Installation im Hintergrund

Android 11 macht nahtlose Updates zur Pflicht - Samsung muss jetzt reagieren

Mit Android 11 macht Google die von der Pixel-Serie bekannten unsichtbaren Updates zum Standard. Das könnte Samsung und Co. vor Probleme stellen.

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Google ändert mit Android 11 ​die Anforderungen für den Update-Prozess.

Die Entwicklung von Android 11​ ist in vollem Gange. Aktuell ist Developer Preview 2 verfügbar, die dritte Version der Entwicklervorschau ist noch für April 2020 geplant. Immer wieder gelangen dabei auch Details über neue Features an die Öffentlichkeit, so wie nun aktuell in Bezug auf künftige Android-Updates.

So sollen alle Android-Updates künftig funktionieren

Google plant hier offenbar, die sogenannten "seamless Updates​" (dt. "nahtlos") für alle Android-11-Geräte zur Pflicht zu machen. Gemeint sind damit die Systemupdates im Hintergrund, wie sie Google mit Android 7.0 Nougat​ eingeführt hatte.

Dabei wird die neue Android-Version nach dem Download im Hintergrund der aktuell laufenden Android-Version (A) auf eine zweite dafür vorgesehene, virtuelle Partition (B) installiert. Um das Update dann abzuschließen, genügt ein einfacher Neustart, bei dem Android nun von der neuen Partition (B) gebootet wird. Der langwierige Update-Prozess bei nur einer Partition, der sonst während des Neustarts abläuft, entfällt.

Hinweise im Android Open Source Project

Dass diese Update-Praxis nun für alle Hersteller verpflichtend wird, haben die Entwickler-Experten von XDA Developers entdeckt. Sie bemerkten den neuen AOSP-Commit "Require Virtual A/B on R launches", der eine entsprechende Änderung in der Vendor Test Suite (VTS) vermerkt. Diese automatische Prüfung müssen alle Android-Geräte durchlaufen, um mit Project Treble kompatibel zu sein, der mit Android 8​ eingeführten modularen Update-Architektur.

Genau damit macht Google die neue Update-Praxis verpflichtend. Denn nur Android-Geräte, die die VTS-Prüfung bestehen, können die Google Mobile Services nutzen.

Samsung in Zugzwang

Zum Einsatz kommt das Feature mit den virtuellen Partitionen etwa bei den Smartphones der Pixel-Serie. Aber auch immer mehr andere Hersteller wie OnePlus, Nokia, LG, HTC, Motorola, Google, ASUS und Sony setzen die unsichtbaren Updates bereits in Geräten ein.

Einige andere namhafte Hersteller wie Samsung und Huawei verzichten allerdings bisher auf dieses Feature. Wie XDA analysiert, dürfte die Begründung hierfür beim Speicherplatz liegen. Denn um die "seamless Updates" zu ermöglichen, werden einige Gigabyte an Daten für die zweite Partition benötigt.

Gerade Samsung aber steht im Ruf, seine Smartphones wie das Galaxy S20​ mit jeder Menge an vorinstallierten Apps auszuliefern, die ihrerseits bereits Speicherplatz verbrauchen. Eine Praxis, für die der Hersteller schon wiederholt in die Kritik geraten ist.

Was ist mit Huawei?

Auch Huawei hat die neue Update-Praxis noch nicht im Einsatz. Durch die US-Sanktionen gegen das chinesische Unternehmen darf Huawei aktuell aber sowieso nicht die Google Mobile Services einsetzen. Stattdessen entwickelt Huawei mit den Huawei Mobile Services sein eigenes Gegenstück. Ob die für Nutzer praktische und auch sicherheitsrelevante Funktion daher auf neuen Smartphones der Chinesen demnächst umgesetzt wird, ist daher fraglich.

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