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Discover Pro VW Golf Navigationssystem im Test

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VW Golf Navigationssystem
Der neue VW Golf VII definiert die Auto-Tugenden in der Kompaktklasse wieder einmal neu. Können Infotainment und Navigation da mithalten? connect hat sich das Onboard-System Discover Pro getestet.
VW Golf
  • +sehr einfache Bedienung
  • +viele Anzeigemöglichkeiten
  • +sehr gute Bildschirmdarstellung
  • +Bluetooth integriert
  • +großer Speicher für Musik
  • +Coverdarstellung
  • -sehr hoher Preis
  • -Online-Anbindung und Live-Stau­informationen nur für GTI-Modell
  • -keine gesonderte Smartphone-Anbindung außer Bluetooth

Der Deutschen liebstes Auto-Kind, der VW Golf, geht in die siebte Runde. Und alles ist, wie es immer war: Man kann ihn langweilig finden, zu teuer oder einfach nur nicht mögen. Aber ganz objektiv muss man zugeben, dass der Golf ein exzellentes Auto ist.

Qualitätsanmutung und Verarbeitung reichen schon weit in die Premiumklasse hinein, Straßenlage und Fahrwerk sind in jeder Situation mehr als souverän – und wer einmal dringesessen hat, versteht, warum der neue Siebener wieder alle Vergleichstests gewinnt. 

Seit 1998 mit Navigation

Und mag der Golf auch wieder einmal eher zurückhaltend aussehen – er bietet einen Tempomat mit ­automatischer Abstandsregelung, einen überraschend gut funktionierenden Spurhalte-Assistenten und ein City-Notbremssystem. Diese modernen Fahrerassistenzfunktionen sind in der Kompaktklasse noch alles andere als selbstverständlich. Doch wie steht’s mit dem Infotainment?

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Hier war VW gewissermaßen ebenfalls Vorreiter, denn schon seit 1998 gab es mit dem MFD genannten Doppel-DIN-Bildschirm ein Navigationssystem im Golf – da liegen die Erwartungen also schon ein bisschen höher. Zumal alle Konkurrenten in diesem Bereich in den letzten Jahren kräftig aufgerüstet haben. Überzeugt der Neue also auch in diesem Bereich? 

Die siebte Generation des VW Golf.
Die siebte Generation des VW Golf. ©

Das Navigationssystem „Discover Pro“, das ab 2315 Euro Aufpreis erhältlich ist, verspricht auf den ersten Blick modernste Technik: 8-Zoll-Touchscreen, 64 Gigabyte Flash-Speicher, Bluetooth-Schnittstelle und Verkehrszeichen­erkennung. Dazu kommen eine Sprachsteuerung und ein Annäherungssensor, der viele Funktionen und Menüs erst dann einblendet, wenn man sich dem Bildschirm mit der Hand nähert. 

Keine Smartphone-Integration

Doch im Vergleich mit der Konkurrenz scheint es, als ob Volkswagen beim Discover Pro irgendwann der Mut ausgegangen ist: Eine direkte Smartphone-Integration mit auf dem großen Display steuerbaren Apps wie bei vielen Konkurrenten ist nicht in Sicht.

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Und einen Live-Staumelder oder die Internet­dienste „Car-Net“ für 100 Euro gibt’s vorerst nur im ganz neuen GTI in Verbindung mit der Mobiltelefonschnittstelle „Premium“ – für weitere 465 Euro Aufpreis. 

Die Schnittstelle beinhaltet ein eigenes Funkteil mitsamt WLAN-Hotspot; der Internetzugang wird via Extra-SIM-Karte oder über ein Smartphone mit dem aussterbenden Blue­tooth-Profil rSAP hergestellt. Für andere Smartphones bleibt nur die klassische Anbindung per Blue­tooth-Freisprechanlage und Audio-Streaming – und eine Multi-SIM.

Die ebenfalls erhältliche Mobiltelefonschnittstelle Comfort (370 Euro) bietet übrigens keine Zusatzfunktionen gegenüber dem Discover Pro – Freisprechen kann das Navi schon von Haus aus. Das Plus ist hier einzig die induktive Anbindung einer Außenantenne über ein Fach in der Mittelkonsole. Wer meist in gut versorgten Gebieten unterwegs ist, kann sich diese Ausgabe also getrost sparen. 

VW Golf Navigationssystem

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Einfache Bedienung 

Zum Test stand uns das Discover Pro ohne Car-Net und auch ohne aufpreispflichtige Mobiltelefonschnittstelle zur Verfügung. Trotz des damit eher konventionellen Funktionsumfangs überzeugte das System durchaus; vor allem bei der Bedienung spielt VW seine ganze Erfahrung aus.

Dank der ausklappbaren Untermenüs am unteren Bildrand und dank der vielfältigen Möglichkeiten zum Einblenden von Zusatzinformationen in die Karte lässt sich das Discover Pro sehr einfach bedienen – auch wenn man viel klicken muss. 

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Selbst wer Touchscreens im Auto eher skeptisch gegenübersteht, dürfte hier keine Verständnisprobleme bekommen. Die Grafikqualität ist hoch, auch wenn sie nicht ganz so spektakulär ausfällt wie etwa bei Konzernschwester Audi oder bei BMW.

Zuverlässig und gewohnt präzise arbeitet auch die Zielführung, die gegenüber Smartphones mit Internetanbindung jedoch einen klaren Nachteil hat: Die Stau­meldungen des hier verwendeten TMC-Pro machen keinen Stich gegen die Aktualität eines Live-Dienstes. Auch die zum Teil umständliche Sprachsteuerung hat uns nicht restlos überzeugt. 

Fazit: Ein wenig halbherzig

Das Discover Pro wirkt ein wenig halbherzig: Ohne Onlinedienste und eine bessere Smartphone-Anbindung ist sein Zuschnitt zu konventionell – und damit ist das System bei aller Qualität mit mindestens 2315 Euro zu teuer.

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Den Preis relativiert auch wenig, dass die Kartenupdates in den ersten drei Jahren kostenlos sind. Das Discover Pro ist zwar Stand der Technik – aber so glänzen wie der Rest des Fahrzeugs kann es erst, wenn alle Gölfe in den Genuss der Onlinedienste und -staumeldungen kommen und VW auch das Smartphone sinnvoll integriert.

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