Die HiFi-Welt von AUDIO und stereoplay
Testbericht

stereoplay Technik

Je genügsamer und lauter eine Box, desto eher kommen kleine, wattschwache Verstärker als Spielpartner in Frage. Diese klingen möglicherweise besser, weil sie mit weniger Gegenkopplung auskommen und weil ihr Klirrspektrum demjenigen natürlicher Instrumente näher kommt als das eines auf Leistung und Dämpfungsfaktor getrimmten, konventionellen Verstärkers.

Doch elektrisch "weiche" Verstärker reagieren sensibel auf schwankende Lasten. Minima unter 4 oder gar 2 Ohm quittieren sie gerne mit nachlassender Präzision oder unfeinen Verzerrungen. Auch der Frequenzgang kann dadurch kräftig durcheinander geraten. Unklar ist dagegen, wieviel Gegenkopplung einer bestimmten Box gut tut oder auch nicht. In der Praxis gibt es deshalb immer wieder Fälle, wo wirkungsgradstarke Boxen wider Erwarten nicht mit kleinen, audiophilen Verstärkern harmonieren. Um ganz sicherzugehen, hilft nur eines: aufbauen, anschließen, ausprobieren.

Genau das haben die Tester mit den fünf Boxen getan. Neben dem üblichen Durchgang an der Referenzelektronik gab es weitere Versuche an typischen Vertretern anderer Gattungen - siehe Kasten auf Seite 39. Eine Erkenntnis lässt sich dabei jedenfalls nicht bestreiten: Am besten geeignet ist der Verstärkertyp, der während der Boxenentwicklung zum Einsatz kam. Schließlich strebt jeder seriöse Entwickler nach einem harmonischen Klang und kompensiert bewusst oder unbewusst Eigenschaften der von ihm verwendeten Kette, ähnlich wie Musiker und Tonmeister.

So wird nachvollziehbar, warum die Cornwall nach einer Röhre verlangt: Zu ihrer Zeit gab es nichts anderes. Die Palladium sehnt sich dagegen nach strafferen Zügeln, vermutlich wurde sie der besseren Verkäuflichkeit wegen mit konventionellen Transistorverstärkern abgestimmt, der Gattung mit den größten Stückzahlen. Dass die Lua so sehr nach Röhren lechzt, ist keine Überraschung, da die Firma auch (wunderschöne) Tubeamps verkauft. Offiziell wird jeder Boxenhersteller sagen: Alle Verstärker passen. Doch wie heißt es so schön: Vertrauen ist gut, Kontrolle besser.

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