Nicht jeder hat das Kleingeld für ein Luxus-Tablet. Wir stellen Ihnen Tablets bis 250 Euro vor und verraten, auf was Sie beim Kauf eines günstigen Tablets achten müssen.
Beim Check der aktuellen Einsteigergeräte fällt auf, dass deren Qualitätsniveau in den letzten Monaten deutlich gestiegen ist. Immer mehr Tablets lassen heutzutage schon iPad-Feeling aufkommen, auch wenn ihre Performance nicht an die des Marktführers heranreicht.
Kauftipps für Sofa-Surfer
Aber aktuellen Marktstudien zufolge wollen viele Käufer ohnehin nur einen Computer für die Couch, um damit ins Internet zu gehen. Und da machen teilweise auch günstige Modelle eine gute Figur – als Messaging-Maschine, E-Book-Reader, mobiles Kino oder schickes Surfbrett. Hinzu kommt, dass der ständige Preisverfall ehemals teure Produkte in Schnäppchen verwandelt.
In der folgenden Galerie stellen wir Ihnen Tablets bis 250 Euro vor, von günstigen Neulingen bis zu älteren Topmodellen. Mit dabei: Das Galaxy Tab 2 7.0, das Base Tab 7.1, das Acer Ionia A100, zwei Touchlets von Pearl und Tablets von Intenso und Coby.
Das kleinere Modelle des neuen Galaxy Tab 2 mit 7-Zoll-Touchscreen ist in der 8-GB-Variante bereits ab 240 Euro zu haben. Dafür gibt's en Tablet mit gut auflösendem Touchscreen (1024 x 600 Pixel), Dualcore-Prozessor und aktuellem Android 4.0.3.
Den Test des Samsung Galaxy Tab 2 7.0 finden Sie in der connect-Ausgabe 9/2012 (ab 3. August am Kiosk)
Inklusive Internetflat kann man das Base Tab 7.1 für 18 Euro monatlich bei dem bekannten Discounter Base mieten und dann im Netz von E-Plus surfen. Alternativ ist das SIM-Lock-freie Surfbrett auch solo für 249 Euro in Cash zu haben. Dafür gibt's ein kompaktes und leistungsfähiges Google-Tablet mit 1,4-GHz-Prozessor. Helligkeit und Auflösung des 7-Zoll-Multitouch-Displays sind okay. Minusupunkt: Das veraltete Android 2.3.5.
Die Ausstattungsliste lässt bis auf den fehlenden Mobilfunkchip kaum Wünsche offen und umfasst neben dem leuchtstarken IPS-Glasdisplay einen Prozessor, der selbst bei der Wiedergabe von anspruchsvollen Flash-Animationen nicht ins Stottern gerät. Die 9,7 Zoll große Anzeige besteht aus 1024 x 768 Pixel. Hinzu kommen eine HDMI-Schnittstelle und zwei Kameras. Weiterer Pluspunkt ist die aktuelle Android-Oberfläche 4.0 ab Werk.
Das 7-Zoll-Tablet, das mit einem kräftigen Dualcore-Prozessor arbeitet, gibt's derzeit für 212 Euro bei Amazon. Das Gehäuse wirkt hochwertig und trotz der eher bürolastigen Ausrichtung können sich Entertainment-Features wie der HDMI-Ausgang oder mehrere DLNA-Server-Apps zur Heimvernetzung sehen lassen. Doch das Acer Iconia Tab A100 offenbart auch Schwächen: Rund 400 g Gewicht und 13 mm Dicke sind für ein Tablet eher hinderlich, die Ausdauer ist schwach. Immerhin: Ein Update auf Android 4.0 ist vor kurzem erschienen.
Das Intenso Tab mit 8-Zoll-Touchscreen kommt mit seiner Acryloberfläche optisch deutlich edler daher, als es der aktuelle Preis ab rund 120 Euro erwarten lässt. Der 1-Gigahertz-Prozessor sorgt für eine flüssige Bedienung von Android, sieht man von gelegentlichen Rucklern bei HD-Videos ab. Die Nachteile: Android kommt in der veralteten Version 2.3 zum Einsatz und der Zugriff auf Googles Play Store ist nicht möglich.
Die kleinere Variante des Touchlet X10 kommt mit einem etwas groben 7-Zoll-Touchscreen aus 800 x 480 Pixel, Android 4.0, erweiterbaren Speicher und eine HDMI-Schnittstelle. Für den Antrieb sorgt ein Singlecore-Prozessor mit 1 GHz Taktfrequenz.
Pearl verlangt nur 150 Euro für das Touchlet X7Gs.
Das Coby Kyros MID1125 ist ebenfalls ab 150 Euro zu haben, bietet aber einen 10-Zoll-Touchscreen mit 1280 x 600 Pixel. Auch hier kommt nur ein Singlecore-Prozessor und Android 2.3 zum Einsatz. Mit 500 g Gewicht ist es zudem recht schwer.
