22.2.2010 von Redaktion connect und Wolfram Eifert

Vergnügen war das richtige Stichwort für die Hörvergleiche, denn es gab keine Klangdisziplin, in der die B&W 804 S (4000 Euro das Paar) nicht an vorderster Front mitgespielt hätte.

ca. 1:25 Min
Testbericht
  1. Lautsprecher B&W 804 S
  2. Datenblatt
Lautsprecher B&W 804 S
Lautsprecher B&W 804 S
© Archiv
Lautsprecher B&W 804 S
Die kleinen Einbuchtungen in der Reflexöffnung vermeiden Luftwirbel. Die grauen Membranen aus Rohacell sind extrem stabil.
© Julian Bauer

Die 804 S von B&W mag mit ihren beiden 17er Basschassis, dem kaum kleineren Mitteltöner und der obenauf sitzenden Hochtonkalotte vom Ansatz her ein wenig konventionell daherkommen, tatsächlich aber handelt es sich um eine der ausgebufftesten Konstruktionen ihrer Preis- und Größenklasse.

Schließlich gibt es handfeste akustische Gründe, eine Standbox so und nicht anders zu konzipieren. Zwei Basstreiber sind nützlich, weil bei tiefen Frequenzen reichlich Membranfläche notwendig ist. Einen Mitteltöner mit 15 Zentimeter Membrandurchmesser auszustatten macht Sinn, weil so der  Übergang bei tiefen 350 Hertz erfolgen kann, ohne dass sich das  Chassis nennenswert anstrengen müsste. Einem Hochtöner eine 25 Millimeter große Metallmembran zu verpassen ist schlichte Physik, nämlich ein sehr guter Kompromiss aus Bandbreite und vernünftiger Energieverteilung.

Wenn das allgemeiner Konsens ist, was macht die 804 dann so besonders? Es ist die Konsequenz im Detail. So sind beispielsweise die Basstreiber mit Membranen aus Rohacell bestückt, ein extrem zähes Material, das dem Ideal des starren Kolbens extrem nahe kommt und dennoch bei hohen Frequenzen ruhig bleibt.

Lautsprecher B&W 804 S
1) Versteifungen durchziehen das gesamte Volumen. Hier die Matrix des Bass-Gehäuses. 2) Bohrungen lassen die Luft untergehindert strömen, ohne die Stabilität zu gefährden. 3) Die Basstreiber "sehen" trotz der starken Segmentierung ein großes Volumen.
© Archiv

Das andere Extrem lässt sich beim Mitteltöner bewundern. Sein Kevlarkonus ist nur so steif wie notwendig und wird akustisch zu höheren Frequenzen hin kleiner, um einen allzu großen Sprung im Abstrahlverhalten beim Übergang zum Hochtöner zu vermeiden.

Im Gegensatz zu den Basstreibern verzichtet das Chassis auf die üblichen Gummisicken und vermeidet so klangtrübende Reflexionen. Die Abdichtung übernimmt ein Schaumstoffring, der die Membran nicht unter Spannung setzt.

Auch der Hochtöner ist alles andere als gewöhnlich. Seine Membran mag aus profanem Aluminium bestehen, Formgebung, Aufhängung und Gehäuse sind jedoch penibel aufeinander abgestimmt, um Resonanzen klein und Klangvergnügen groß zu halten.

Vergnügen war das richtige Stichwort für die Hörvergleiche, denn es gab keine Klangdisziplin, in der die 804 S nicht an vorderster Front mitgespielt hätte. Neutralität und Entspanntheit glichen der Audiodata, die Kultiviertheit der Ascendo, die Basspotenz kam der der Audio Physic sehr nahe. Gravierende Schwächen oder auch nur Mittelmaß glänzten durch Abwesenheit.

Focal Chorus 736 S

Focal Chorus 736 S
Hersteller Focal
Preis 1400.00 €
Wertung 46.0 Punkte
Testverfahren 1.0

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