Testbericht

CD/SACD-Spieler Magnat MCD 850

Der Magnat MCD 850 für 1200 Euro will mit seiner röhrenbestückten Ausgangstufe einen ganz besonderen Glanz aus den geliebten Silberscheiben holen.

  1. CD/SACD-Spieler Magnat MCD 850
  2. Datenblatt
CD/SACD-Spieler Magnat MCD 850

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CD/SACD-Spieler Magnat MCD 850
CD/SACD-Spieler Magnat MCD 850

© Julian Bauer

Der wie geschleckt wirkende Aufbau des MCD 850 ist in dieser Preisklasse ohne Fehl und Tadel. Selbst das Laufwerk mit Sanyo-Laser steckt in einem Metallgehäuse. Effektiv und brummarm ist der für einen CD-Player sehr groß dimensionierte R-Core-Trafo.

Magnat meint es offensichtlich sehr ernst in seinem Bestreben, eine hochwertige, aber bezahlbare Elektroniklinie zu platzieren. Denn nach dem hervorragenden Röhrenvollverstärker RV 1, der schon ein stereoplay Highlight (11/07) errang, kommt nun ein Hybridvollverstärker und eben der neue CD/SACD-Player MCD 850.

Dafür holte sich Magnat-Entwicklungsleiter Shandro Fischer mit Walter Fuchs (SAC) eine echte Elektronikkoryphäe an Bord. Der tobte sich erst mal an der Stromversorgung und der Ausgangsstufe aus. So besitzt der MCD 850 nach einigen Hörvergleichen einen R-Core-Transformator, der gegenüber üblichen Ringkerntypen mit besserem Wirkungsgrad und noch geringerer Brummneigung glänzt.

Dennoch besaß die Röhrenausgangsstufe Vorrang. Sie ist mit einer Doppeltriode 6922 pro Kanal ausgerüstet, vergleichbar der E 88 CC. Die Röhren haben aber keine verstärkende Funktion, sondern vollführen eine Impedanzwandlung, wodurch der MCD 850 einen recht niedrigen Ausgangswiderstand erhält. Als Hersteller dieser selektierten Röhren wählte Fuchs die russische Firma Sabator aus, die RFT-Maschinen verwendet und ihre Erzeugnisse unter dem Namen "Electro Harmonix" vermarktet. Diese Röhren bringen laut Fuchs den überzeugendsten Klang, sind langzeittauglich sowie sehr zuverlässig.

CD/SACD-Spieler Magnat MCD 850

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Der MCD 850 besitzt pro Kanal eine eigene Doppeltriode im Ausgang. Sie sind trickreich verschaltet, was zu niedrigem Ausgangswiderstand und feinem Röhrenklang führt.

Die hochwertigen Folienkondensatoren, die diese Stufe als Gleichstromentkopplung benötigt, sind ebenfalls durch Hörvergleiche gewählt worden. Dass die anderen Schaltungsteile nur ordentlicher Art sind, war ein Zugeständnis an den Preis. So baute Magnat die Filter vor der Röhrenausgangstufe mit den gängigen Stereo-Operations-Verstärkern 5532 und deren Mono-Version 5534 auf. Die DA/Wandlung übernimmt ein guter Burr-Brown PCM 1796, der mit 24 Bit Genauigkeit und 192 Kiloherz Abtastrate sowohl die PCM-Daten von CDs als auch den seriellen Datenstrom von SACDs direkt annimmt.

Der nur von der Fernbedienung aus lautstärkeregelbare Kopfhörerausgang erfreut nur zum Teil, da er zum einen nicht von der Röhrenausgangsstufe profitiert, weil das Signal davor abgezweigt wird, zum anderen im Pegel für unempfindlichere Kopfhörer recht begrenzt ist.

CD/SACD-Spieler Magnat MCD 850 Fernbedienung

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Im Hörraum jedoch gab es keinen Anlass zur Kritik. Schon bei den ersten Takten machte der MCD 850 klar, dass er in diesem Testfeld der Primus ist. Denn sein Klangbild geriet nicht nur recht weiträumig, sondern auch farblich sehr natürlich. Beim CD-Durchgang klang selbst das stereoplay Highlight Naim CD 5i (12/07) als reiner CD-Player nur anders, aber eben nicht besser. Der Naim vermittelte direktere Stimmen und konnte mit einem satteren Bassbereich punkten, doch den feineren Hochton und die genauere Abbildung einzelner Instrumente innerhalb eines Orchesters vermittelte der Magnat. Der CD 5i betonte bei Tuttipassagen die Wucht eines Orchesters, während sich der MCD 850 mehr um die Bogenstriche und den Aufnahmeraum kümmerte.

CD/SACD-Spieler Magnat MCD 850

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Mit seinen wenigen Bedienelementen an der massiven Alu-Front wirkt der MCD 850 schlicht und edel.

Bei Popmusik blieb dieser Unterschied erhalten: Der Naim betonte die Große Trommel sowie den E-Bass und stellte Stimmen in den Vordergrund. Der Magnat ließ Becken mehr funkeln, fügte Stimmen genauer ins Geschehen ein und widmete sich feinen Artikulationsnuancen. Dabei bewies er sogar ein ebenso sicheres Gefühl für das Zusammenspiel der Musiker.

War der CD-Durchgang schnell klar, brachte der Wechsel auf SACDs die Tester in Punktenöte. Aber nicht, weil er nun schlechter geklungen hätte, ganz im Gegenteil, ein weiterer Raum und deutlich mehr Details waren die Folge des Wechsels auf die informationsreicheren Discs. Er konnte sogar ein wenig mehr musikalische Feinheiten mitteilen und die Höhen feiner weben als der Marantz SA 7001. So hätte sich der MCD 850 fast einen Punkt mehr verdient, wenn nicht der deutlich teurere T+A 1250 R (4/07) sich ihn mit druckvollerer sowie noch feinerer Performance vom Leib gehalten hätte. Ein sattes stereoplay Highlight erreichte der Magnat jedoch mühelos.

Magnat Audio Produkte MCD 850

HerstellerMagnat Audio Produkte
Preis1200.00 €
Wertung58.0 Punkte
Testverfahren1.0

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