Worauf muss ich beim Kauf eines billigen Tablets achten?
Gerade in der Einsteigerklasse tummeln sich Geräte, die auf den ersten Blick ein Top-Angebot sind – aber auf den zweiten rausgeworfenes Geld. No-Name-Produkte vom Grabbeltisch sind selten ein guter Kauf, preisreduzierte Modelle von Markenherstellern aber durchaus.
Hardware: Display und Prozessor
In Einsteiger-Klasse sind Tablets mit 7 oder 8,9 Zoll großem Bildschirm in der Überzahl, es gibt aber auch 10-Zoll-Geräte. Den richtigen Kompromiss aus kompakter Bauform und ausreichend großer Displayfläche muss jeder für sich selbst finden.
Prozessor: Zwei Rechenkerne sind bei teuren Tablets Pflicht. Für den Alltag reicht jedoch ein Single-Core-Modell mit einem Gigahertz
Fast noch wichtiger ist die Auflösung der Anzeige: 800 mal 600 Pixel sollten es mindestens sein, sonst sind Abstriche bei der Schärfe zu machen. Wer sein Tablet als portable Fernseh- oder Videokonsole einsetzen möchte, sollte auf eine höhere Auflösung achten.
Um Geräte mit einem sogenannten resistiven, also druckempfindlichem, Display sollte man einen Bogen machen. Besonders in billigen Tablets ist diese veraltete Technologie noch manchmal anzutreffen, bei der man kräftig mit den Fingern auf dem Bildschirm herumtippen muss. Die bequeme Gestensteuerung („Multitouch“) à la iPad ist nur mit einem kapazitiven, also berührungsempfindlichen Display möglich.
Auch der Prozessor hat einen großen Einfluss auf den Bedienkomfort. Ein Dualcore-Prozessor ist ein gute Wahl, wenn es nur für einen Singlecore-Prozessor reicht, sollte die Taktfrequenz bei mindestens 800 MHz, besser 1 GHz liegen.
Sofware: Auf aktuelle Android-Version achten
Wenn es ein güsnstiges Tablet sein soll, landen Sie fast automatisch bei Android als Betriebssystem. Apps, also die mal nützlichen und mal kurzweiligen Mini-Programme gibt es für Android zuhauf, zudem sind viele Anwendungen gratis oder für weniger als einen Euro erhältlich.
Betriebssystem: Android-Tablets gibt es mit unterschiedlichen Betriebssystem-Versionen- Für ältere bleiben Updates ein Wunschtraum
Allerdings ist das Angebot im Google Play Store, der Android-Tablets bedient, recht unübersichtlich: Viele grafisch aufwendigen Apps laufen nur auf Geräten mit halbwegs aktueller Software. Für einfach ausgestattete Tabs mit Android 2.x wächst das Angebot nicht mehr. Wer Spaß an Apps hat, sollte darauf achten, dass das Tablet mindestens mit der Android-Version 3.2, besser noch mit 4.0 ausgestattet ist.
Dabei bietet nicht mal jedes Android-Tablet den Zugriff auf den hauseigenen App-Shop Google Play. Manches Billig-Tablet erfüllt nicht die technischen Mindestvoraussetzungen. Oder der Hersteller spart sich die Lizenzkosten. Zum Trost wird dann der Download über alternative Portale wie das AndroidPIT App Center angeboten, wo aber weitaus weniger Programme vorrätig sind – etwa für das Tuning von Fotos.
Ausstattung: Kameras und Schnittstellen
Wunderdinge darf man von den Tablet-Cams nicht erwarten. Während sich die Frontlinsen oft nur für den Videochat eignen, fehlt eine Kamera auf der Rückseite teilweise komplett.
Connectivity: Wi-Fi ist bei fast allen Geräten er Standard, 3G-Mobilfunk nicht - wird im Normalfall aber auch nur selten vermisst
Um unterwegs ins Internet zu kommen, ist WLAN nötig und das bringen auch die günstigsten Tablets mit. Mit dem aktuellen n-Standard wird eine theoretische Datenübertragungsrate bis zu 300 Megabit pro Sekunde erreicht.
Wer wirklich überall online gehen will, braucht ein zusätzliches Mobilfunkmodul - und muss entsprechend mehr ausgeben. Alternativ kann man auch sein Smartphone zum WLAN-Hotspot fürs Tablet machen.
Empfehlenswert ist ein Speicherkarten-Steckplatz, etwa zum Übertragen von Fotos. Für Foto- und Videoshows auf dem Fernseher oder Projektor ist ein HDMI-Anschluss praktisch. Auch den gibt es teilweise in der Einsteigerklasse.