Lollipop, Kitkat, Ice Cream Sandwich

Android-Updates: Warum dauert das so lange?

Android 5 aka Lollipop sieht richtig gut aus und bringt viele neue Funktionen. Doch das Update ist erst auf wenigen Smartphones eingetrudelt. Warum dauert das so lange? Warum erfährt man dazu so wenig? Und wie kann ich sicherstellen, dass mein Smartphone lange Updates bekommt?

Android-Updates: Warum dauert das so lange?

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Android-Updates: Warum dauert das so lange?

Android-Updates sorgen für Frust, ganz einfach weil sie nicht kommen. Warum nennt der Hersteller keine genauen Termine? Wir finde ich ein Smartphone, dass auch die nächsten Android-Updates bekommt? Und warum dauert das überhaupt alles so lange. Wir haben die Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um Android-Updates.

Warum nennen die Hersteller keine Termine für Updates?

Bei Updates lässt sich kaum ein Smartphone-Hersteller gerne in die Karten schauen, offizielle Ankündigungen sind eine Seltenheit. Das kann kaum überraschen in Anbetracht der Tatsache, dass in der Vergangenheit oft zu viel versprochen wurde. Da wurden Updates für Geräte in Aussicht gestellt, die dann gar nicht oder nur mit großer Verzögerung kamen und Tausende böser Kommentare von enttäuschten Besitzern in Foren und sozialen Netzwerken zur Folge hatten. Um solche Shitstorms zu vermeiden, halten sich die meisten Unternehmen heute lieber zurück und veröffentlichen erst eine Ankündigung, wenn die neue Version auch tatsächlich ausgeliefert wird.

Wir das irgendwann nochmal besser?

Der Software-Support von Smartphones ist im Laufe der letzten Jahre deutlich besser geworden, nach einer groben Schätzung werden allein in Deutschland knapp 40 Geräte eine Aktualisierung auf die neueste Version Android 5 bekommen.

Fahrplan: Wann kommt das Update auf Android 5?

Sind die Hersteller nicht verpflichtet für Updates zu sorgen?

Nein, die Hersteller sind nicht verpflichtet, Updates auszuliefern. Es handelt sich um eine freiwillige Leistung, die allerdings immer wichtiger wird, weil Updates bei der Kaufentscheidung eine immer größere Rolle spielen. Viele Kunden fragen vor dem Kauf gezielt nach der Software-Politik des jeweiligen Herstellers - und die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass sie, wenn während der Nutzung alles gut gelaufen ist, beim nächsten Smartphone wieder zur gleichen Marke greifen.

Top 10 Android-Handys

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Wie kann ich sicherstellen, das mein Smartphones lange mit Updates versorgt wird?

Natürlich bekommt nach wie vor nicht jedes Modell die neueste Android-Variante. Von einigen Ausnahmen abgesehen, kann man die Update-Wahrscheinlichkeit auf eine einfache Faustformel reduzieren:

  1. Je teurer das Gerät, desto besser ist auch die Software-Unterstützung.
  2. Wer zum Top-Smartphone eines renommierten Herstellers greift, kann davon ausgehen, innerhalb von zwölf bis 18 Monaten immer die neueste Android-Ausgabe zu erhalten.

Eng mit dem Preis verbunden ist natürlich auch die Marke. Wer spart und sich für einen wenig bekannten Hersteller entscheidet, darf sich nicht wundern, wenn sein Smartphone überhaupt keine Updates bekommt. Der Software-Support ist bei Marken wie Sony, HTC oder Samsung besser als bei Archos, Alcatel oder Prestigio.

Warum gibt's nicht für jedes Smartphone ein Update?

Das liegt daran, dass hinter jedem größeren Software-Release ein hochkomplexer Prozess steckt, der für die beteiligten Unternehmen mit nicht unerheblichen Kosten verbunden ist. Wenn Google eine neue Android-Version veröffentlicht, muss diese nicht nur von den Smartphone-Herstellern, sondern auch von den Produzenten der Chipsätze geprüft und angepasst werden. Qualcomm oder Mediatek entscheiden zunächst, für welche ihrer Prozessoren die Entwicklung von neuen Treibern lohnt; an diesem Punkt fallen bereits viele ältere Geräte durch das Raster. Danach liefern sie ein Treiberpaket (Board Support Package) an die Smartphone-Hersteller aus - die unabdingbare Voraussetzung für jede Aktualisierung.

In einem weiteren Schritt entscheidet der Handyhersteller, für welches Modell sich die Anpassung der Software-Oberfläche an die neue Version überhaupt lohnt - das Aus für weitere Geräte.

Warum dauert es so lange, bis ein Update veröffentlicht wird?

Die nächsten Schritte bestehen darin, die neue Software zu entwickeln, auf das jeweilige Modell abzustimmen und intern zu testen. Wenn diese Checks erfolgreich verlaufen und keine Fehler auftreten, dann muss die Software noch von Google freigegeben werden. Erst danach können die Hersteller damit beginnen, das Update-Paket an die Geräte auszuliefern, entweder über einen OTA-Server (Over the Air) oder über eine PC-Software.

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Warum krieg ich ein vorhandenes Updates nicht auf mein Gerät?

Wurde das Smartphone direkt über einen Netzbetreiber gekauft, wird der Update-Prozess noch komplizierter, weil der Hersteller die spezifischen Anforderungen der Netzbetreiber, ihre Apps und Dienste, bei der Programmierung berücksichtigen muss. Außerdem muss die neue Software nicht nur von Google, sondern auch von den Netzbetreibern geprüft und freigegeben werden. Das ist auch der Grund dafür, dass gebrandete Smartphones Updates immer später bekommen als im freien Handel verkaufte Geräte. Unser Update-Fahrplan für Android 5 bezieht sich ausschließlich auf ungebrandete Modelle.

Und warum klappt das beim iPhone so viel besser?

Bei iOS ist der Update-Prozess weniger komplex, weil Apple die Soft- und Hardwarebasis kontrolliert und sich mit weniger Unternehmen abstimmen muss. Außerdem ist die Zahl der unterschiedlichen iPhone-Modelle überschaubar, während es eine schier unendliche Vielfalt an Android-Smartphones gibt. Das versetzt Apple in die Lage, einen deutlich längeren Software-Support zu bieten als Samsung, Sony und Co. Das letzte große Update auf iOS 8 wurde noch an das iPhone 4s ausgeliefert, das im Herbst 2011 in den Handel kam. Nicht einmal Googles Nexus-Serie wird über einen so langen Zeitraum gepflegt.

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