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Motorola Moto G5s und G5s Plus im Test

Motorola will bei der Moto-G-Serie echten Mehrwert fürs Geld bieten. Geht die Rechnung bei Moto G5s und Moto G5s Plus auf? Das zeigt der Test.

Motorola Moto G5s und G5s Plus

© Motorola

Motorola Moto G5s und G5s Plus

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EUR 165,00

Pro

  • top verarbeitetes Unibody-Metallgehäuse
  • leuchtstarkes Full-HD-IPS-Display
  • schlankes Android mit sehr gutem Update-Support
  • praxistaugliche Bedientricks
  • Schnelllade-Netzteil
  • verbesserte Speicherausstattung (Moto G5s)
  • gute Dual-Kamera mit Bokeh-Funktion (Moto G5s Plus)
  • hohe Ausdauer (Moto G5s Plus)

Contra

  • immer noch Micro-USB statt USB-C
  • geringe UMTS-Sendeleistung
  • nur noch zwei Steckplätze für Dual-SIM oder Micro-SD
  • Hauptkamera steht merklich über
  • Akku fest verbaut

Fazit

connect Testurteil: Motorola Moto G5s Plus: gut (393 von 500 Punkten); Motorola Moto G5s: befriedigend (367 von 500 Punkten)

Aber hallo, Moto: Lenovo hält bei seinen Motorola-Phones das Neuheitenkarussell in Schwung. Nur wenige Monate nach der Vorstellung des Moto G5 und des G5 Plus feiern deren Special-Edition-Varianten Premiere. Grund genug, der Frage nachzugehen, was sich außer dem „S“ im Namen noch getan hat. Eine Menge – so viel sei vorweggenommen.

Beide Modelle hüllen sich in einen matt geschliffenen Voll-Aluminiumblock. Anfassqualität und Verarbeitung sind einfach formidabel. Top: Fingerabdrücke hinterlassen auf den Rückseiten keinerlei Spuren. Die nanobeschichteten und Wasser abweisenden, aber nicht IP-zertifizierten G5S-Modelle präsentieren sich so immer wie aus dem Ei gepellt. Im Design bleibt die fünf Jahre alte Moto-G-Serie ihrer pragmatischen, klassischen Linie treu. Die breiten Ränder oben und unten bieten unter anderem genügend Platz für eine Selfiekamera mit LED-Licht und einen Fingerabdrucksensor, mit dem sich die Motos nicht nur entsperren, sondern bei Bedarf auch steuern lassen. Ein konstruktives Manko ist aber unübersehbar: Die markanten Kameraeinheiten erheben sich etwa 1,5 Millimeter über die Rückseite und sind so anfällig für Kratzer.

Motorola Moto G5s Plus

© Motorola

Die Anzeige im G5S Plus hat sich bei gleicher Auflösung auf 5,5 Zoll vergrößert. Ausdauer und Fotoqualität überzeugen. Die Hauptkamera steht aber wie im G5 Plus rund 1,5 mm über.

Beide Displays haben zugelegt

Im G5S kommt ein auf 5,2 Zoll vergrößertes LCD-Panel (G5: 5,0 Zoll) zum Einsatz. Die Bildschirmgröße der Plus-Variante ist auf 5,5 Zoll gestiegen. Da bei beiden die Full-HD-Auflösung beibehalten wurde, geht die Punktedichte zwar ein wenig zurück. Dennoch ist die Darstellung klar und hell, was die von unserem Labor gemessenen, hohen Leuchtstärken von 523 cd/m2 bzw. 505 cd/m2 bestätigen. Bemerkenswert: Der Bildschirm des günstigeren G5S wirkte noch einen Tick brillanter und kontrastreicher.

Das Leistungsvermögen der eingebauten „Brot-und-Butter“-Systemchips (Snapdragon 625 bzw. 430) bewegt sich auf klassentypischem Niveau. Bedienung und Animation laufen flüssig. Der Start anspruchsvoller Apps kann aber schon mal einen Moment dauern. Mit 3 GB Arbeitsspeicher und rund 21 GB frei verfügbarem Flash-ROM entspricht das Platzangebot der G5S-Modelle dem, was Anwender heute von einem veritablen Marken-Smartphone erwarten dürfen. Zum Vergleich: Käufer des älteren Moto G5 haben nur 9,5 GB für ihre Apps und Daten zur Verfügung.

Schlankes Android, zügige Updates

Das recht flotte Arbeitstempo ist auch auf die nahezu unveränderte Systemsoftware zurückzuführen. In unseren Testgeräten war Android 7.1.1 eingespielt. Bringt Google neue Systemversionen oder Sicherheitspatches, stehen diese durch den geringen Anpassungsaufwand in der Regel auch frühzeitig für Motorola-Phones bereit. Das Angebot an eigenen Apps bleibt dafür überschaubar: Neben dem Google-Paket, das jetzt auch Büroanwendungen enthält, ist die Moto-App mit ihren bekannten Tricks mit von der Partie: Wer sein Smartphone entsprechend der Vorgaben schüttelt oder hinlegt, kann damit unter anderem schnell die Taschenlampe ein- und ausschalten, das Profil „Nicht stören“ oder die Kamera aktivieren. Für Unterhaltung sorgt ein UKW-Radio, das auch über den Mono-Lautsprecher tönt. Ein Headset für die vorhandene Kopfhörerbuchse liegt keinem der beiden G5S-Modelle bei.

