Testbericht

Phono-Vorverstärker Oehlbach XXL Phono Pre Amp

15.10.2006 von Redaktion connect und Dalibor Beric

Mit dem Phono-Vorverstärker XXL Phono Pre Amp (175 Euro) begibt sich Kabelprofi Oehlbach auf neue Elektronikpfade. Ob sie zum Ziel führen, verfolgt stereoplay als erstes Fachblatt.

ca. 1:45 Min
Testbericht
  1. Phono-Vorverstärker Oehlbach XXL Phono Pre Amp
  2. Datenblatt
Phono-Vorverstärker Oehlbach XXL Phono Pre Amp
Phono-Vorverstärker Oehlbach XXL Phono Pre Amp
© Archiv

Die Analogszene sorgt immer wieder für Überraschungen. So hat man von der deutschen Kabelschmiede Oehlbach einiges erwartet, nur nicht, dass aus Stutensee bei Karlsruhe ein PhonoVorverstärker kommt. Zwar hat sich Oehlbach zum 30-jährigen Jubiläum mit einem HDMI-Umschalter schon zart der Elektronik geöffnet, doch steht der ja noch im Zusammenhang mit Kabeln. Mit dem XXL Phono Pre Amp für 175 Euro, der sowohl MM- als auch MC-Signale akzeptiert, mischt Oehlbach nun aber auch in diesem Spezialgebiet mit.

Manfred Oehlbach war sich klar darüber, dass man ihn als Phono-Newcomer besonders kritisch beäugt. Also investierte er zuallererst in ein solides Alu-Gehäuse und einen gediegenen Aufbau mit externem Netzteil. So vermeidet er Störungen der empfindlichen Elektronik durch den Trafo, und die Phonostufe lässt sich direkt beim Plattenspieler aufstellen - mit kurzen Tonarmkabeln, was auf Grund der niedrigen Signalspannung der Tonabnehmer zu deutlichen Klangsteigerungen führt.

Phono-Vorverstärker Oehlbach XXL Phono Pre Amp
1) Die erste Verstärkung geschieht beim Oehlbach XXL Phono Pre Amp mittels rauscharmer J-FET- Einzeltransistoren. 2) Die Gleichspannung des externen Netzteils wird auf der Signalplatine nochmals geregelt.
© Tilman Schreiber

Allerdings sollte der Abstand zwischen Preamp und Verstärker nicht über drei Meter liegen und verlangt kapazitätsarme Kabel (unter 200 Pikofarad), sonst erzeugt der höhere Ausgangswiderstand Hochtonverluste.

Ein Phonoverstärker muss aber nicht nur sehr niedrige Signale recht hoch verstärken, sondern auch die Schneidkennlinie entzerren, die nach der RIAA (Recording Industry Association of America) die Höhen verstärkt und die Bässe abschwächt. Nur so ergibt sich wieder ein gerader Frequenzgang. Auch hier geht Oehlbach in die Vollen und setzt pro Kanal einen rauscharmen Differenzverstärkern mit J-FET-Einzeltransistoren ein, denen ein Dual-OP-Verstärker folgt (JRC 072), der die restliche Verstärkung in zwei Stufen erledigt. Die Entzerrung ist an mehreren Stellen komplex realisiert und sowohl aktiv in der Gegenkopplung als auch passiv zwischen den Stufen ausgeführt.

Dass diese Maßnahmen klanglich fruchteten, bewies der XXL Phono Pre Amp im Hörraum. Im MM-Durchgang hob er sich gleich mal vom  günstigeren stereoplay Highlight NAD PP 2 (100 Euro, Test 11/03) ab, indem er den Signalen des Abtasters Reson Reca (2/06) mehr Klangfarben und deutlich mehr Raum verlieh. Zudem erklangen Orchestertuttis (Berlioz: "Symphonie Fantastique", Orchestre de la Societe des Concerts du Conservatoire, Ataulfo Argenta; Decca SXL 2009) über den Oehlbach durchhörbarer und dennoch angenehmer. Nur eine dezente Zurückhaltung (auf Grund niedriger Eingangsimpedanz) in den obersten Höhen war zu kritisieren.

Deshalb geriet die MC-Vorstellung noch überzeugender. Nun zeichnete der Oehlbach feinere Obertöne, vermittelte Dynamik-Attacken glaubhafter und vergrößerte den Abstand zum NAD weiter. So endet diese nette Oehlbach-Überraschung mit einem stereoplay Highlight.

Oehlbach XXL Phono Pre Amp

Oehlbach XXL Phono Pre Amp
Hersteller Oehlbach
Preis 175.00 €
Wertung 45.0 Punkte
Testverfahren 1.0

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