Mittelklasse-Smartphone mit 21:9-Display

Motorola One Vision im Test

Das Mittelklasse-Phone geht mit 48-Megapixel-Sensor, Display im 21:9-Format und Update-Garantie ins Rennen. Oben drauf gibt’s einen leistungsstarken Prozessor.

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EUR 239,99

Pro

  • schickes, handliches Design und top Verarbeitung
  • leichter Schutz vor Staub und Spritzwasser
  • dank Android One regelmäßige Updates
  • leistungsfähiger Chipsatz und viel Speicher für Apps und Daten
  • sehr gute Kamera und vielfältige Ausstattung
  • gute Akkulaufzeit

Contra

  • Aussparung für Selfie-Kamera recht prominent
  • Schwächen beim UMTS- und GSM-Standard
  • niedrige Ausgangsspannung am Klinkeneingang

Fazit

connect Testurteil: gut (377 von 500 Punkten)
75,0%

Motorola hat bereits ein großes Portfolio an Mittelklasse-Smartphones und bietet seit letztem Jahr auch ein Gerät an, das in Googles Android-One-Programm beheimatet ist. Neben zwei garantierten großen System-Updates erhält man mit einem solchen Phone regelmäßig monatliche Sicherheitspatches. Das One Vision ist nun das zweite Gerät dieser Reihe und legt, wie der Name vermuten lässt, den Schwerpunkt auf die Kamera und ein besonderes visuelles Erlebnis.

Angenehmes Handling

So bietet das Display bei einer Diagonale von 6,3 Zoll kinotaugliches 21:9-Format, auf das zum Beispiel auch Sony beim Xperia 1 setzt. Entsprechend aufgenommene Filme schaut man also formatfüllend, ohne lästige schwarze Balken an Ober- und Unterseite. Bei 16:9-Inhalten, wie man sie auf Youtube häufig antrifft, machen sich dagegen dicke schwarze Streifen links und rechts des Bildes bemerkbar.

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Das Display des One Vision löst mit Full-HD-Plus auf, hat eine Diagonale von 6,3 Zoll und ein 21:9-Format.

Unterbrochen wird die Anzeige ausnahmsweise nicht durch eine mittige Aussparung, sondern nur durch die im Display untergebrachte 25-Megapixel-Selfie-Kamera. Der Rand um die Linse ist aber recht groß geraten.

Bei der Qualität des Screens geht der Daumen dann wieder hoch. Dank der guten Helligkeit von 409 cd/m2 gibt es keine Probleme beim Ablesen, die Full-HD-Plus-Auflösung garantiert ordentlich scharfe Inhalte.

Durch die schmale Bauform liegt das Phone zudem exzellent in der Hand, was von der leicht zu den Kanten hin gebogenen Rückseite noch unterstützt wird. Diese ist aus Glas und besticht bei unserem Testgerät durch einen blauen Farbverlauf. Und als einziges Gerät in diesem Vergleich ist das One Vision mit seiner IP52-Zertifizierung vor Staub und Spritzwasser geschützt.

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Motorola One Vision: Die Rückseite besteht aus Glas.

Beste Performance

Unter dem schicken Mantel kommt ein Exynos 9609 von Samsung zum Einsatz, der mit 2,2 GHz taktet. Dieser wird von 4 GB RAM unterstützt, was das One Vision laut Benchmark-Ergebnissen zum performantesten Phone im Testfeld macht.  Spendabel ist Motorola mit rund 116 GB Speicher,der zudem erweiterbar ist. Bei der Connectivity-Liste kann man einen Haken an ac-WLAN, NFC und Bluetooth 5 machen.

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Neben Blau gibt es das One Vision auch in einem Bronze-Ton.

Auf der Benutzeroberfläche gibt es hingegen nicht viel zu entdecken, da diese laut Android-One-Vorgabe unverändert bleibt. Nur die obligatorische Motorola-App mit nützlichen Schnellzugriffen auf verschiedene Funktionen hat es auf das Gerät geschafft.

Als Zusatz findet man noch ein UKW-Radio im App-Drawer, ein In-Ear-Kopfhörer liegt ebenfalls bei. Wer eigene Lauscher nutzen will: Die Ausgangsspannung am Klinkenanschluss ist mit 215 mV gering, was Probleme beim Betreiben von High-End-Kopfhörern verursachen kann.

Im Labor offenbart das Phone leichte Schwächen bei der Funkübertragung im UMTS- und GSM-Standard. Der wichtige LTE-Empfang sowie die Akustik beim Telefonieren liegen dagegen auf gutem Niveau. Die Laufzeit passt mit acht Stunden ebenfalls, auch wenn wir uns bei einer Akkukapazität von 3500 mAh mehr erhofft hätten. Ansonsten macht man mit dem Vision absolut nichts falsch.

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Motorola verbaut die Frontkamera (25 Megapixel) im Display. Im Vergleich zu anderen Smartphones mit Punchhole wie dem Honor View 20 (hinten) gerät die Aussparung aber verhältnismäßig groß.

Kamera mit 48-Megapixel-Sensor

Motorola verbaut im One Vision einen Sensor mit 48 Megapixeln Auflösung, dem eine Blende von f/1.7 vorgelagert ist. Einen optischen Bildstabilisator hat der Hersteller ebenfalls spendiert, was in dieser Preisklasse Seltenheitswert hat.

Fotos gibt das Smartphone übrigens nur mit 12 Megapixeln aus, denn via Quad-Binning werden vier Pixel zu einem verrechnet. Dies soll vornehmlich für schärfere und rauschärmere Fotos sorgen. Und tatsächlich, für die Qualität der Bilder in hellen und dunklen Umgebungen erhält das One Vision von unserem Labor zwei Mal die Note sehr gut – Respekt.

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Zwar bietet der Sensor der Hauptkamera 48 Megapixel Auflösung, doch das One Vision fasst vier Pixel zu einem zusammen wodurch Fotos mit 12 Megapixeln entstehen.

Sehr gut ist auch die Ausstattung der Kamera-App. Hier bietet Motorola als einziger Proband 4K-Videoaufnahmen und die Möglichkeit, im RAW-Format zu knipsen. Dazu gesellt sich viel künstliche Intelligenz: Eine Szenenerkennung optimiert die Bilder abgestimmt auf das Motiv. Praktisch ist auch, dass die Software auf Wunsch die Komposition des Fotos ändert und es nach der Drittel-Regel ausrichtet.Und dank der Lächelerkennung erhält man beim nächsten Gruppenbild mit hoher Wahrscheinlichkeit ein gelungenes Foto.

Um den Porträtmodus kümmert sich die zweite Kamera, die nur Tiefeninformationen sammelt – wobei es die Software schafft, das Motiv gut freizustellen. Überzeugt hat uns auch die Qualität der Selfie-Cam, die ein scharfes, kontraststarkes Bild liefert und nicht wie oft üblich das Gesicht stark weichzeichnet.

© WEKA Media Publishing GmbH

Testsiegel connect gut

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