Motorola Moto G5s Screenshots

© Screenshot WEKA / connect

links: Wird die Navigationsleiste dauerhaft ausgeblendet, übernimmt der Fingerabdrucksensor deren Aufgaben. rechts: Einer von mehreren aktivierbaren Moto-Tricks: Zweimal „hacken“ und die Taschenlampe geht an oder aus.

Unterschiede bei den Kameras

Die Plus-Variante enthält eine neue 13-Megapixel-Dual-Kamera, deren zweites Optiksystem bei Porträtaufnahmen eine gezielte manuelle (Un-)Schärfesteuerung des Bildhintergrunds erlaubt. Neben diesen Bokeh-Effekten kann man mithilfe des „Tiefeneditors“ im „Selektiven Schwarz-Weiss“-Modus mit einem Fingertipp auch nachträglich Bildbereiche einfärben.

Die 16-Megapixel-Kamera im G5S verzichtet auf solche Gestaltungsmöglichkeiten ebenso wie auf die zweite Linse und auf ein zweites LED-Fotolicht. Der Blendenwert von f/2.0 ist in beiden Modellen identisch. Für die Plus-Variante ist das ein kleiner Rückschritt, denn die Optik im älteren G5 Plus ist lichtstärker (f/1.7). Bei guten Lichtverhältnissen überzeugten vor allem die Aufnahmen des G5S Plus mit guter Schärfe und satten Farben.

Das G5S konnte da nicht ganz mithalten; bei Action-Fotos zeigten sich stärkere Bewegungsunschärfen. Zudem agierte die Kamera-App im G5S ab und an etwas träge. Dennoch gelangen auch hier respektable Fotos und Full-HD-Videos. Bei Innenaufnahmen stieg das Bildrauschen schnell an, wobei die Plus-Variante schwierige Lichtverhältnisse etwas souveräner bewältigte. Im Selfie-Vergleich war die Plus-Variante ebenfalls ein wenig näher am Original.

Motorola Moto G5s

© Motorola

Mit höherer Ausdauer, edlem Einblock-Metallgehäuse und leuchtstarkem 5,2-Zoll-Display lässt das Moto G5S seinen älteren Bruder G5 hinter sich.

Bessere Ausdauer, kleine Abstriche im Labor

Die G5-Modelle nehmen auch im Dual-SIM-Betrieb eine externe Speichererweiterung auf. Das hat sich geändert: Die Schächte der Special-Edition-Vertreter können entweder mit einer zweiten Nano-SIM oder mit einer Micro-SD-Speicherkarte bestückt werden. Statt der erwarteten USB-Typ-C-Schnittstelle steht nur die lahmere Micro-USB-Variante bereit. In diesem Punkt haben die G5S-Phones den Anschluss an die Gegenwart verpasst. Auf Funkseite bewegt sich das Kommunikationsangebot auf der Höhe der Zeit: Bluetooth 4.2, Dual-Band-WLAN (802.11 a/b/g/n) und LTE der Kategorie 4 (G5S) beziehungsweise 6 (G5S Plus) sind an Bord. Durch die integrierte NFC-Technologie eignen sich die G5S-Motos zudem auch fürs mobile Bezahlen.

Wer auf einen austauschbaren Akku Wert legt, muss beim älteren G5 bleiben. In beiden Neuheiten steckt ein fest eingebauter 3000 mAh starker Energiespeicher, der im Praxismix beim G5S mit einer Ladung knapp sechs Stunden schafft, die Plus-Variante kommt auf satte acht Stunden. Ein beigelegtes 15-Watt-Schnelllade-Netzteil verkürzt die Ladestopps. Bei den Sende- und Empfangsmessungen büßten beide Probanden in vergleichbarer Größenordnung gegenüber den Standardmodellen einige Punkte ein. Ein Hauptgrund waren die geringeren Strahlungsleistungen im UMTS-Netz. Ansonsten entsprachen die Laborleistungen den Erwartungen.

Fazit: Unterm Strich stimmt die Richtung

Mit den Special-Edition-Modellen rückt Motorolas Moto-G-Serie wieder stärker in den Fokus. Bereits das G5S fühlt sich nach mehr an und bügelt zudem die Ausdauerschwäche des Standardmodells aus. Noch höhere Erfolgschancen hat das G5S Plus, das ebenfalls in der Ausdauer deutlich zugelegt hat. Bleibt die Frage: Warum nicht gleich so?​

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